Bayern München hat das nächste Ausrufezeichen in der Champions League gesetzt und sich mit der zweiten Gala binnen zwei Wochen schon für das Viertelfinale warmgeschossen.

Der deutsche Rekordmeister gewann nach dem 5:0 im Hinspiel auch das Achtelfinal-Rückspiel gegen Sporting Lissabon leicht und locker mit 7:1 (4:1) und setzte damit seine beeindruckende Serie in Europa in dieser Saison weiterhin fort. Für die Bayern war es zudem der bislang höchste Sieg in der Champions League.

Positiv-Rekord gegen Werders Negativ-Rekord

Im Viertelfinale, das am 20. März ausgelost wird und das die Bayern zum neunten Mal erreicht haben, droht der Mannschaft von Trainer Jürgen Klinsmann nun aber ein richtig dicker Brocken. Mit zwölf Treffern in zwei Spielen der K.o.-Runde sorgten die Bayern zudem für einen Rekord, nachdem in dieser Statistik bislang Olympique Lyon durch seine Erfolge im CL-Achtelfinale 2004/05 gegen Werder Bremen (7:2, 3:0) vorne gelegen hatte.

In der Allianz Arena sahen den erwarteten Spaziergang des klar überlegenen Bundesliga-Zweiten gegen überwiegend desolat auftretende Gäste. Durch den Erfolg gegen Sporting haben sich die in der "Königsklasse" in dieser Saison weiterhin ungeschlagenen Münchner auch für die anstehenden Aufgaben in der Liga das nötige Selbstvertrauen geholt. Am Samstag muss der Rekordmeister zum VfL Bochum.

"Poldi" legt vor und nach

In einer unterhaltsamen Partie leitete Lukas Podolski den sechsten Sieg im achten Champions-League-Spiel in dieser Spielzeit mit einem Doppelpack ein. In der 7. Minute traf der Nationalspieler, der erneut für den verletzten Luca Toni in der Anfangsformation stand, mit einem sehenswerten Gewaltschuss von der Strafraumgrenze. Das 2:0 erzielte der künftige Kölner begünstigt vom schwachen Lissabon-Keeper Rui Patricio per Fallrückzieher (34.).

Nur fünf Minuten später traf Anderson Polga per Eigentor zum 3: 0, ehe Joao Moutinho mit einem Weitschuss für Ergebniskosmetik sorgte (42.). Jörg Butt, der wie angekündigt Stammkeeper Michael Rensing vertrat, hatte beim Schuss des Sporting-Kapitäns keine Abwehrchance. Doch nur eine Minute später stellte Bastian Schweinsteiger den Drei-Tore-Abstand wieder her.

Es "Müllert" wieder

Mark van Bommel erhöhte in der 74. Minute nach Vorarbeit des eingewechselten Amateurs Thomas Müller, ehe Miroslav Klose in der 82. Minute mit einem verwandelten Foulelfmeter traf. Für den Nationalspieler war es bereits der siebte Treffer in der laufenden Saison, so viele Tore hat noch kein deutscher Spieler in einer Saison in der "Königsklasse" erzielt. Müller sorgte in der 90. Minute für den Endstand.

Während Sporting erschreckend schwach auftrat, setzten die Münchner auch ohne die verletzten Toni, Franck Ribery, Hamit Altintop und Tim Borowski die Vorgaben von Klinsmann weitgehend um, der trotz des klaren Hinspiel-Erfolges an die Ehre seiner Mannschaft appelliert und vollen Einsatz gefordert hatte. Dies sei man den Fans schuldig.

"Wir wollten von der ersten Sekunde an zeigen, wer Herr im Haus ist", erklärte Klinsmann nach Abpfiff. "Die Mannschaft hat es ernst angehen lassen. Sporting hat schnell gemerkt, dass nichts zu holen ist. Und dann kam auch das Spielerische. Wir haben jetzt zehn ganz, ganz heiße Wochen vor uns. Da brauchen wir auch Lukas Podolski, und er hat heute den absoluten Willen gezeigt."

Butt ist zur Stelle

Nach der Pause schalteten die Münchner angesichts der bevorstehenden Aufgaben und des klaren Vorsprungs einen Gang zurück. Lissabon kam dadurch für kurze Zeit besser ins Spiel, bei den wenigen Chancen, wie durch Simon Vukcevic (67.), war auf Butt Verlass.

Im zweiten Durchgang konnte es sich Klinsmann, der zunächst auf größere Wechselspielchen verzichtet hatte, sogar leisten, den Ersatzspielern Jose Sosa und Breno eine Bewährungschance einzuräumen.