München - Am Samstag gegen den 1. FSV Mainz 05 kann sich der FC Bayern München zum ersten März-Meister der Bundesliga-Geschichte krönen (ab 15 Uhr im Live-Ticker). Allerdings ist der Rekordmeister an diesem Spieltag noch abhängig von den Ergebnissen von Borussia Dortmund und Schalke 04.

"Ich gehe nicht davon aus, dass beide verlieren. Es herrscht auch nicht das Gefühl in der Mannschaft, dass es klappt", sagte Arjen Robben am Donnerstag. Was aber auch nicht weiter tragisch sei, meinte sein Kollege Toni Kroos: "Wir warten auch noch ein, zwei Spieltage", so der Nationalspieler.

Die Bayern schauen sowieso nur auf sich. "Wir wollen einfach weitermachen. Wir wollen das Spiel gewinnen, das ist das Einzige was zählt", ergänzte Robben, der unter der Woche seinen Vertrag um weitere drei Jahre verlängert hat. Vor dem kommenden Gegner hat der Niederländer großen Respekt. "Die Mainzer spielen eine gute Saison", lobte er. In der Tat: In den letzten elf Partien musste der FSV nur eine einzige Niederlage einstecken.

Kroos warnt vor Tuchels Systemwechseln

Das sei auch ein Verdienst von Trainer Thomas Tuchel, befand Kroos. "Mainz spielt sehr variabel und hat viele verschiedene Systeme im Repertoire. Das macht sie gefährlich“, analysierte der 24-Jährige. Im Hinspiel hatten die Rheinhessen die Münchner 45 Minuten lang geärgert und waren durch Maxim Choupo-Moting sogar in Führung gegangen. Mit der Einwechslung von Mario Götze drehten die Roten dann jedoch auf und entschieden die Partie noch mit 4:1 für sich. "Wenn du in einen Käfer steigst, kannst du nicht davon ausgehen, gegen einen Ferrari zu gewinnen", monierte Tuchel damals.

Und dieser Ferrari will auch weiterhin auf Hochtouren laufen. "Wir müssen einfach das Tempo und den Rhythmus hochhalten", forderte Robben. Deshalb werde es auch keine große Party geben, falls man demnächst schon vorzeitig Meister werde, kündigte er an. "Wir haben noch viele Spiele", sagte der 30-Jährige. Kroos hingegen hat eine weitere Motivationsspitze für das Team: Ihn reize es sehr, ungeschlagen durch die Saison zu kommen. "Das wird schwer genug, denn dafür müssen wir die Konzentration hochhalten."

Robben: "Es kommt, wie es kommt"

Konzentration ist auch das Stichwort, wenn es um den Henkelpott geht. Als erstes Team wollen die Münchner den Champions-League-Titel verteidigen. Am Freitag (ab 12 Uhr im Live-Ticker) wird in Nyon der Gegner für das Viertelfinale ausgelost. Wünsche gibt es keine. "Es ist mir egal. Es kommt, wie es kommt. Ich freue mich einfach schon auf die beiden Spiele, die da kommen", sagte Robben. Noch nie sei ein Viertelfinale so gut besetzt gewesen, fügte Kroos hinzu. "Das sind momentan wirklich die acht besten Teams in Europa. Da entscheidet die Tagesform."

Zu diesen besten Mannschaften zählt auch Borussia Dortmund. Sowohl Kroos als auch Robben lobten den zweiten deutschen Viertelfinalisten. "Es würde zeigen, dass die Dortmunder und wir viel richtig gemacht haben, wenn wir zwei weitere Spiele gegeneinander austragen müssten“, sagte der Niederländer zur Möglichkeit eines deutschen Duells. Auch wenn man in der Liga weit vor den Schwarz-Gelben liege, sehe es in zwei K.o.-Duellen anders aus, mahnte Kroos. Die Borussen müssten außerdem derzeit auf viele Stammkräfte verzichten. Wenn am Freitag die Loskugeln geöffnet werden, verriet Robben, werde sich die Mannschaft von Trainer Pep Guardiola auf dem Trainingsgelände vor dem Fernseher versammeln - und sich eventuell auf ein Duell mit Borussia Dortmund vorbereiten müssen.

Von der Säbener Straße berichtet Michael Sapper