Zusammenfassung

  • Niko Kovac bleibt nach der ersten Saisonniederlage ruhig und gelassen.
  • Der Bayern-Trainer will mit seinen Spielern an der Chancenverwertung arbeiten.
  • Kovac ist sicher, dass die Mannschaft eine Reaktion zeigen wird.

Berlin - Nach der ersten Saisonniederlage demonstriert Trainer Niko Kovac vom FC Bayern München Gelassenheit, weiß aber auch schon, an welchen Stellschrauben er jetzt drehen muss.

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Ruhig und gelassen wirkte er, fast schon gut gelaunt. Dabei hatte die Manschaft von Bayern-Trainer Niko Kovac soeben die erste Pflichtspielniederlage in dieser Saison erlitten. 0:2 in Kovac' alter Heimat Berlin, und das nicht einmal unverdient. "Wir haben zwei Fehler zu viel gemacht", konstatierte der 46-Jährige nüchtern.

Bayerischer Chancenwucher

Hinten zwei Mal gepatzt – und vorne mit den Chancen gewuchert. 24 zu sechs Torschüsse und 14 zu eins Ecken sprechen eine deutliche Sprache. Wie schon unter der Woche im Spiel gegen den FC Augsburg, als hochüberlegene Bayern nur zu einem 1:1-Unentschieden kamen, war die Chancenverwertung beim FCB das große Thema. Gegen die bayerischen Schwaben standen am Ende elf zu zwei Chancen auf dem Zettel, und auch in Berlin hatte es genug Möglichkeiten vor dem Tor von Ex-Bayern-Keeper Thomas Kraft gegeben, die Partie zu drehen.

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"Wir haben trotz der Niederlage ein ordentliches Spiel gemacht", fand Kovac. "Wenn man als Bayern München 0:2 in Berlin verliert, glaubt einem keiner, dass man mit der Leistung der eigenen Mannschaft zufrieden sein kann." Phasenweise habe sein Team, vor allem in der zweiten Halbzeit, sich gut durchkombiniert. Das einzige, was gefehlt habe, war, "dass man die Tore macht". Er werde deshalb nun nicht alles schwarzmalen, so Kovac, immerhin sei es die erste Niederlage im neunten Pflichtspiel gewesen. "Das ist gar nicht so schlecht", betonte der Bayern-Coach, um im selben Atemzug hinzuzufügen: "Obwohl wir natürlich andere Ansprüche haben."

Niko Kovac ist mit der Chancenverwertung seiner Mannschaft nicht einverstanden © imago / DeFodi

"Wenn wir unsere Chancen wieder verwerten, wird unsere Leistung auch wieder anders bewertet werden", war sich Kovac sicher. Zwei Hinweise gab er dann aber doch noch, woran es trotz spielerischer Überlegenheit und dickem Chancenplus gehapert hatte. "Das Quäntchen mehr Konzentration" bei der Verwertung der Torgelegenheiten habe gefehlt. Und: "Wir müssen dann auch mal aufs Tor schießen", so Kovac. Der eine oder andere Schlenker vor dem gegnerischen Gehäuse war ihm zu viel. "Daran werden wir arbeiten", kündigte der gebürtige Berliner an.

"Wer die Bayern kennt, weiß, dass wir uns das nicht so einfach gefallen lassen werden" Niko Kovac (Trainer FC Bayern München)

Kovac weiß aber genau: Jetzt ist die Zeit der Signale. "Ich sehe nicht die letzten zwei Spiele, sondern alle neun Partien", so Kovac. Und nun kämen noch einmal zwei wichtige Spiele vor der nächsten Länderspielpause: Das Champions-League-Duell in der heimischen Allianz-Arena gegen Ajax Amsterdam am Dienstag und vier Tage später an selber Stelle das Bundesliga-Topspiel gegen Borussia Mönchengladbach.

Auch die feinen Pässe von Thiago führen am 6. Spieltag nicht zum Ziel © gettyimages / Boris Streubel

Qualitativ ist die Mannschaft ohnehin über jeden Zweifel erhaben. Doch müssen die Spieler zu einer Reaktion gereizt werden? Oder geht es eher darum, die Reihen nach außen geschlossen zu halten? Niko Kovac hat in seiner Fußballkarriere genug erlebt, um zu wissen, dass es jetzt eine Kampfansage nach außen braucht. Und so ruft Kovac der Fußballwelt zu: "Wer die Bayern kennt, weiß, dass wir uns das nicht so einfach gefallen lassen werden."

Aus Berlin berichtet Andre Anchuelo