Double-Gewinner Bayern München wird unabhängig vom Ausgang des Champions-League-Finals gegen Inter Mailand am Samstag die Nachfolge vom FC Barcelona als Europas Fußball-Vorbild übernehmen.

Das erklärte Professor Simon Chadwick, der seit drei Jahren für die Europäische Fußball-Union (UEFA) die europäischen Top-Teams analysiert.

"Der FC Barcelona war in den vergangenen Jahren das Maß aller Dinge. Nun ist aber Bayern München das absolute Vorbild für die Zukunft des europäischen Fußballs. Sie spielen einen sehr modernen Fußball. Und es hat in Europa eine absolute Strahlkraft, dass so viele Spieler aus Deutschland für die Bayern spielen. Selbst wenn Inter gewinnt, könnte es für Europa nie diese Funktion erfüllen. Denn man sucht dort in der Startformation ja vergeblich nach Italienern", sagte Chadwick.

"Die Bundesliga ist eine absolut sympathische Marke"

Dieses Phänomen führt laut Chadwick auch zu den jährlichen Zuschauerrekorden in der Fußball-Bundesliga.

"Selbst in England liebt man jetzt die Spiele der Bundesliga, weil sie so ausgeglichen ist und zahlreiche deutsche Spieler in den Mannschaften zu finden sind. Die Bundesliga wird in den kommenden Jahren noch näher an die Premier League heranrücken. Sie ist eine absolut sympathische Marke und wird durch den Aufstieg von St. Pauli noch sympathischer", sagte der Engländer.

"Hochprofitabel" und "näher am traditionellen Fußball"

Ein Glücksfall für die Bundesliga sei zudem die 50+1-Regel, die es Investoren verbietet, mehr als die Hälfte der Anteile an einem Bundesliga-Club zu halten.

"Für den Zusammenhalt zwischen Fans und Verein ist diese Regel enorm wichtig. Die Bundesliga ist ja auch ohne einen Glazer oder Abramowitsch hochprofitabel und zudem viel näher dran am traditionellen Fußball. Das merkt der Fan und strömt ins Stadion, auch wenn aktuell noch mehr Topstars in England zu finden sind", sagte Chadwick.