Bremen - Der Trainerwechsel hat bei 1899 Hoffenheim zwar nicht sofort für den erhofften Befreiungsschlag gesorgt. Mit dem neuen Coach Markus Babbel gelang am 21. Spieltag aber immerhin ein achtbares 1:1 beim heimstarken SV Werder Bremen.

Da ist es nicht so verwunderlich, dass Hoffenheims Daniel Williams trotz der mageren Rückrunden-Ausbeute von lediglich drei Punkten aus vier Spielen positiv in die Zukunft blickt.

"Werden mit dem Abstieg nichts zu tun haben"

"Ich glaube an Gott. Und ich bin mir sicher, dass er gesehen hat, was wir in Bremen investiert haben und, dass wir am Ende nur mit einem Remis belohnt wurden. Mit unserer negativen Serie werden die Medien zwar ein bisschen unruhig. Aber mit dem Abstieg werden wir nichts zutun haben", sagte der Mittelfeldarbeiter nach dem im bundesliga.de-Interview.

Der 22-Jährige spricht auch über den Einfluss von Markus Babbel auf die Mannschaft und gibt Auskunft über die Chancen Hoffenheims auf einen Europapokalplatz.

bundesliga.de: Herr Williams, haben Sie das späte Remis in Bremen schon verdaut?

Daniel Williams: Das Unentschieden in letzter Minute ist richtig bitter. Wir haben aber trotz der Probleme der vergangenen Wochen und Tage ein richtig gutes Spiel abgeliefert. Darauf können und müssen wir aufbauen. Und dann geht es für uns schon bald wieder in die richtige Richtung.

bundesliga.de: Haben Sie denn in Bremen erste Fortschritte gesehen?

Williams: Von der Moral der Mannschaft waren das schon zwei, drei Schritte nach vorne. Leider haben wir wie so oft in dieser Saison eine Führung nicht über die Runden gebracht. Da müssen wir einfach mal einen Konter besser abschließen.

bundesliga.de: In wie weit hat Sie und Ihre Mitspieler der Trainerwechsel so kurz vor dem Spieltag beeinträchtigt?

Williams: Wir haben uns als Mannschaft schon zusammengesetzt und über die Vorkommnisse geredet. Ich versuche die Diskussionen um den Trainer aber grundsätzlich auszublenden. Wie wir alle wissen, liegt die Wahrheit eh auf dem Platz. Da hilft kein Gerede und kein Geschwätz - wenn wir die Leistung nicht bringen, hat es jeder Trainer schwer.

bundesliga.de: Besonders in der Offensive ist die Leistung ja gerade nicht so berauschend. Nur drei Teams haben in der Bundesliga weniger Tore geschossen als Hoffenheim.

Williams: Das ist natürlich ein Problem. Aber der Hebel muss ganz woanders angesetzt werden. Das hat der neue Trainer ja auch schon angesprochen: Wir müssen kompakt stehen und so die nötige Sicherheit in unserem Spiel zurückgewinnen. Egal ob in einem 4-4-2- oder einem 4-4-1-1-System. Und dann werden wir auch mal wieder einen "Dreier" einfahren. Da bin ich sehr optimistisch.

bundesliga.de: Konnte Markus Babbel in der Kürze der Zeit eigentlich etwas bewirken?

Williams: Auch wenn er erst einen Tag da war, so hat er uns deutlich vermittelt, dass die Basis für einen Erfolg eine gute defensive Ordnung ist. Wir wissen alle, dass wir gute Fußballer sind. Aber in der jetzigen Situation müssen wir als Mannschaft den Kampf annehmen. Anders geht es zurzeit nicht.

bundesliga.de: Nur ein Sieg aus elf Spielen: Wann klappt es bei 1899 denn wieder mit einem "Dreier"?

Williams: Ich glaube an Gott. Und ich bin mir sicher, dass er gesehen hat, was wir in Bremen investiert haben und, dass wir am Ende nur mit einem Remis belohnt wurden. Mit unserer negativen Serie werden die Medien zwar ein bisschen unruhig. Aber mit dem Abstieg werden wir nichts zu tun haben.

bundesliga.de: Und mit dem Europapokal?

Williams: Wir hätten an den vergangenen fünf oder sechs Spieltagen auf die europäischen Plätze aufschließen können. Haben wir aber nicht. Deshalb ist das für mich überhaupt kein Thema. Ich befasse mich weder mit dem Abstieg, noch mit der Europa League. Ich schaue nur auf uns, denn das ist das Wichtigste.

Das Gespräch führte Michael Reis