Zusammenfassung

  • Franck Ribery dreht seit Beginn der Rückrunde so richtig auf

  • Der Franzose spielt um einen neuen Vertrag und liefert derzeit ab

  • Sein Tor in Mainz bezeugte seine technische Extraklasse

Mainz - Erst leitete Franck Ribery mit einer mutigen Direktabnahme zum 1:0 den 2:0-Auswärtssieg des FC Bayern München beim 1. FSV Mainz 05 ein, dann düste dieser 34 Jahre alte Fußballer nach seinem Tor im Vollsprint in jener 33. Minute Richtung Ersatzbank, wurde dort, von seinen Mitspielern umringt, gefeiert. Szenen, die zwei Dinge zeigen.

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Erstens: Da will es einer im fortgeschrittenen Fußballalter noch einmal wissen. Und Zweitens: Dieser Franck Ribery erfreut sich großer Beliebtheit im Mannschaftskreis. Im Sommer läuft der Vertrag des Franzosen in München aus, nichts würde er lieber tun, als noch ein weiteres Jahr beim FC Bayern zu spielen, für den er seit 2007 in 370 Spielen 114 Tore und 174 vorbereitet hat. Nach einer vermaledeiten Vorrunde mit einer schweren Verletzung (Außenbandriss im Knie) kommt Ribery vor der entscheidenden Saisonphase immer besser in Schwung. Man kann sagen: Je länger die Saison dauert, umso mehr dreht Ribery auf. Nachdem er in der Vorrunde torlos geblieben war, bedeutete sein Tor in Mainz schon das zweite im vierten Rückrundeneinsatz.

Schuss ins Glück: Franck Ribery trifft zum 1:0
Schuss ins Glück: Franck Ribery trifft zum 1:0 © imago / Huebner

Die Bayern enteilen der Konkurrenz auf dem Weg zum sechsten Meisterschafstitel in Serie, aber im Pokal am Dienstag in Paderborn und im Champions-League-Achtelfinale gegen den türkischen Meister Besiktas Istanbul warten Herausforderungen in zwei weiteren Wettbewerben. Und da kann es nicht schaden, wenn ein Franck Ribery sich wieder seiner Topform nähert. Sein Tor in Mainz bezeugte seine technische Extraklasse.

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Auch Abwehrchef Mats Hummels, der nach Verletzung sein Startelfdebüt feierte, staunte: "Die Direktabnahme zeugt wirklich von großer individuellen Klasse. Ich habe mir noch überlegt, den Fuß reinzuhalten. Ich bin heilfroh, dass ich es dann doch nicht gemacht habe, sonst hätte ich das Ding dann noch versemmelt." Manchmal brauche man solche Tore, sagt Hummels. Denn außer Riberys Geniestreich hatten die Bayern in der ersten Halbzeit in Mainz nur noch eine weitere Torchance. Und die verwertete James Rodriguez ebenfalls in Weltklassemanier (44.): Der Kolumbianer ließ nach einer wundervollen Flanke von Corentin Tolisso den Ball von seiner Brust abprallen und verwandelte dann spektakulär mit einem Seitfallzieher.

"Die Direktabnahme zeugt wirklich von großer individuellen Klasse" Mats Hummels (FC Bayern München)

Als Franck Ribery in der 82.Minute nach einem großen Laufpensum gegen Kingsley Coman ausgetauscht wurde, war der Applaus der Bayern-Fans riesig. Der Franzose tritt derzeit mit starken Leistungen dem Eindruck entgegen, eine mögliche Vertragsverlängerung könnte der Dank für einen verdienten Spieler sein, der mit den Bayern schon alles gewonnen hat. Ribery vermittelt den Eindruck, dass er immer weiter gewinnen will.

Das sagte er jüngst auch in einem Interview der "SportBild". "Ich fühle mich gut, ich kann noch zwei Jahre auf Top-Niveau spielen", so der Dribbler, der glaubt: "Meine Präsenz ist sehr wichtig für die Mannschaft, für die Stimmung. Es geht nicht nur um Aktionen auf dem Feld." Doch in Mainz hat Ribery erneut gezeigt, dass eben auch auf dem Sportplatz noch stark mit ihm zu rechnen ist. Jupp Heynckes darf sich in der entscheidenden Phase der Saison auf einen Franck Ribery "on fire" freuen.

Aus Mainz berichtet Tobias Schächter