Zusammenfassung

  • Nach anfänglichen Schwierigkeiten gewinnt Bayern auch gegen Wolfsburg

  • Vor allem die Einwechslungen von Müller und Lewandowski zahlen sich aus

  • Trotz der wichtigen Champions-League-Partie gegen Besiktas will die Mannschaft auch in der Bundesliga immer gewinnen

Wolfsburg – Als sich die Zuschauer in der Volkswagen Arena schon mit einem Remis zwischen dem VfL Wolfsburg und FC Bayern München abgefunden hatten, schlug der Rekordmeister noch einmal zu und siegte dank eines verwandelten Foulelfmeters von Robert Lewandowski. Die Bayern schonten sich vor dem wichtigen Champions-League-Achtelfinal-Hinspiel am Dienstag gegen Besiktas Istanbul nicht. Gewinnen ist einfach zu schön, erklärte Thomas Müller.

Der junge Gian-Luca Itter absolvierte sein erstes Bundesliga-Spiel gleich in der Allianz Arena gegen den FC Bayern München. Gegenspieler des damals 18-Jährige war kein Geringerer als Arjen Robben. Doch beim 2:2 des VfL in der Hinrunde hatte der junge Itter den Niederländer sehr gut im Griff und daran erinnerte sich auch Wolfsburgs Coach Martin Schmidt. Er stellte Itter auch am Samstag wieder als Linksverteidiger auf. Dieses Mal sollte Arjen Robben aber das letzte Wort haben. Der 34-Jährige entwischte in der Nachspielzeit dem Wolfsburger, der sich nur noch mit einem Foul behelfen konnte. Den Rest erledigte Robert Lewandowski. Der erst zehn Minuten vor dem Schluss eingewechselte Bayern-Stürmer verwandelte den Strafstoß eiskalt und sicherte den Bayern dann doch den Sieg gegen aufopferungsvoll kämpfende Wolfsburger. Lewandowski hat somit die letzten 17 Bundesliga-Elfmeter alle verwandelt und stellte damit den Rekord von Ex-Bayern-Keeper Hans-Jörg Butt ein.

Robben unterbricht Strafstoß-Serie

Die erfolgreiche Elfmeter-Serie der Bayern unterbrach ausgerechnet Arjen Robben. In der 55. Minute scheiterte er am Belgier Koen Casteels. Zuvor hatten die Bayern 14 Strafstöße in Folge in der Bundesliga verwandelt (elf Mal Lewandowski, dreimal Müller). "Meinen letzten Elfmeter haben ich im Champions League-Endspiel 2012 gegen Chelsea verschossen. Alle sechs Jahren mal einen Elfmeter zu verschießen, ist doch eine ganz gute Quote", konnte Robben nach der Partie über seinen Fauxpas lachen. 

Arjen Robben im Duell mit Gian-Luca Itter © imago / MIS

In Wolfsburg wirbelte Trainer Jupp Heynckes seine Mannschaft wie erwartet mächtig durcheinander. Nur drei Spieler (Robben, Ribery, Ulreich) standen auch beim vergangenen Bundesliga-Spiel gegen Schalke auf dem Rasen. James Rodriguez und der angeschlagene Kingsley Coman wurden geschont und machten genauso wie der gelbgesperrte Arturo Vidal den Weg nach Niedersachsen gar nicht erst mit. So hatten die Bayern in der ersten Hälfte noch Probleme in Fahrt zu kommen. "Es war nicht unbedingt eine Einstellungssache, sondern eher eine Verständnis-Sache. Die Mannschaft hat ein bisschen gebraucht, um sich aneinander zu gewöhnen. Aber nichtsdestotrotz war es eher eine Sache von fünf, sechs Metern, die man sich auf dem Spielfeld besser positioniert hat. Wir haben den Ball ganz gut laufen lassen, auch schon in der ersten Halbzeit, aber ohne wirklich Gefahr nach vorne auszustrahlen. Das haben wir dann in der zweiten Halbzeit besser gemacht", erklärte Thomas Müller im Interview.

Zielstrebiger mit der Einwechslung von Müller

Erst mit der Einwechslung von Müller wurde der FC Bayern dann in Halbzeit zwei zielstrebiger. Zunächst köpfte Sandro Wagner nach Robben-Vorarbeit das 1:1 (65.), dann, wie bereits berichtet, schlug Lewandowski vom Punkt eiskalt zu und erzielte sein 20. Saisontor. In der Schlussphase hätten sich die Bayern auch mit einem 1:1 begnügen können, der Vorsprung an der Spitze der Bundesliga ist groß genug. Sie hätten etwas Kräfte schonen können im Hinblick auf das Duell mit dem türkischen Meister am Dienstag in der Champions League. Die Bayern schenken aber keine Spiele ab, dafür macht ihnen das Siegen viel zu viel Spaß. "Man muss der Mannschaft ein Kompliment machen. Wir wollen jedes Spiel gewinnen, das ist einfach unsere Mentalität und Qualität," lobte Arjen Robben die Einstellung der Mannschaft.

Video: Lewandowski spielt in eigener Liga

Am Dienstag hat Trainer Jupp Heynckes jetzt ein Luxusproblem. Bis auf den verletzten Manuel Neuer stehen ihm alle Spieler zur Verfügung - auch Rückkehrer Thiago. Der Spanier stand nach dreimonatiger Verletzungspause wieder auf dem Platz und ist eine weitere Option im Mittelfeld. "Es fehlt mir noch die Spielpraxis, aber ich bin froh wieder auf dem Platz zu stehen", war Thiago nach seinem 62-minütigen Debüt sichtlich erleichtert.

Aus Wolfsburg berichtet Alexander Barklage