München - Ein Remis gegen einen Champions-League-Teilnehmer - für viele Clubs hört sich das äußerst respektabel an. Doch der FC Bayern München bleibt mit dem 0:0 im Heimspiel gegen den SV Werder Bremen hinter den eigenen Ansprüchen.

So wusste Kapitän Mark van Bommel auch gleich, was den Bayern derzeit fehlt: "Tore."

Nur zwei Tore bislang

Der Rekordmeister erzielte in dieser Saison erst zwei Treffer an den ersten drei Spieltagen. So torarm waren die Bayern zuletzt vor 40 Jahren. In dieser Bundesliga-Spielzeit ist das gleichauf mit der Torausbeute der Schalker und Stuttgarter die schwächste Offensivleistung.

Die "Torfabrik" landet zu selten im Netz des Gegners. Und das obwohl mit Thomas Müller und Miroslav Klose die deutschen Top-Torjäger der WM 2010 in den Reihen der Münchner stehen, die mit dem baugleichen Spielball "Jabulani" in Südafrika noch für viel Furore gesorgt haben.

Mannschaft ist noch nicht fit

Doch darin liegt genau das Problem, wenn es nach van Bommel geht. "Man hat gesehen, dass die Mannschaft noch nicht hundertprozentig fit ist", sagte der Niederländer. "Man darf auch nicht vergessen, dass Bayern München bei der WM mit elf Leuten bis zum Schluss vertreten war. Das ist ein Riesennachteil, aber das darf keine Ausrede sein."

Philipp Lahm ergänzte: "Es ist nicht nur eine physische Sache, sondern auch eine psychische. Es war eine lange Saison und eine kurze Vorbereitung. Es fehlt noch der Rhythmus."

Van Gaal sieht positive Aspekte

Trotz des Remis gegen Bremen gewann FCB-Trainer Louis van Gaal der Partie auch einige positive Aspekte ab. "Torchancen verwerten kann man nicht trainieren. Man kann nur trainieren, sie mit einem bestimmten Spielstil zu kreieren. Und das habe ich gegen Werder wieder gesehen", erklärte der Coach.

Allerdings scheinen sich die Bremer weiter zum Bayernschreck zu entwickeln. Der FCB hat mittlerweile seit fünf Heimspielen gegen die Hanseaten nicht mehr gewonnen. Gegen kein anderes Team blieben die Bayern in mehr Bundesliga-Heimspielen in Folge ohne Sieg.

Der Abstand zu Tabellenführer 1899 Hoffenheim ist durch das Unentschieden zudem auf fünf Punkte gewachsen. "Das ist noch zu verkraften", meint Sportdirektor Christian Nerlinger. "Ich hoffe, dass wir uns jetzt von Spiel zu Spiel steigern werden. Wir müssen in unseren Rhythmus reinfinden, denn wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen. Aber wir haben uns gegen Bremen viele Chancen erarbeitet, vor allem in der zweiten Halbzeit, und irgendwann werden die auch mal wieder reingehen."

Kein Indiz für den Saisonverlauf

Der durchwachsene Saisonstart sollte den Bayern ohnehin noch kein Kopfzerbrechen bereiten. Denn auch vor 40 Jahren, als die Münchner ebenfalls nur mit zwei Toren in die Saison gestartet waren, spielten sie am Ende wieder um die Meisterschaft mit und verloren den Zweikampf mit Borussia Mönchengladbach erst am letzten Spieltag.

Und in der vergangenen Double-Saison hatten die Bayern nach drei Spieltagen mit zwei Punkten erst halb so viele Zähler wie in diesem Jahr. Ein schleppender Beginn ist beim Rekordmeister also noch lange kein Indiz für eine schwache Saison.

Aus der Allianz Arena berichtet Jessica Pulter