München - Im Halbfinale des DFB-Pokals kommt es zum vorweggenommenen Endspiel: Cup-Verteidiger Bayern München trifft am 2. März um 20:30 Uhr auf Vizemeister Schalke 04 - wie im Vorjahr. Das zweite Semifinale bestreiten die beiden Zweitligisten MSV Duisburg und Energie Cottbus (Dienstag, 20:30 Uhr).

"Das ist auf jeden Fall eines Finales würdig", sagte Franz Beckenbauer über das Bundesliga-Duell, das am Sonntagabend in der "ARD-Sportschau" Nationalspielerin Inka Grings und Schauspieler Daniel Brühl gezogen hatten.

Hoeneß' Wunschlos - Magaths Befürchtung

"Für die Bayern ist es wichtig, dass sie ein Heimspiel haben. Sie haben es in der Hand, ins Endspiel zu kommen", erklärte Beckenbauer bei "Sky" weiter. Bayern-Präsident Uli Hoeneß hatte sich genau diese Paarung gewünscht: "Ein Heimspiel gegen Schalke", hatte er nach dem 4:0 im Viertelfinale bei Alemannia Aachen gesagt.

Für Schalkes Trainer Felix Magath wurde dagegen die schlimmste Befürchtung Realität. "Das Los hat uns gewiss die sportlich größtmögliche Herausforderung beschert. Aber wir haben aus dem Vorjahr noch eine Rechnung in Sachen Halbfinale mit den Bayern offen", sagte der Coach und Manager, für dessen Team damit der Weg in den Europapokal besonders schwierig wird: "Unser Ziel lautet trotz dieser schweren Aufgabe weiterhin Berlin."

Zweitligist im Europapokal?

Bei den Zweitligisten waren die Reaktionen unterschiedlich. "Duisburg hatte das Glück, das wir nicht hatten. Wir haben drei Bundesligisten ausgeschaltet, da haben wir schon gehofft, dass unsere Leistung mit einem Heimspiel gekrönt wird", sagte Cottbus-Trainer Claus-Dieter Wollitz enttäuscht: "Aber es handelt sich um ein Losverfahren. Trotzdem haben wir eine Chance. Natürlich darf man nicht vergessen, dass Duisburg einen Vorteil hat, weil sie das Heimspiel haben."

MSV-Abwehrspieler Julian Koch war dagegen begeistert: "Als wir als erstes Los gezogen worden sind, bin ich erstmal richtig abgehoben. Dass es Cottbus war, habe ich im ersten Augenblick gar nicht mit bekommen, nur gedacht: Ein Heimspiel, super!" Damit steht am 21. Mai in Berlin erstmals seit 2004 wieder ein Club aus dem "Unterhaus" im Pokalfinale. Damals verlor Alemannia Aachen 2:3 gegen Werder Bremen.

Ein Zweitligist könnte damit auch wie vor sieben Jahren den Europapokal erreichen: Sollte Bayern als Champions-League-Teilnehmer das Endspiel erreichen, wäre der Finalgegner auch bei einer Niederlage für die Europa League qualifiziert.

Bilanz spricht für die Bayern

Das Halbfinalduell Bayern gegen Schalke gab es schon im Vorjahr: Damals setzten sich die Münchner durch ein Tor von Arjen Robben in der Verlängerung mit 1:0 in Gelsenkirchen durch, im Endspiel besiegte der Rekordgewinner Bremen mit 4:0.

Die Pokalbilanz gegen die "Königsblauen" spricht für den FC Bayern. In sieben von acht Duellen setzten sich die Münchner durch. Lediglich in der Saison 2001/02 schaltete Schalke mit 2:0 nach Verlängerung die Münchner aus. Unvergessen ist das legendäre 6:6 vom nach Verlängerung am 2. Mai 1984, als der 18-jährige Olaf Thon drei Tore erzielte.