Auch ohne Michael Ballack hat Bayer Leverkusen die Gruppenphase der Europa League erreicht. Die mit einer B-Elf angetretenen Rheinländer mussten im Play-off-Rückspiel beim ukrainischen Pokalsieger Tawrija Simferopol trotz des souveränen 3:0-Erfolgs aus dem Hinspiel sogar noch einmal kurzzeitig zittern, kamen durch ein 3:1 (0:1) aber letztlich souverän weiter.

In einem hektischen und phasenweise chaotischen Spiel war der Außenseiter bereits in der 5. Minute durch einen Handelfmeter von Issy Lucky Idahor in Führung gegangen. Bayer schaffte durch einen Foulelfmeter von Arturo Vidal aber den Ausgleich (50.). Ein Eigentor von Denys Golaido (74.) und ein Treffer von Gonzalo Castro in der Nachspielzeit bescherten Leverkusen schließlich sogar noch den glücklichen Auswärtssieg. "In der ersten Halbzeit haben wir uns schwer getan, aber nach dem Ausgleich wurde es souveräner," lautete das Fazit von Bayer-Trainer Jupp Heynckes.


Ohne Ballack und Hyypiä

Der Bayer-Trainer schonte neben Ballack, der in Leverkusen blieb, auch Nationalstürmer Stefan Kießling, Abwehrchef Sami Hyypiä, Renato Augusto und dem im Hinspiel zweimal erfolgreichen Michal Kadlec. Dies rächte sich früh: Nach dem ersten Eckball fabrizierte Eren Derdiyok ein völlig unnötiges Handspiel, Idahor ließ Rene Adler beim fälligen Strafstoß keine Chance.

Leverkusen brauchte eine Weile, um sich von diesem Schock zu erholen. Die neuformierte Elf fand kaum zu ihrem Rhythmus. Allein Lars Bender versuchte sich immer wieder als Antreiber.

Vidal verwandelt Elfmeter

In der zerfahrenen Partie verlor Schiedsrichter Alexandru Tudor aus Rumänen öfters die Übersicht. Zunächst verwarnte er den Leverkusener Burak Kaplan wegen einer vermeintlichen Schwalbe zu Unrecht (26.), dann gab er Holaido und Hanno Balitsch nach einer heftigen Rangelei ebenfalls nur jeweils Gelb (30.), zwei Minuten nach dem Leverkusener Ausgleich verweigerte er Bayer einen weiteren ganz klaren Strafstoß.

Den Elfmeter in der 50. Minute nach einem Foul von Ewgen Luzenko an Tranquillo Barnetta verwandelte der etatmäßige Schütze Vidal diesmal ungehindert. Im Hinspiel hatte er den Ball nach einem Disput noch Ballack überlassen müssen.

Adler pariert mehrere Schüsse glänzend

Mit dem Gegentreffer schwanden auch die Hoffnungen der Ukrainer, die nun noch vier Tore benötigt hätten. Symbolisch gingen nach und nach einzelne Strahler an den riesigen Flutlichtmasten aus. Bayer, das nach der Einwechslung von Renato Augusto für Kaplan zur Pause nun besser im Spiel war, musste nur noch wenige bange Minuten überstehen. So in der 61. Minute, als Adler mit einer Glanzparade gegen Olexandr Kowpak das 1:2 verhinderte. Praktisch im Gegenzug verspielte Renato Augusto durch seine Eigensinnigkeit die Gäste-Führung, als er den mitgelaufenen Balitsch übersah.

Stenogramm:

Simferopol: Postransky - Markovic, Monakow, Muchowikow (34. Leandro) - Holaido, Luzenko (57. Platon), Galjuza, Kornjew - Ljubenovic - Idahor (80. Feschuk), Kowpak. - Trainer: Puschkow

Leverkusen: Adler - Schwaab, Friedrich, Reinartz, Vidal - Balitsch, Bender - Castro, Kaplan (Renato Augusto 46.), Barnetta (79. Kadlec) - Derdiyok (79. Jörgensen).- Trainer: Heynckes

Schiedsrichter: Alexandru Dan Tudor (Rumänien)

Tore: 1:0 Idahor (5., Handelfmeter), 1:1 Vidal (50., Foulelfmeter), 1:2 Holaido (74., Eigentor), 1:3 Castro (90.+2)

Zuschauer: 10.700

Rote Karten: keine

Gelb-Rote Karten: keine

Gelbe Karten: Monakow, Holaido, Ljubenovic - Derdiyok, Kaplan, Balitsch, Castro, Barnetta