Freiburg - Die Erleichterung stand ihnen ins Gesicht geschrieben. Immer wieder herzten sich die Schalker Spieler, klatschten sich auch noch beim Auslaufen immer wieder ab. Nach dem 2:1-Erfolg in Freiburg ist die schwärzeste Serie der jüngeren Vereinsgeschichte erst einmal Vergangenheit - nicht zuletzt dank Klaas-Jan Huntelaar.

In der 87. Minute hatte der Neuzugang eine präzise Hereingabe von Joel Matip zum Endstand über die Linie gedrückt und damit gezeigt, warum nicht nur sein Trainer Felix Magath glaubt, dass der Niederländer jeden Cent amortisieren wird, den Schalke in ihn investiert hat.

"Eine Last ist von mir gefallen"

Schon nach neun Minuten war "Königsblau" in Führung gegangen. Mitten in die erste Drangphase der starken Freiburger hinein fiel das 1:0. Danach war Schalke besser in der Partie. Und das schien die von Schalke-Coach Felix Magath zuletzt recht häufig gehörte These zu bestätigen, wonach seinem Team vor allem ein Erfolgserlebnis fehle, um wieder in die Spur zu kommen.

Genau das bescherte sich und seinen Kollegen nämlich Ivan Rakitic, als er das 1:0 für den Gast erzielte - Freiburgs Torwart Oliver Baumann hatte einen Schuss von Huntelaar nach vorne abklatschen lassen. "Bei meinem Tor ist eine Last von mir gefallen", sagte Rakitic, "wir haben gekämpft und allen gezeigt, dass wir wieder da sind. Nach dem schweren Spiel in Freiburg sind wir nun gewillt, gegen Mönchengladbach den nächsten Dreier einzufahren."

Metzelder als Stabilisator der Abwehr

Zumal das Startelf-Debüt von Manuel Jose Jurado vielversprechend ausfiel: "er war ein wichtiger Anspielpartner, das war ein gutes Spiel von ihm." Gänzlich zufrieden war sein Coach allerdings nicht - und das hatte nichts mit Jurado und nur wenig mit dem zwischenzeitlichen Ausgleich der Freiburger durch Papiss Demba Cisse (69.) zu tun.

"Klar haben wir zu viele Fehler gemacht", sagte Felix Magath, "aber ich will mal die Mannschaft sehen, die nach vier Niederlagen in Folge locker und souverän auftritt." Taktisch hingegen hatte der Coach sein Team sehr gut eingestellt. Im "System, in dem die Spieler sich am sichersten fühlen" (eine Art 4-3-1-1-1 mit Manuel Jose Jurado als Zehner und Raul als hängender Spitze) stand auch die Abwehr stabil.

Christoph Metzelder, der Ruhe ausstrahlte und in den Zweikämpfen eine gute Figur machte, hatte daran gehörigen Anteil. "Unser Spiel war der Situation angemessen", sagte der Abwehrchef nach dem Spiel. "Ich hoffe, dass der Sieg nun ein Befreiungsschlag für uns war. In diesem Spiel hatten wir das nötige Quäntchen Glück auf unserer Seite."

Aus Freiburg berichtet Christoph Ruf