Hannover - In der Vor-Saison gehörte der 1: FC Nürnberg ebenso zu den Überraschungen der Liga wie Gegner Hannover 96. Als Abstiegskandidat hatte der Club sich ebenso wie die 96er schon früh von den unteren Rängen abgesetzt und landete als Sechster nur einen Rang hinter Mainz 05 auf Europa-League-Rang fünf. Geschichte.

In Hannover präsentierten sich die Nürnberger besonders in der ersten Halbzeit erschreckend harmlos. Gerade mal einen Torschuss brachte das Team in 45 Minuten zustande.

"Zu Recht abgestraft"

"Wir haben in der ersten Halbzeit keinen Zugriff und sind zu Recht abgestraft worden", gab Dieter Hecking zu. In der Pause stellte der Coachtaktisch um und brachte für den defensiven Mittelfeldspieler Almog Cohen mit Tomas Pekhart einen weiteren Angreifer .

"Die zweite Halbzeit war deutlich besser. Da hat man gesehen, dass wir hier was mitnehmen wollten", so Hecking. Die Statistik weist für den zweiten Durchgang tatsächlich neun Torschüsse auf. Aufs Tor ging aber nur einer. Entsprechend wollte Raphael Schäfer die Halbzeit auch nicht überbewerten.

"Mehr Torschüsse mag ja richtig sein, aber mehr klare Torchancen hatten wir auch nicht. Wir dürfen uns von der zweiten Hälfte nicht blenden lassen", so der Keeper, der sich nach dem Spiel den Medien stellte. "Wir befinden uns im Abstiegskampf. Das müssen wir alle begreifen", appelliert der Kapitän an seine Mannschaft.

Frage: Herr Schäfer, wie beurteilen Sie die Partie?

Raphael Schäfer: Wir haben das Spiel nicht so angenommen wie wir das vorhatten und haben deshalb auch verdient verloren. Die erste Halbzeit war absolut nicht in Ordnung. , so geht das nicht.

Frage: Das beweist auch die Statistik. In der ersten Hälfte steht gerade mal ein Torschuss zu Buche. Zu zweiten Hälfte hat Trainer Dieter Hecking taktisch umgestellt, und es gab immerhin neun Torschüsse...

Schäfer: Mehr Torschüsse mag ja richtig sein, aber mehr klare Torchancen hatten wir auch nicht.

Frage: Aber auf der zweiten Hälfte kann man doch aufbauen?

Schäfer: Nein, wir dürfen uns von der zweiten Hälfte nicht blenden lassen. Wir befinden uns im Abstiegskampf. Den müssen wir annehmen. Das müssen alle begreifen.

Frage: Ist die Mannschaft in Gedanken noch in der letzten Saison, als der Club mit dem Abstieg schon früh nichts mehr zu tun hatte und bis kurz vor Saisonende sogar Kontakt zu den Europapokalplätzen hatte?

Schäfer: Nein, ganz bestimmt nicht. Aber man tritt in so einer Lage natürlich doch etwas selbstbewusster auf..

Frage: Mit Dortmund kommt am kommenden Wochenende der amtierende Meister. Wie muss die Mannschaft da auftreten?

Schäfer: Wir müssen von Anpfiff hellwach sein und versuchen über den Kampf ins Spiel zu kommen.

Frage: Was muss anders werden?

Schäfer: So wie in der ersten Halbzeit dürfen wir einfach nicht noch einmal auftreten. Und vor allem müssen wir im Abschluss konsequenter sein. Die wenigen Torchancen, die man hat, muss man auch nutzen.

Aus Hannover berichtet Jürgen Blöhs