Köln - Kapitän Philipp Lahm und Toni Kroos sorgten in einem eher mittelmäßigen Spiel gegen Irland für die Highlights. Bundestrainer Joachim Löw war von den beiden Bayern-Profis begeistert.

Der Kapitän und sein Kronprinz strahlten um die Wette. Nach der geglückten Qualifikation der deutschen Nationalmannschaft für die WM-Endrunde in Brasilien (Bericht) konnten sich Philipp Lahm und Toni Kroos vor Komplimenten kaum mehr retten.

"Außerordentlich gut, Toni Kroos, außerordentlich gut", sagte Joachim Löw fast schon pathetisch über den 23 Jahre alten Strategen Kroos, der sich nicht nur wegen der genialen Vorbereitungen der Treffer zwei und drei die Bestnote verdient hatte.

Kroos' Aktionen "mit Hand und Fuß"



"Alles, was er gemacht hat, hatte Hand und Fuß", lobte der Bundestrainer weiter, um dann auch gleich seinen Kapitän mit ins Boot zu nehmen. "Philipp war vor allem in der ersten Halbzeit bei jedem Angriff vorne dabei. Und dann hat er hinten sogar Kopfballduelle gewonnen," schwärmte der 53-Jährige über Kroos' Münchner Vereinskollegen, den man bedenkenlos auf jede Position stelle könne. Lahms ehemaliger Bayern-Teamkollege und heutige ARD-Experte Mehmet Scholl urteilte kurz und knapp: "Ein Phänomen".

Dies unterstrich der 29-jährige Lahm in seinem 102. Länderspiel. In Köln agierte er wieder auf seiner angestammten Position auf der rechten Seite der Viererkette, wo er seine Sache ebenso gut machte wie bei den Bayern, wo er diese Saison unter dem neuen Trainer Pep Guardiola vor der Abwehr im zentralen defensiven Mittelfeld spielt.

Löw: "Lahm wahrscheinlich der Beste der Welt"



"Mir machen beide Positionen sehr viel Spaß", berichtete Lahm und fügte konziliant hinzu: "Ich spiele immer da, wo der Trainer mich aufstellt." Und da hat Löw seine klaren Vorstellung. "Er spielt auf der Außenverteidigerposition überragend, ist wahrscheinlich der Beste der Welt. Da brauche ich keine Baustelle aufmachen", hatte Löw bereits vor dem Irland-Spiel erklärt.

Nach dem Abpfiff sah der Bundestrainer sich bestätigt: "Er hat das wieder mal super gemacht, deshalb habe ich vor, dass Philipp auf rechts bleibt", unterstrich der Bundestrainer, dem die Vielseitigkeit seines Kapitän, der mit 138 so viele Ballkontakte hatte wie kein anderer, bewusst ist: "Ich weiß, dass er auch im Zentrum hervorragend spielt, aber da haben wir andere."

Sogar Xavi von Lahm angetan



Lahm selbst hatte bereits im August 2007 den Beweis erbracht, dass er auch vor der Viererkette als Sechser für die Mannschaft wertvoll sein kann. Beim 2:1 der DFB-Auswahl im Wembleystadion gegen England überzeugte der Münchner im Mittelfeld.

Durch diese Flexibilität hat sich der Alleskönner auch im Ausland höchsten Respekt verdient. "Lahm ist ein Topspieler mit viel Persönlichkeit, den man hinten, in der Mitte und vorne einsetzen kann. Er hört anscheinend nicht auf, stärker zu werden", sagte jüngst Welt- und Europameister Xavi vom FC Barcelona über seinen deutschen Kollegen.

Und Andres Iniesta, Xavis kongenialer Partner bei Barca und der spanischen Nationalmannschaft, fügte an: "Lahm kann das, worauf es ankommt. Er ist ein Leithammel-Typ, auch im Mittelfeld", so der 29-Jährige.

Netzer adelt Kroos



So weit ist Toni Kroos noch nicht. Doch der gebürtige Greifswalder scheint sich auch in der Nationalmannschaft unentbehrlich zu machen, nachdem er sich bei den Bayern auch immer wieder gegen starke Konkurrenz durchsetzt.

"Die Pässe von Kroos sind eine Augenweide", schwärmte sogar Günter Netzer, der Erfinder des genialen Passes, in der "BamS" über Kroos, der mit der Nationalmannschaft noch eine Menge vor hat: "Unser erstes Ziel war die Qualifikation, das haben wir geschafft. Deswegen sind wir vorerst zufrieden. Aber klar ist auch, dass die Qualifikation nur ein erster Schritt ist."