Nach über 600 Tagen zurück an die Spitze: Der FC Bayern München will gleich zum Rückrunden-Auftakt erstmals seit 17. Mai 2008 wieder die Tabellenführung in der Bundesliga übernehmen und damit ein erstes Zeichen setzen.

Mit einem Sieg am Freitag gegen 1899 Hoffenheim (Fr., ab 20 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) würden die Bayern zumindest für 19 Stunden an Spitzenreiter Bayer Leverkusen und Schalke 04 vorbeiziehen. "Wir wollen gleich ein Signal an die Liga geben", sagte Torwart Jörg Butt. "Die Möglichkeit, mit einem Sieg gleich Erster zu sein, wäre nicht so schlecht", meinte auch Bastian Schweinsteiger.

"Wir wollen Meister werden"

Für die Bayern soll das Spiel gegen Hoffenheim aber nur der erste Schritt auf dem Weg zurück nach ganz oben sein. "Unser Ziel ist, die Meisterschaft wieder nach München zu holen. Es wird daher wichtig sein, konzentriert und engagiert aus den Startlöchern zu kommen", betonte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Auch für Trainer Louis van Gaal ist das Ziel klar: "Wir wollen Meister werden."

Die Münchner sind der festen Überzeugung, die Grundlagen für den 22. Titel in der kurzen Winterpause im Trainingslager in Dubai gelegt zu haben. "Ich glaube, wir werden gut bleiben", sagte van Gaal nach zuletzt sechs Pflichtspielsiegen in Folge. Präsident Uli Hoeneß zeigte sich vor dem Startschuss ebenfalls optimistisch: "Wir werden sicher schon bald wieder oben stehen."

Ribery muss noch pausieren

Sportdirektor Christian Nerlinger sprach von "besten Voraussetzungen in allen drei Wettbewerben. Ich bin hundertprozentig überzeugt, dass die Substanz für große Erfolge da ist." Allerdings warnte er auch vor einem Fehlstart gegen Hoffenheim. Es wäre alles "Schall und Rauch, wenn es am Freitag schief geht".

Bei ihrem Angriff auf die Spitze müssen die Bayern zunächst auf Mittelfeldstar Franck Ribery verzichten. Der Franzose steht nach seiner Zehenverletzung zwar schon wieder im Mannschaftstraining, van Gaal verzichtet aber dennoch auf den Nationalspieler und rechnet erst am nächsten Spieltag gegen Werder Bremen wieder mit Ribery.

Ralf Rangnick kämpferisch

Dafür hat Arjen Robben seine in Dubai erlittene Sprunggelenksverletzung auskuriert und wird am Freitag erste Wahl sein. Der Niederländer soll Mario Gomez und Ivica Olic im Sturm mit Vorlagen füttern. Für Nationalspieler Miroslav Klose, der am Dienstag bei der siegreichen Generalprobe in Basel (3:1) zwei Treffer erzielt hatte, bleibt dagegen zunächst nur ein Platz auf der Ersatzbank.

Die Münchner Luxusprobleme hätte Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick wohl gerne. Doch trotz einiger Verletzungssorgen hat Rangnick eine klare Vorgabe: "Wir wollen in München ein richtig gutes Spiel machen und Punkte holen. Wenn wir insgesamt mehr Punkte holen als in der Vorrunde, können wir an die ersten fünf Plätze ranschnuppern."

Verletzungssorgen bei Hoffenheim

Die TSG bangt noch um Spielmacher Carlos Eduardo. Hinter dem Einsatz des Brasilianers, der Probleme mit der Patellasehne hat, steht nach Angaben von Rangnick noch "ein kleines Fragezeichen". Definitiv verzichten müssen die Hoffenheimer auf Luiz Gustavo (gesperrt), Chinedu Obasi, Isaac Vorsah (beide beim Afrika-Cup), Tobias Reis, Matthias Jaissle und Prince Tagoe (alle im Aufbautraining).

Nach dem Spiel gegen die Bayern stehen für Hoffenheim gegen Leverkusen und Schalke zwei weitere Herausforderungen an. Doch Nationalspieler Andreas Beck sieht das eher als Anreiz: "Dass die Topmannschaften der Liga auf uns warten, hat uns durch die Vorbereitung getragen. Wir sind gut gerüstet. Es ist wieder eine gewisse Euphorie da. Die Mannschaft lebt."