Es war ein aus sportlicher Sicht unglücklicher Abschluss einer ereignisreichen Woche für Bayer 04 im Reich der Mitte. Im zweiten und letzten Testspiel der China-Reise trennte sich die "Werkself" am Mittwoch von der A-Nationalmannschaft Chinas vor rund 20.000 Zuschauern im Stadion von Jiangyin mit 0:3.

Die Reisestrapazen der vergangenen Woche und ein starker Gegner sorgten dafür, dass Bayer 04 rund 20 Minuten Zeit benötigte, um auf Betriebstemperatur zu gelangen. Bis dahin gab es bereits einige brenzlige Situationen zu überstehen.

Die Chinesen wirkten einen Tick spritziger und verschafften sich dadurch auch zwei Einschussmöglichkeiten. Allerdings hatte Fabian Giefer im Leverkusener Tor einen starken Tag erwischt und konnte mit zwei bemerkenswerten Paraden gegen den zentralen Angreifer Lin Gao kurz nacheinander einen Rückstand verhindern.

Kadlec und Helmes scheitern

Michal Kadlec war es, der die erste Möglichkeit für die "Werkself" hatte. Erst umkurvte er seinen Gegenspieler und versuchte sich im Anschluss mit einem Distanzschuss (22.), den der Torhüter der Chinesen, Linpeng Zhan, aber abwehren konnte. Acht Minuten später setzte sich Patrick Helmes erstmals in Szene, aber sein Schuss aus 20 Meter Torentfernung verfehlte das Tor der Chinesen.

Auf der Gegenseite setzte sich das Privatduell zwischen Lin Gao und Fabian Giefer fort, bei dem wieder der Torhüter über den Angreifer triumphierte. Besonders viel Pech hatten die Chinesen einige Minuten vor der Halbzeit, als Ning Jinag im Luftkampf mit Daniel Schwaab unglücklich auf dem Boden aufkam und verletzt ausgewechselt werden musste.

Fazit fällt trotzdem positiv aus

Als die Mannschaft von Co-Trainer Peter Hermann, der den an einem Infekt erkrankten Trainer Jupp Heynckes vertrat, zu Beginn der zweiten Hälfte scheinbar alles im Griff hatte, erzielten die Chinesen mit einem Doppelschlag die 2:0-Führung. Der erst zur Halbzeit eingewechselte Hanchao Yu (49.;50.) setzte sich innerhalb von 70 Sekunden zwei Mal von der Bayer-Innenverteidigung ab und brauchte die Vorlagen seiner Mitspieler nur noch über die Linie zu drücken. Der bis dahin glänzend agierende Fabian Giefer war bei beiden Treffern machtlos.

Danach fing sich die "Werkself" recht schnell wieder und versuchte, sich Torchancen zu erarbeiten, allerdings war die Mannschaft an diesem Tag letztlich nicht zielstrebig genug und auch in einigen Momenten glücklos. Entweder scheiterten Helmes und Co. an der soliden Abwehrarbeit der chinesischen Mannschaft, oder die Schussversuche waren zu unplatziert. Für den Schlusspunkt vier Minuten vor dem Ende sorgte Xuepeng Li, der einen Konter gegen die aufgerückte Abwehr der Werkself zum Endstand verwandelte. "Es ist natürlich immer ärgerlich, wenn man ein Spiel verliert. In dieser Partie haben wir es kaum einmal geschafft, gefährlich zu werden. Insgesamt überwiegt natürlich der positive Eindruck dieser Reise, auch wenn ein bitterer Beigeschmack bleibt", sagte Peter Hermann.

Doch auch trotz dieser Niederlage im letzten Saisonspiel wird die China-Reise als ein großer Erfolg für Bayer 04 in Erinnerung bleiben. "Wir haben hier vor Ort, in Zusammenarbeit mit der Bayer AG, dem Chinesischen Fußball-Verband und der Deutschen Fußball Liga, die Grundlage für eine erfolgreiche Kooperation gelegt. Daran kann auch eine Niederlage nichts ändern, auch wenn wir natürlich gern gewonnen hätten", sagte Bayer 04-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser nach dem Spiel und vor der Rückfahrt nach Shanghai. Von dort geht es am Donnerstag zurück nach Deutschland.

Bayer Leverkusen: Giefer - Schwaab, Friedrich, Sinkewiecz, Castro - Kaplan (57. Eichmeier), Bender, Reinartz, Kadlec - Lasogga (46. Kluft), Helmes (70. Marquet)

Tore: 1:0, 2:0 Hanchao Yu (49./50.), 3:0 Xuepeng Li (86.)