Zusammenfassung

  • Bei Tabellenführer Dortmund kommen die Neuzugänge immer besser in Schwung

  • Gerade Maximilian Phillipp hat sich mit seinem Doppelpack gegen Köln ordentlich Selbstbewusstsein geholt

  • In der Offensive hat der BVB inzwischen fast schon ein Luxusproblem

Dortmund - Borussia Dortmund führt nicht nur die Tabelle an, sondern dreht unter Peter Bosz auch richtig auf. Beim 5:0-Erfolg über den 1. FC Köln brannte der BVB ein Offensivfeuerwerk ab und lieferte dabei gleich zwei Erkenntnisse: Top-Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang knipst wie eh und je. Und die Neuzugänge kommen immer besser in Schwung. Maximilian Philipp beeindruckte nicht nur mit seinem Doppelpack.

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Ein wenig schüchtern habe er ihn in den ersten Tagen wahrgenommen, hat Peter Bosz vor kurzem mal über Maximilian Philipp gesagt. In diesem Sommer wechselte der 23-Jährigevom SC Freiburg zur Borussia. Ohnehin kein Lautsprecher, musste er sich zunächst einmal einfügen in die neue Umgebung und das neue Team. Dass ihm dies aber immer besser gelingt, hat er auf dem Platz unter Beweis gestellt. Und gegen Köln drückte sich das auch in Toren aus.

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Keine zwei Minuten standen auf der Spieluhr, als Philipp nach überragender Vorarbeit und Musterflanke von Andrey Yarmolenko den Ball per Kopf in die Maschen beförderte. Sein erster Treffer im schwarz-gelben Trikot, der dem Youngster ganz offensichtlich noch mehr Selbstvertrauen gab. Wie er nach 79 Minuten mit einem raffinierten Lupfer Gäste-Keeper Timo Horn überwand, hatte Klasse.

"Mit zwei Toren kann man nicht so viel falsch gemacht haben" Maximilian Philipp

Nach engagierten, aber im Abschluss noch etwas glücklosen Auftritten in den ersten Spielen scheint bei dem U21-Europameister nun der Knoten geplatzt zu sein. Zwei Treffer, Elfmeter herausgeholt, 31 Sprints – die Zahlen aus dem Köln-Spiel sprechen für sich. Trotzdem blieb Maximilian Philipp sich auch nach der Partie treu und wehrte Glückwünsche ganz bescheiden ab: "Mit zwei Toren kann man nicht so viel falsch gemacht haben. Es war ganz okay."

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Da neben Philipp auch der zweite Neuzugang für die Dortmunder Offensivreihe, der Ukrainer Andrey Yarmolenko, direkt seine Klasse auf den Platz bringt, kann der BVB einen Gegner wie Köln schon mal schwindelig spielen. Zumal im Sturmzentrum ja immer noch der beste Torjäger der Bundesliga der vergangenen Saison steht: Pierre-Emerick Aubameyang warf gegen die Rheinländer ein ums andere Mal den Turbo an, hatte gute Chancen auf dem Fuß und schnürte am Ende in nur 85 Sekunden mal wieder einen Doppelpack – und das sogar gegen die Kölner, gegen die er bislang bei sechs Anläufen noch nie getroffen hatte.  

Aubameyang: Das Torjägerduell mit Lewandowski ist eröffnet

Insgesamt vier Treffer stehen jetzt auf Aubameyangs Bundesliga-Konto. Das Dauerduell der Knipser mit Robert Lewandowski, der zurzeit auf fünf Tore kommt, ist also auch in dieser Spielzeit wieder eröffnet. Mit US-Boy Christian Pulisic verfügt der Kader von Peter Bosz über einen weiteren Offensivspieler, der ständig für Gefahr sorgt und trotz seines jungen Alters schon eine feste Größe im virtuosen Offensivensemble der Borussia ist. Das vermag so auch ohne den verletzten Marco Reus und ohne das noch nicht spielberechtigte, gerade einmal 17-jährige  Juwel Jadon Sancho jeden Gegner in Schwierigkeiten zu bringen – und die eigenen Fans in Euphorie zu versetzen.

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Ganze 55 Minuten benötigte es in der einseitigen Partie gegen Köln, bis die Anhänger verbal schon mal lautstark und ausgelassen die begehrte silberne Schale ins Visier nahmen: "Wer wird Deutscher Meister? BVB! Borussia!" Bis dahin ist es zwar noch ein weiter Weg, aber die Tabellenführung mit einer Tordifferenz von 10:0-Treffern spricht schon eine deutliche Sprache.

Und nach dem kleinen Schützenfest gegen den 1. FC Köln geriet selbst der sonst so zurückhaltende Maximilian Philipp bei seiner Spielanalyse fast schon ins Schwärmen: "Wir waren von der ersten bis zur letzten Minute dominant. Wir haben schönen Fußball gezeigt und auch in der Höhe verdient gewonnen."

Aus Dortmund berichtet Dietmar Nolte