Nyon/München - Als Paul Breitner ManUnited-Bezwinger FC Basel als Gegner von Bayern München zog, konnte er sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Beim Blick auf Bayer Leverkusens Duell mit dem Titelverteidiger FC Barcelona musste aber auch "Glücksfee" Breitner tief durchatmen.

Während dem FC Bayern im Champions-League-Achtelfinale ein vermeintlich leichter Gang bevorsteht, hat Leverkusen in Barca das Hammerlos schlechthin erwischt.

"Vorfreude ist größer als der Frust"

"Wir hätten gegen Barcelona gerne etwas später gespielt. Es macht aber auch Spaß gegen eine Mannschaft, die als beste der Welt gilt. Die Vorfreude ist größer als der Frust. Ich habe keine Ahnung, wie sie zu knacken sind", sagte Bayers Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser trotz der schier unlösbaren Aufgabe in den Duellen am 14. Februar und 7. März "Wir sind der krasse Außenseiter. Barca ist ganz großer Favorit", sagte Sportdirektor Rudi Völler bei "Sky Sport News HD".

Zum deutschen Rekordmeister ist das Losglück dagegen zurückgekehrt. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge blieb daher im heimischen München ganz cool, hob aber dennoch sofort nach der Auslosung mahnend den Zeigefinger. "Unterschätzen darf man niemanden, angenehme Gegner gibt es nicht mehr. Wir müssen top-konzentriert spielen", sagte er: "Dass wir Favorit sind, ist klar. Aber wir werden es auch beweisen müssen".

Basel, das vom deutschen Newcomer Heiko Vogel trainiert wird, ist neben APOEL Nikosia die Überraschungsmannschaft der bisherigen Champions-League-Saison. Das Ex-Team von HSV-Coach Thorsten Fink hat in der Gruppenphase Manchester United sensationell aus dem Wettbewerb geworfen.

Bayern-Profis gewarnt

Der Weg für den FC Bayern zum Traumfinale am 19. Mai 2012 in der heimischen Allianz Arena könnte nun aber zumindest bis ins Viertelfinale leichter als gedacht werden. "Basel ist eine lösbare Aufgabe", sagte Trainer Jupp Heynckes, der bereits vor der Auslosung Gelassenheit ("Ich bin da cool") ausstrahlte. Zumal ihm im neuen Jahr auch Mittelfeldchef Bastian Schweinsteiger wieder zur Verfügung steht.

Dennoch übten sich auch die Spieler weitgehend in Zurückhaltung. "Spontan freuen wir uns über dieses Los, aber Vorsicht! ManUnited weiß spätestens jetzt, wie gefährlich Basel ist", sagte Arjen Robben. "Wenn wir hundert Prozent spielen, werden wir das schaffen", ergänzte Franck Ribery selbstsicher. Von einer "machbaren Aufgabe" gegen eine "gefährliche Mannschaft" sprach Kapitän Philipp Lahm. Das Hinspiel in Basel wird am 22. Februar stattfinden, am 13. März folgt dann die Begegnung in München.

Völler: "Der Druck ist ganz klein"

Leverkusen muss sich zunächst im eigenen Stadion eine möglichst gute Ausgangsposition verschaffen, um zumindest eine Minimalchance auf das Viertelfinale zu haben. "Für die Zuschauer und unsere jungen Spieler ist es sicher ein Traumlos. Wir müssen alles abrufen, was möglich ist. Jeder muss ans Limit gehen und Barcelona einen schlechten Tag erwischen. Wir haben nichts zu verlieren, der Druck ist ganz klein", sagte Völler.

Hannover gegen Daum-Club

Pokalsieger Schalke 04 trifft in der Zwischenrunde der Europa League auf den tschechischen Meister Viktoria Pilsen. Schalke tritt im Hinspiel am 16. Februar zunächst auswärts an, am 23. Februar wird das Rückspiel in Gelsenkirchen ausgetragen. Hannover 96 spielt als zweiter deutscher Vertreter gegen den von Christoph Daum trainierten FC Brügge. Die Niedersachsen tragen das erste Spiel in der heimischen AWD-Arena aus.

In einem möglichen Achtelfinale würde Schalke auf Twente Enschede oder Vorrundengegner Steaua Bukarest treffen. Hannover würde in der Runde der letzten 16 gegen Wisla Krakau oder Vorrundengegner Standard Lüttich spielen.