Osnabrück - Mit halber Kraft, aber dennoch vollkommen mühelos hat der Triple-Gewinner Bayern München seinen ersten Pflichtspielsieg unter Pep Guardiola eingefahren. Vier Tage vor dem Bundesliga-Start schonte der neue Trainer beim 5:0 (2:0) in der 1. Pokalrunde beim Viertligisten Schwarz-Weiß Rehden einige Stars und konnte sich spätestens zur Halbzeit zurücklehnen: Xherdan Shaqiri (18.) und Thomas Müller (45.) hatten bis dahin die Hoffnung des krassen Außenseiters auf eine Sensation bereits zerstört. Nach der Pause verwandelte Müller einen Foulelfmeter (59.) und traf ein weiteres Mal per Kopf (64.), auch Arjen Robben durfte sich noch in der Torschützenliste verewigen (88.).

65 Tage nach dem Triple-Gewinn ließ Guardiolas Aufstellung keine großen Schlüsse zu. Ohne Kapitän Philipp Lahm, Thiago, Franck Ribery und Javi Martinez ließ der Star-Trainer ein System mit drei Spitzen spielen, den einzigen Sechser gab Bastian Schweinsteiger. Mario Götze war erwartungsgemäß noch nicht dabei, auch Claudio Pizarro stand nicht im Kader.

Rehden vergibt Chancen zum Ehrentreffer



Der Außenseiter aus Rehden, einem 1.850-Einwohner-Dorf im Landkreis Diepholz, war für das mit Abstand größte Spiel seiner Vereinsgeschichte ins 65 km entfernte Osnabrück umgezogen. 16.600 Zuschauer, rund die Hälfte Bayern-Fans, wollten sehen, wie sich die Feierabend-Kicker gegen die Megastars des FC Bayern schlagen.

Das taten die Gastgeber im Rahmen ihrer beschränkten Mittel. Selbstverständlich ließen die Bayern Ball und Gegner laufen, und phasenweise mussten die Rehdener minutenlang zuschauen. Doch es bot sich auch die Chance für einen ganz, ganz großen Moment: Nach einem Rafinha-Fehler schlenzte Alexander Neumann den Ball knapp neben das Bayern-Tor (28.). Auch Danny Arend (74.) hätte den Nationaltorhüter Manuel Neuer mit einem Halbvolley beinahe überlistet.

Bayern gewinnen souverän



Zum Zeitpunkt der ersten Chance stand es schon 1:0 für die Bayern. Shaqiri hatte seine Fußspitze in einen Schuss von Arjen Robben gehalten und den Ball über die Linie gelenkt. Müller traf danach zunächst per Kopf, als den Amateuren die Kraft ausging, gab es den Elfmeter, den Müller humorlos und platziert verwandelte.

Generell war der Meister, DFB-Pokal-Sieger und Champions-League-Sieger kaum gefordert, es war eine bessere Trainingseinheit. Am Freitag (ab 20 Uhr im Live-Ticker) dürfte das anders aussehen, wenn sich Borussia Mönchengladbach in München die Ehre gibt. Wohl auch deshalb ließ sich Schweinsteiger auswechseln, nachdem er einen Schlag auf sein Knie erhalten hatte (61).

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