München - Die erste Elf des FC Bayern München formierte sich bereits auf dem Rasen, da nahm einer, der dort schmerzlich vermisst wurde, seinen ungewohnten Platz auf der Tribüne ein. Nach seiner Schulterprellung aus dem Bundesligaspiel gegen Borussia Dortmund, musste Robert Lewandowski die bittere 1:2-Niederlage im Viertelfinal-Hinspiel gegen Real Madrid tatenlos mitansehen. Im Rückspiel hoffen die Bayern auf seine Rückkehr und die Wende.

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Bei Arturo Vidals Führungstreffer in der 25. Minute sprang Lewandowski noch jubelnd auf und klatschte anerkennend Beifall. Seine Mannschaft erweckte zu diesem Zeitpunkt den Eindruck, es auch ohne ihren besten Torjäger mit Real Madrid aufnehmen zu können. Mit 26 Toren führt der 28-Jährige in der Bundesliga die Torschützenliste an, in der Champions League hat er in seinen bisherigen acht Einsätzen in dieser Saison sieben Mal getroffen.

Lewandowskis Ausfall "darf keine Ausrede sein"

"Lewandowski ist so gut wie unser einziger Stürmer, Thomas Müller ist eher ein hängender Stürmer", sagte Kapitän Philipp Lahm. Der gegen Real auf Lewandowskis Position agierende Müller wurde häufig als Anspielstation gesucht, kam vor dem Tor aber nicht so zur Geltung und blieb ohne Abschluss. "Der Ausfall war natürlich bitter, wir werden sehen, ob er nächste Woche spielen kann oder nicht", beklagte Lahm Lewandowskis Fehlen. Und Arjen Robben ergänzte: "Robert ist ganz, ganz wichtig. Super Spieler fehlen uns immer. Aber das darf keine Ausrede sein und darf auch nicht entscheidend sein."

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Schließlich hatten die Münchner das Spiel auch ohne Lewandowski im ersten Durchgang im Griff. "Wenn wir in der ersten Halbzeit ein bisschen cooler, cleverer und mit noch breiterer Brust aufgetreten wären, hätten wir auch 2:0 oder 3:0 führen können", sagte Manuel Neuer. Am Ende konnten sich die Bayern bei ihrem Torhüter bedanken, dass das Ergebnis noch im Rahmen blieb. Mit starken Paraden und Reflexen brachte Neuer Karim Benzema, Cristiano Ronaldo und Co. fast zur Verzweiflung - und hatte am Ende doch zwei Mal das Nachsehen gegen Ronaldo.

Bayern fahren optimistisch nach Madrid

"Das ist natürlich bitter. Wir haben uns eine andere Ausgangslage erhofft. In der ersten Halbzeit sah es nicht danach aus, dass wir mit 1:2 verlieren", haderte Neuer hinterher. Der verschossene Elfmeter von Vidal kurz vor der Pause, der schnelle Ausgleich nach dem Seitenwechsel (47.) und die Gelb-Rote Karte für Javi Martinez (61.) waren die Knackpunkte und ließen das Spiel letztlich in die andere Richtung kippen. Aufgeben ist für den Rekordmeister vor dem Rückspiel aber natürlich keine Option. "Wir haben alle Möglichkeiten", zeigte sich Lahm kämpferisch. "Wir können auch in Madrid gewinnen, nur müssen wir da mehr zeigen."

Ein Einsatz des im Hinspiel wegen einer Sprunggelenksverletzung fehlenden Mats Hummels ist dabei noch nicht ganz ausgeschlossen. "Wir haben Zeit, um Hummels wieder zurück ins Team zu bringen", sagte Trainer Carlo Ancelotti, der am kommenden Dienstag an alter Wirkungsstätte im Santiago Bernabeu auch noch auf den gesperrten Martinez verzichten muss.

In der Offensive soll es möglichst Lewandowski richten. "Wir hoffen natürlich, dass Lewandowski wieder spielen kann", sagte Ancelotti. Für das Bundesligaspiel am Samstag bei Bayer Leverkusen ist der Pole wegen seiner fünften Gelben Karte definitiv kein Thema, deshalb bleibt ihm Zeit, sich von seiner Schulterprellung zu erholen.

Halbfinal-Serie soll fortgesetzt werden

Unabhängig vom Personal geht Robben jedenfalls davon aus, dass die Wende noch gelingen wird. "Wir werden uns sehr gut vorbereiten und ein gutes Spiel machen. Davon bin ich überzeugt", sagte der Niederländer. In den vergangenen drei Jahren war für die Bayern in der K.o.-Phase jeweils gegen ein Team aus Spanien Endstation. Allerdings haben die Münchner zuletzt auch fünf Mal in Folge das Halbfinale in der Champions League erreicht. Geht es nach Robben, soll diese Serie am kommenden Dienstag nicht reißen. "Wir haben noch nicht verloren - und so müssen wir das Spiel angehen."

Aus München berichtet Maximilian Lotz

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