München - Der letzte Schritt fiel schwerer als gedacht, umso größer war daher die Erleichterung beim FC Bayern München. Mit dem 2:0-Heimsieg gegen den FC Ingolstadt machte der Tabellenführer einen Spieltag vor Ende der Hinrunde die Herbstmeisterschaft perfekt. "Das gibt uns ein gutes Gefühl", sagte Kapitän Philipp Lahm. Auf dem Weg zum ersehnten Titelgewinn ist das erste Zwischenziel erreicht.

Mit der fünften Herbstmeisterschaft in Folge schrieb der Rekordmeister Geschichte, eine solche Serie schaffte bislang noch keine Mannschaft in der Bundesliga. Insgesamt überwintert der FC Bayern zum 21. Mal auf Platz eins. "Es ist immer schön, wenn man über die Weihnachtsfeiertage und über Neujahr Tabellenführer ist", hob Lahm die Bedeutung dieser Momentaufnahme hervor.

Weit mehr als die halbe Miete

Mit Blick auf die Meisterschaft ist der Herbstmeistertitel ein gutes Omen. In den bisherigen 52 Spielzeiten gewann 35 Mal der Herbstmeister später auch den Titel - das entspricht 67 Prozent. Die Bayern holten sogar in 85 Prozent der Fälle die Schale. Nur drei Mal verpassten die Münchner nach Platz eins zur Winterpause am Ende noch den Meistertitel, zuletzt passierte dies in der Saison 2011/12.

Insgesamt gingen bereits 17 Herbstmeister am Saisonende leer aus. Den heftigsten Absturz erlebte die TSG Hoffenheim in der Saison 2008/09, als nach Platz eins zur Halbzeit am Saisonende nur Platz sieben heraussprang. Die Kraichgauer sind damit der einzige Herbstmeister, der den Europapokal verpasste. Die Bayern rutschten als Herbstmeister schlimmstenfalls noch auf Platz zwei ab. Allein das ist dem Rekord-Herbstmeister trotz der souveränen Tabellenführung Warnung genug.

"Müssen in jedem Spiel Gas geben"

"Es sind noch viele Spiele bis zum Ende", mahnte Bayerns Toptorjäger Robert Lewandowski. Schon am Sonntagabend kann der BVB mit einem Sieg zum Abschluss des Spieltags gegen Eintracht Frankfurt den Abstand wieder auf fünf Punkte verringern. "Daher müssen wir in jedem Spiel Gas geben und versuchen, die drei Punkte zu holen", betonte Lewandowski.

Gegen Ingolstadt hatte die Mannschaft von Pep Guardiola auch bedingt durch die Ausfälle von Arjen Robben, Franck Ribery, Douglas Costa und Mario Götze damit aber zunächst Probleme. Erst ein Kraftakt in der zweiten Halbzeit brachte die Bayern auf die Siegerstraße. "Diese Mannschaft hat gelernt, miteinander zu kämpfen, um das hohe Niveau zu erreichen", lobte Trainer Guardiola die Einstellung seines Teams.

Guardiola zieht zufrieden Bilanz

Hinsichtlich der langen Liste an verletzten Spielern kommt den Bayern die nahende Winterpause ganz gelegen. Vor allem gibt sie den Münchnern Zeit, um nach der ersten Saisonhälfte durchzuatmen und Kraft zu tanken für die kommenden Aufgaben. "Unsere Saison war gut bis jetzt", bilanzierte Guardiola, "aber ich hoffe, dass wir in dieser Saison wieder besser spielen können, als in unseren letzten zwei, drei Spielen."

Nach der ersten Saisonniederlage bei Borussia Mönchengladbach vergangene Woche, haben die Münchner in die Erfolgsspur zurückgefunden und mit dem vorzeitigen Gewinn der Herbstmeisterschaft ihre Spitzenposition gefestigt. Geht es nach Philipp Lahm, soll sich an der Tabellenposition so schnell auch nichts ändern: "Wir wollen immer ganz oben stehen." Am liebsten auch am 34. Spieltag.

Aus München berichtet Maximilian Lotz