Zusammenfassung

  • Bayern tut sich am 2. Spieltag gegen Bremen über weite Strecken schwer

  • Spielentscheidend sind einmal mehr die genialen Momente von Robert Lewandowski

  • Der Pole steht nun auf Platz 14 der ewigen Bundesliga-Torjägerliste

Bremen – Zwei Spiele, zwei Siege – beim Titelverteidiger FC Bayern München läuft schon wieder alles wie am Schnürchen sollte man meinen. Doch beim 2:0-Auswärtssieg in Bremen war lange noch nicht alles perfekt. Stürmer-Star Robert Lewandowski rettete den Rekordmeister mit zwei Toren und knackte den Bremer Abwehrriegel. Manuel Neuer feierte nach langer Verletzungspause sein Comeback.

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Neuer Bundesliga-Rekord

Eigentlich war alles wie immer, wenn der FC Bayern München gegen Werder Bremen spielt. Die Bayern gewannen auch das 16. Pflichtspiel in Folge gegen Werder (59:8 Tore). Doch dieses Mal sah es fast danach aus, als ob die Bremer endlich die lange Negativserie gegen den Rekordmeister beenden könnten. Das Abwehr-Bollwerk der Hanseaten hielt bis zur 72. Minute, doch dann musste Werder-Keeper Pavlenka doch noch hinter sich greifen. Der eingewechselte Kingsley Coman flankte von rechts und Lewandowski traf aus kurzer Distanz artistisch mit der Hacke. Ein Traumtor.

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Nur drei Minuten später war es wieder der Pole, der dieses Mal ausnahmsweise zentral vor dem Tor Platz hatte und dann Verteidiger Bauer und Keeper Pavlenka mit seinem Schuss tunnelte. "Vor allem in der ersten Halbzeit haben wir viel zu langsam gespielt. In der zweiten Hälfte musste Werder seinem laufintensiven Spiel aber Tribut zollen und wir haben es dann ausgenutzt, auch mit der individuellen Klasse eines Robert Lewandowski", analysierte Rückkehrer Manuel Neuer.

Lewandowski schon in Frühform

Der Bayern-Kapitän musste bei seinem ersten Spiel nach 133 Tagen fast gar nicht eingreifen und musste nicht einen Ball halten. "Ich brauche jetzt Spielpraxis, das wäre das Beste für mich“, so Neuer, der von Bundestrainer Joachim Löw nicht für die zwei WM-Qualifikationsspiele in Tschechien und gegen Norwegen nominiert wurde. Sein Teamkollege Lewandowski ist allerdings schon wieder in beängstigender Frühform und hat bereits schon drei Tore auf seinem Konto. Mit seinem zweiten Treffer in Bremen zog er mit Mario Gomez gleich. Genauso wie der Wolfsburger hat nun auch Lewandowski 154 Tore erzielt und steht mit dem Ex-Bayern auf Platz 14 der ewigen Bundesliga-Torschützenliste.

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Defensive wird besser

Neben dem überragenden Polen zeigte sich vor allem die Bayern-Defensive in besserer Form als beim 3:1-Heimsieg gegen Leverkusen in der Vorwoche. Die Bayern ließen hinten fast nichts anbrennen. Der starke Mats Hunmels und Niklas Süle verloren fast keinen Zweikampf und die Außenverteidiger Joshua Kimmich und David Alaba hielten ihre Seiten dicht und hatten dabei noch viel Zeit sich mit nach vorne einzuschalten. "Gegen Leverkusen hätte das Spiel auch 6:3 ausgehen können. Gegen Bremen standen wir viel kompakter", lobte Neuer.

Noch keinen Rhythmus in der Offensive

Abgesehen vom unverzichtbaren Robert Lewandowski hat Trainer Carlo Ancelotti in der offensiven Dreierreihe dahinter noch nicht seine optimale Formation gefunden. In Bremen spielte der wiedergenesene Thiago auf der zentral offensiven Mittelfeldposition, Thomas Müller saß nur auf der Bank. Die Routiniers Franck Ribery und Arjen Robben bildeten die Außenbahnen rieben sich aber zu oft an der Bremer Defensive auf. Die eingewechselten Coman (für Robben) und Müller (für Ribery) leiteten beide Lewandowski Tore ein und sammelten Pluspunkte.

Trotz der Kreativprobleme stehen die Bayern nach zwei Siegen auf Platz zwei punktgleich hinter dem BVB. Dass es noch nicht ganz rund läuft, ist für Manuel Neuer überhaupt kein Problem. "Ich glaube keine Mannschaft in der Bundesliga ist am 2. Spieltag schon bei 100 Prozent. Wir wissen, dass wir uns noch verbessern müssen." Das nächste Bundesliga-Spiel bestreiten die Bayern dann am 9. September bei der TSG Hoffenheim. Da verloren die Bayern zuletzt mit 0:1.

Aus Bremen berichtet Alexander Barklage