Die EURO 2008 war für Bastian Schweinsteiger eine Achterbahn der Gefühle. Erst saß er gegen Polen auf der Bank, dann sah er gegen Kroatien die Rote Karte und nach dem Portugal-Spiel wurde er gefeiert.

Dennoch hat der 23-Jährige das Turnier schon abgehakt und will eigentlich nicht mehr darüber sprechen.

Schlussstrich

Gegenüber bundesliga.de ließ er sich dann aber doch noch ein paar Worte zum Turnier in Österreich und der Schweiz entlocken. "Die EURO ist vorbei und die Vergangenheit zählt ja heute nicht mehr so viel, deswegen ist sie auch schon abgehakt. Es bringt ja auch nichts, da noch groß darüber nachzudenken. Wir sind Zweiter geworden, die Leute sind zufrieden und ich hoffe, wir haben den vielen Menschen in den Fanmeilen und sonst überall eine Freude bereiten können mit dem was wir erreicht haben. Deswegen war es auch eine ganz gute Sache für uns."

Nach zweieinhalb Wochen Urlaub zählt für den Mittelfeldakteur wieder sein Arbeitgeber Bayern München. "Die Konzentration gilt jetzt der Deutschen Meisterschaft und dem DFB-Pokal und natürlich so weit wie möglich in der Champions League zu kommen", steckt Schweinsteiger gegenüber bundesliga.de die Ziele für die kommende Saison ab.

Selbstbewusst in den Konkurrenzkampf

Wie oft er auf dem Weg zu diesen Zielen auch auf dem Feld stehen wird, ist ungewiss. Gerade im Mittelfeld ist bei den Bayern der Konkurrenzkampf am größten und mit Tim Borowski wurde ein weiterer Mittelfeldakteur verpflichtet. Eine Tatsache, die dem Youngster aber nicht wirklich Kopfzerbrechen bereitet. "Ich kann links spielen, ich kann rechts spielen, ich kann in der Mitte spielen. Das ist die Entscheidung vom Trainer wo er mich hinstellt und ich werde überall mein Bestes geben. Ich glaube, ich habe bei der EURO gezeigt, wozu ich in der Lage bin", zeigt er sich gegenüber bundesliga.de selbstbewusst. "Ich habe keine Angst vor dem Konkurrenzkampf. Ich habe immer meine Spiele gemacht und werde auch in der kommenden Saison meine Spiele machen".

Das wäre auch wichtig für die weitere Zukunft des 23-Jährigen. Sein Vertrag beim deutschen Rekordmeister läuft am Ende der kommenden Saison aus. Seit 2002 spielt Schweinsteiger für die Bayern in der Bundesliga und erzielte in 153 Begegnungen 15 Tore. Und die Chancen auf eine weitere Zusammenarbeit stehen nicht schlecht.

"Bayern München ist meine Heimat"

"Ich habe bei Bayern einen Vertrag bis 2009. Natürlich hat jeder Spieler mal Gedanken ins Ausland zu wechseln, eine neue Mentalität kennenzulernen. Aber ich fühle mich hier bei den Bayern wohl. Es tut sich sehr viel, es geht alles bergauf, es bewegt sich etwas zum Positiven. Bayern München ist meine Heimat und Bayern wird auch mein erster Ansprechpartner sein", kündigt Schweinsteiger für die Vertragsverhandlungen an.

Und bei einer langfristigen Bindung an die Münchner könnte sich der Nationalspieler auch vorstellen, die Nachfolge von Oliver Kahn anzutreten und die Kapitänsbinde zu übernehmen. "Jeder Spieler will Kapitän werden bei einem großen Club. Ich bin jetzt schon seit sechs Jahren bei den Bayern. Der Trainer wird schon wissen, wen er als Kapitän aufstellt. Ablehnen würde ich das Kapitänsamt sicher nicht", gibt Schweinsteiger zu, der nach dem Franzosen Willy Sagnol, der seit der Saison 2000/01 das Trokot des FCB trägt, der dienstälteste Akteur im Profikader der Bayern ist.

Und vielleicht kommen noch viele Jahre dazu.

André Wagner