Frankfurt/Main - Nach dem 1:1 bei Eintracht Frankfurt muss der FC Bayern München Hannover 96 vorbeiziehen lassen und erlebt einen Dämpfer im Rennen um Platz 3, der zur Qualifikation an der Champions-League berechtigt.

"Wir haben es nicht mehr in der eigenen Hand", erklärte Offensivspieler Thomas Müller "extrem enttäuscht". "Sehr bedenklich" sei das Ergebnis für den FC Bayern im Saisonendspurt.

Gomez bedient

Noch drei Spiele sind zu spielen und die Bayern müssen auf einen Ausrutscher von Hannover 96 hoffen, um doch noch Rang 3 zu erreichen. Derzeit sind die Münchner auf Rang 4 einen Zähler schlechter positioniert als die Niedersachsen.

Erst ein spät verwandelter Foulelfmeter von Mario Gomez (89.) rettete dem deutschen Rekordmeister das Unentschieden. Sebastian Rode hatte die Eintracht in Führung gebracht, als er in der 54. Minute aus zehn Metern den Ball unhaltbar für Bayern-Torhüter Jörg Butt ins Netz drosch. "Die Moral war gut, aber insgesamt war es trotzdem zu wenig", sagte Gomez, der seinen 23. Saisontreffer erzielte und seine Führung in der Torschützenliste der Bundesliga somit ausbaute.

Bruch nach 20 Minuten

Auch Bayerns Interimstrainer Andries Jonker war unzufrieden mit der Leistung seiner Spieler. "In dieser Situation musst du gewinnen. Wenn du nach Frankfurt fährst und die Eintracht ist abstiegsgefährdet, dann geht es um drei Punkte. Wir sind enttäuscht."

Seine Mannschaft hatte gut angefangen in der ausverkauften Commerzbank Arena und in den ersten 20 Minuten vier große Einschussmöglichkeiten zur Führung nicht genutzt. "Das Problem ist, wenn du die Tore nicht machst, kommen die Zweifel und die Fehler", sagte Jonker. Das Spiel seiner Mannschaft sei "abgebrochen" ab der 20. Minute resümierte der Niederländer. Wenn man dem Gegner zu viele Kontermöglichkeiten lasse, sei es logisch, dass der dann irgendwann eine nutze.

Zufrieden war Jonker dann erst wieder mit den letzten 20 Minuten, als die Bayern, wie er sagte, wieder mit "großem Herz" um den Ausgleich kämpften. Für das ganze Spiel aber, rügte der Trainer, sei dies zu wenig gewesen, seine Mannschaft habe zwischendurch die Kontrolle verloren. Die Bayern trafen auf einen taktisch geschickt verteidigenden Gegner und konnten das Tempo bei sommerlichen Temperaturen nicht immer hoch halten.

Kopf-an-Kopf-Rennen mit 96

Einzig Thomas Müller, Bayerns bester Spieler, machte auf der rechten Angriffsseite permanent Druck. "Für die guten Ansätze können wir uns aber nichts kaufen", haderte aber der Nationalspieler. Vielleicht habe man sich nach dem 5:1-Sieg gegen Bayer Leverkusen vom vergangenen Wochenende zu sicher gefühlt, vermutete Gomez, der zudem bemängelte, dass die Bayern wieder einmal auswärts nicht gewinnen konnten. Die Münchner gewannen nur fünf von 16 Begegnungen auf fremdem Platz.

An der Ausgangslage für die nächsten drei Spiele habe sich laut Gomez aber nichts geändert. "So oder so hätten wir die drei letzten Spiele gewinnen müssen", sagte der Nationalspieler. Doch selbst, wenn ihnen das gelingt, müssen die Bayern nun hoffen, dass Hannover nicht auch alle drei verbliebenen Spiele gewinnt.

Die Niedersachsen empfangen noch Borussia Mönchengladbach und den 1. FC Nürnberg zuhause und müssen noch in Stuttgart antreten. Die Münchner treten in der heimischen Allianz Arena noch gegen den FC Schalke und den VfB Stuttgart an und müssen dazwischen zum FC St. Pauli reisen.

Es bleibt also spannend bis zum Schluss im Rennen um Platz 3.

Tobias Schächter