Drei Bundesliga-Spieltage sind inzwischen Geschichte. Aufgrund der Länderspielpause haben die Clubs Zeit, ihre Auftritte in Ruhe zu analysieren. Gemessen werden die Vereine meist an ihrer Torausbeute.

"Wenn's denkst, ist eh zu spät", lautete das einfache Motto von Gerd Müller, des "Bombers der Nation". bundesliga.de macht den großen Check: Wer hat die beste Offensive der Liga?

Leverkusens "Abteilung Attacke"

Mit 80 Treffern sind die Teams treffsicherer als zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison (73 Tore). Die "Abteilung Attacke" der Stunde kommt aus Leverkusen, auch wenn der neue Trainer Bruno Labbadia nach dem 5:2-Spektakel gegen 1899 Hoffenheim am vergangenen Wochenende auf die Bremse trat: "Wir werden jetzt nicht in Euphorie ausbrechen."

Das Team hat die offensive Philosophie des erfolgreichen Ex-Bundesliga-Stürmers allerdings schon eindrucksvoll verinnerlicht.

Mit neun Treffern schoss Bayer ligaweit die meisten Tore, auch die Rangliste der abgegebenen Torschüsse führt die Mannschaft mit insgesamt 46 an. Allein Patrick Helmes gab davon 15 Stück ab. In Sachen Schussgenauigkeit liegt die Mannschaft mit 52,2 Prozent an zweiter Position, knapp 20 Prozent der Versuch trafen genau ins Schwarze.

Zusammenspiel klappt "sehr gut"

Den offensichtlich größten Anteil an dieser starken Angriffsleistung hat wohl das Sturmduo der "Werkself". Stefan Kießling (drei) und Helmes (zwei) erzielten zusammen zwei Drittel der Bayer-Tore. Helmes beschreibt das Zusammenspiel gegenüber bundesliga.de als "sehr gut".

"Ich habe mit Stefan Kießling einen Sturmpartner, der auch viel unterwegs ist. Wir ergänzen uns gut. Er ist der bessere Kopfballspieler als ich. Letztendlich passt alles gut in der Formation. Es ist toll, dass alle Stürmer treffen", so der Neuzugang aus Köln.

Die Treffer sind übrigens keine Zufallsprodukte, denn in allen neun Fällen kam die entscheidende Vorlage aus den eigenen Reihen. Die ganze Mannschaft ist in das Spiel nach vorne eingebunden, schon elf Leverkusener Spieler waren unmittelbar an einem Treffer beteiligt. Angesichts dieser beeindruckenden Werte verwundert auch die Tatsache nur wenig, dass mit Kießling (vier Scorerpunkte) und Tranquillo Barnetta (drei) zwei "Werkself"-Profis unter den Top-Ten-Scorern der Liga stehen.

Angriffslustiger Aufsteiger

Die Bayer-Offensive ist aber nicht die einzig schlagkräftige. Gut in Form präsentiert sich auch 1899 Hoffenheim. Vedad Ibisevic führt mit vier Treffern gemeinsam mit dem Bielefelder Artur Wichniarek die Torjägerliste an. Jeder dritte Torschuss von Ibisevic sitzt.

Unterstützung erfährt der Bosnier durch Sturmpartner Demba Ba und Sejad Salihovic. Ba suchte mit einer Schussgenauigkeit von 77,8 Prozent regelmäßig den Abschluss, Salihovic "fütterte" die beiden Angreifer mit 19 Flanken aus dem Spiel heraus - Bestwert der Liga. Beiden gelang übrigens selbst auch schon jeweils ein Treffer. Der spielfreudige und angriffslustige Aufsteiger gab in den ersten drei Partien (zwei Siege, eine Niederlage) in Summe 41 Torschüsse ab.

Gerechte Verteilung beim HSV

Das mit acht Toren zweitgefährlichste Team ist der Hamburger SV. Der neue Coach Martin Jol setzt im Gegensatz zu seinem Vorgänger Huub Stevens auf Angriffsfußball. Beeindruckend ist die Chancenverwertung der Hanseaten. Mit 26,7 Prozent nutzt die HSV-Offensive unter Jol ligaweit ihre Möglichkeiten am effektivsten.

Das Toreschießen teilte die Mannschaft bisher gerecht unter sich auf. Mit Paolo Guerrero, David Jarolim, Joris Mathijsen, Ivica Olic und Piotr Trochowski trafen fünf Spieler bereits ein Mal. Trochowski ist mit 18 Flanken und drei Scorerpunkten gleichzeitig ein gewohnt guter Vorbereiter. Der beste Schütze ist übrigens Verteidiger Bastian Reinhardt nach seinem "Doppelpack" beim 4:2-Sieg in Bielefeld.

Als einzige Bundesligisten durften Energie Cottbus und Hannover 96 noch kein eigenes Tor bejubeln. Doch in den Testpartien während der Länderspielpause - Hannover siegte beim TSV Friesen Hänigsen mit 19:1, Energie feierte gegen den Senftenberger FC 08 ein 15:0-Schützenfest - beendeten auch diese beiden Mannschaften inzwischen ihre Torflaute.

Tim Tonner