Mailand - 276 Tage nach der Finalpleite gegen Inter Mailand hat Mario Gomez Bayern München eine hervorragende Ausgangsposition für eine erfolgreiche Revanche in der Champions League beschert.

Im Achtelfinal-Hinspiel kam der deutsche Rekordchampion durch das Last-Minute-Tor von Gomez (90.) am Mittwochabend zu einem 1:0 (0:0)-Sieg beim Titelverteidiger aus der Lombardei und hat damit im Rückspiel am 15. März vor eigenem Publikum alle Trümpfe in der Hand. Das Finale vor neun Monaten hatten die Bayern in Madrid mit 0:2 gegen Inter verloren.

Inter mit besserem Start

Zum Auftakt der Wochen der Wahrheit präsentierten sich Arjen Robben, Frank Ribery und Co. vor 80.000 Zuschauern im Giuseppe-Meazza-Stadion nach anfänglichen Schwierigkeiten von einer sehr guten Seite und tankten reichlich Selbstvertrauen für die anstehenden Aufgaben in der Bundesliga gegen den souveränen Tabellenführer Borussia Dortmund und im nationalen Pokal-Halbfinale gegen Vizemeister Schalke 04. Die erste Möglichkeit des Spiels hatten nach nur 120 Sekunden aber die Gastgeber, als Innenverteidiger Andrea Ranocchia in der noch unsortierten Bayern-Abwehr frei zum Schuss kam, das Ziel aber knapp verfehlte.

In der 12. Minute versuchte sich Ribery mit einer Direktabnahme, die aber ebenso misslang wie viele anderen Aktionen des Franzosen, der beim Finale 2010 gesperrt war. Acht Minuten später fasste sich Luiz Gustavo ein Herz und probierte es gegen die kompakte Inter-Abwehr mit einem Schuss aus 25 Metern. Kurz darauf scheiterte der ehemalige Hoffenheimer erneut.

Kraft rettet für Bayern, die Latte für Inter

Bayern-Torwart Thomas Kraft musste dann in der 23. Minute gegen Esteban Cambiasso retten, ehe der stärker werdende Ribery 60 Sekunden später per Kopf nur das Aluminium traf. In der 28. Minute verpasste Torjäger Mario Gomez die Münchner Führung. Fünf Minuten später verhinderte erneut Kraft einen Rückstand der Gäste, als er bei dem offenen Schlagabtausch glänzend gegen Samuel Eto o rettete. Maicon vergab kurz vor dem Halbzeitpfiff noch eine gute Gelegenheit für den 18-maligen italienischen Meister.

Für Danijel Pranjic war die Begegnung nach 38 Minuten bereits beendet, der angeschlagene Kroate wurde in der Innenverteidigung durch Breno ersetzt, der seine Sache ordentlich machte.

Robben an den Pfosten

Die erste Chance in Hälfte zwei hatten die Bayern, als WM-Torschützenkönig Thomas Müller in der 47. Minute mutterseelenallein im Strafraum zum Kopfball kam, dem Ball aber nicht richtig traf. Die beste Gelegenheit zur Führung verpasste allerdings Robben, der sechs Minuten später nach einer feinen Einzelleistung nur den Pfosten traf. Bis zum Schluss kämpften beide Teams mit offenem Visier. Bayern-Keeper Kraft wehrte noch mit einem Reflex einen Kopfball von Thiago Motta ab (85.).

Der deutsche Meister konnten seine stärkste Formation aufbieten, nachdem der angeschlagene Gomez und Kraft Entwarnung gegeben hatte. Ribery und Robben konnten trotz manch guter Einzelaktionen dem Match aber ihren Stempel noch nicht so aufdrücken, wie von FCB-Trainer Louis van Gaal erhofft.

Milito auch für Rückspiel fraglich

Bei den Gastgebern fehlte Torjäger Diego Milito, der im letztjährigen Finale beide Treffer gegen die Bayern erzielt hatte, wegen einer Oberschenkel-Verletzung. Auch im Rückspiel ist eine Teilnahme des Argentiniers äußerst fraglich. Der ehemalige Münchner Lucio, der zuletzt über Adduktorenprobleme geklagt hatte, stand dagegen ebenso wieder in der Startformation des Club-Weltmeisters wie der Niederländer Wesley Sneijder, Cristian Chivu, Dejan Stankovic und Esteban Cambiasso, der Nationalspieler Holger Badstuber vor das ein oder andere Problem stellte.