Leverkusen - Nach der heißen Schlacht in Hamburg am vergangenen Bundesliga-Spieltag ist es vielleicht gar nicht schlecht, dass es für Bayer Leverkusen in der Champions League noch ein gutes Stück weiter in den kühlen Norden geht. Mit einem Sieg bei Zenit St. Petersburg hätte Bayer zwei Spieltage vor dem Ende der Gruppenphase fünf Zähler Vorsprung auf Rang 3. Es wäre die halbe Miete im Kampf um den Achtelfinaleinzug.

Damit das gelingt, sollte sich Leverkusen am Dienstagabend (ab 17:45 Uhr im Liveticker) aber nicht mehr so leicht aus der Spur werfen lassen, wie zuletzt beim abstiegsbedrohten HSV. "Die Unruhe, die aus den vielen Zweikämpfen und Fouls entstand, hat uns schon ein wenig aus dem Konzept gebracht. Wir wollten unser Spiel aufziehen, aber das ist uns dann nicht mehr gelungen", gestand Bernd Leno im Interview mit bundesliga.de nach der 0:1-Pleite und der emotionalen Rückkehr von Hakan Calhanoglu in die Hansestadt.

Erst ein Auswärtssieg für Bayer

Auswärts ist der Motor der Werkself zuletzt ins Stocken geraten. Dem 2:0-Auftaktsieg bei Borussia Dortmund folgten in der Bundesliga zwei Remis und zwei Niederlagen. Zu wenig, um mit dem Tempo der Spitzengruppe um Mönchengladbach, Wolfsburg und München mitzuhalten. Auch in der Champions League ging der bislang einzige Auftritt in der Fremde in Monaco mit 0:1 verloren.

Kurz vor dem Abflug nach Russland erreichte die ohnehin schon vom Verletzungspech gebeutelten Leverkusener  die nächste Hiobsbotschaft. Kyriakos Papadopoulos verletzte sich im Abschlusstraining und fällt für den Rest der Hinrunde aus. Der Engpass im defensiven Mittelfeld, wo der Grieche zuletzt auflief, nimmt damit schon fast bizarre Formen an. Simon Rolfes, Stefan Reinartz, Gonzalo Castro und jetzt auch noch Papadopoulos - vier potenzielle Leistungsträger für den zentralen Bereich fallen aus.

Wer spielt neben Lars Bender?

"Wir haben noch einige Optionen auf dieser Position, eine Entscheidung habe ich noch nicht getroffen", ließ Trainer Roger Schmidt den Partner von Lars Bender vor der Abwehr noch offen. Das macht die ohnehin nicht leichte Aufgabe beim souveränen Tabellenführer der russischen Liga nicht einfacher. Zenit St. Petersburg verlor nur eines der vergangenen 13 Heimspiele im Europapokal (sieben Siege, fünf Remis).

Roger Schmidt hat großen Respekt vor der Aufgabe in der russischen Metropole: "Ich erwarte eine kampfbetonte Partie auf sehr hohem Niveau", so der Bayer-Trainer. Vielleicht kann die Werkself die Lehren aus der Schlacht in Hamburg direkt in drei Punkte in der Champions League ummünzen. So heiß wie in der Imtech Arena wird es im Stadion Petrovski mit Sicherheit nicht werden. Und das nicht nur wegen der Temperaturen.

Florian Reinecke