Zusammenfassung

  • Der Titel in der Bundesliga ist Bayern nur noch schwer zu nehmen, was auch Mats Hummels und Thomas Müller so sehen

  • Die Debatte um die Zukunft von Trainer Jupp Heynckes beeindruckt die Spieler wenig

  • Vor dem Pokalspiel gegen Paderborn warnt Müller: "Das köönte ein große Fight werden"

Mainz - Thomas Müller fasste nach dem 2:0 (2:0)-Auswärtssieg seines FC Bayern München beim 1. FSV Mainz 05  die Situation in der Bundesliga nach dem 21. Spieltag so zusammen: "So richtig spannend wird es vorne nicht mehr werden", sagte der Nationalspieler und lächelte dabei sein typisch spitzbübisches Thomas Müller- Lächeln.

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Auch Kollege Mats Hummels denkt nicht mehr wirklich, dass dem Rekordmeister der sechste Titelgewinn in Serie noch zu nehmen sein wird bei 18 Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten. Also rechnete Hummels, prüfungssicher in Prozentrechnung, vor: "Wir haben noch 13 Spiele und sechs Spiele Vorsprung. Das ergibt eine dreihundertprozentige Chance auf den Titel, es müsste schon ein mittelgroßes Wunder passieren, wenn das noch schiefgeht."

"Bei einem fast 73-Jährigen über Zukunft zu reden, das ist ja schon lustig."

Das Fehlen von wirklichen Überraschungen im Ligaalltag lenkt bei den Bayern den Blick seit Wochen deshalb auf die Frage, wer den Rekordmeister in der nächsten Saison trainieren wird. Der Freundschaftsdienst von Jupp Heynckes endet ja am Ende der Saison. Aber hat Heynckes nach der sogenannten Charmeoffensive der Clubbosse Ulrich Hoeneß und Karl-Heinz-Rummenigge für eine Vertragsverlängerung irgendwann in den letzten Wochen gesagt, er kehre wirklich nach der Saison auf seinen Bauernhof im Rheinland zu Frau und Hund zurück? Auch am Samstag erklärte der 72-Jährige lediglich: "Bei einem fast 73-Jährigen über Zukunft zu reden, das ist ja schon lustig." Es werde dazu keinen Kommentar mehr von ihm geben: "Das langweilt die Leute da draußen."

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Die Spieler beeindruckt die etwas andere Trainer-Diskussion ohnehin nicht, sie feierten in Mainz den zehnten Pflichtspielsieg in Serie. Thomas Müller müllerte zum Trainergedöns: "Das ist auch kein Thema, das im Februar ganz entscheidend ist. Im Moment gibt es nicht viel, was man über den FC Bayern schreiben kann, das nach Sensation ruft." Okay, am Samstag erzielten Franck Ribery und James Rodriguez die beiden Tore spektakulär in Weltklassemanier (33.; 44.). Aber das ist ja nicht sensationell, diese Spieler haben Direktabnahmen (Ribery) oder Seitfallzieher (Rodriguez) eben in ihrem Repertoire. Wobei: Diese Mannschaft und ihre Könner spielen zu sehen, ist für sich alleine genommen schon eine Attraktion.

Seitfallzieher und Direktabnahmen im Repertoire

Die Mainzer spielten gut, aber die Bayern waren einfach zu gut für sie. Und aus ihren vielen Chancen machten die 05er keine Tore. "Wir haben zwei Fehler zu viel gemacht, das reicht den Bayern", haderte der Mainzer Verteidiger Abdou Diallo. Dass die Feinabstimmung in der Defensive der Münchner nicht immer hundertprozentig stimme, nehme er in Kauf, wenn er viel rotiere, erklärte Heynckes. Er wolle alle Spieler fit und gesund in den kommenden Wochen haben.

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Am Dienstag geht es im Pokal nach Paderborn und im Champions-League-Achtelfinale dann Ende Februar gegen Besiktas Istanbul. Auch in diesen Wettbewerben wollen die Münchner am Ende als Erster über die Ziellinie gehen, deshalb ist es nachvollziehbar, wenn Heynckes jedem Spieler Spielpraxis gibt und so nicht nur den Konkurrenzkampf schürt, sondern auch die Stimmung in der Kabine positiv hält.

In Mainz beließ Heynckes zunächst Lewandowski, Alaba und Coman auf der Ersatzbank, Robben, Kimmich und Süle kamen gar nicht zum Einsatz, Vidal und Martinez fehlten verletzt. Und dennoch war der Sieg gegen wackere Mainzer am Ende ungefährdet. Für den Pokal-Auftritt bei Drittligist Paderborn schärfte Thomas Müller unnachahmlich die Bayern-Sinne. "Ich schätze, dass uns dort kein grüner Teppich ausgerollt wird - das könnte schon ein großer Fight werden." Die Bayern sind sehr fokussiert. Das ist weder eine gute Nachricht für Paderborn, noch für Besiktas und die Konkurrenz in der Bundesliga.

Tobias Schächter