Monaco – Die Vorbereitung auf das erste Gruppenspiel in der Champions League beim AS Monaco haben sich die Verantwortlichen von Bayer Leverkusen sicherlich etwas anders vorgestellt.

Da im Fürstentum alle in Frage kommenden Hotels ausgebucht waren, wurde die Mannschaft im benachbarten Nizza untergebracht. Und da kann der Transfer bei schlechter Verkehrslage schon einmal eine gute Stunde dauern. So kam es, dass der Bundesliga-Spitzenreiter sein Abschlusstraining am Morgen in Leverkusen im Ulrich-Haberland-Stadion abhielt und Trainer Roger Schmidt nebst Mittelfeldspieler Lars Bender nach der Ankunft in Frankreich extra zur Pressekonferenz ins Stade Louis II chauffiert wurden.

Entspannt trotz ungewohnter Umstände

"Wir haben das mit der UEFA abgesprochen, dass die Belastung einer längeren Anreise zum Training einfach zu groß gewesen wäre. Deshalb haben wir uns für diesen Ablauf entschieden", erklärte Schmidt auf dem Podium im Presseraum.

Trotz der eher ungewohnten Begleitumstände machten Schmidt und Bender vor laufenden Kameras einen sehr entspannten Eindruck. Vielleicht lag das daran, dass der Gegner, immerhin französischer Vizemeister, nach den Abgängen von James Rodriguez zu Real Madrid und Radamel Falcao zu Manchester United ein scheinbar nicht mehr ganz so stark sein könnte.

Doch davon wollten weder Schmidt noch Bender etwas wissen. "Monaco hat immer noch ein starkes Team, auch wenn James und Falcao gegangen sind. Sie spielen nicht umsonst in der Champions League. Daher müssen wir auch alles abrufen", meinten die beiden fast unisono.

Respekt vor Monaco

Dass die Hausherren nach fünf Spieltagen in der französischen Ligue 1 mit lediglich vier Punkten auf einem Abstiegsplatz rangieren, wollte Schmidt nicht überbewerten:

"Ich glaube immer noch, dass sie trotz des eher schwachen Starts immer noch über eine qualitativ sehr gute Mannschaft verfügen. Sie haben lange nicht mehr in der Champions League gespielt und deshalb werden sie gerade vor heimischem Publikum versuchen, mit einem Sieg in die Gruppenphase zu starten."

Dennoch gilt Bayer Leverkusen nach den bislang gezeigten Auftritten in Bundesliga und Champions-League-Quali als leichter Favorit auf den Dreier, auch wenn Schmidt dem ebenfalls leicht widersprach. "Ich würde nicht sagen, dass wir favorisiert sind. Aber wir rechnen uns einiges aus und wollen natürlich auch gewinnen", meinte der 47-Jährige.

Selbstvertrauen für kommende Aufgaben sammeln

Insgesamt stehen die Chancen für Bayer aber recht gut, zum dritten Mal in Folge die Gruppenphase zu überstehen. Dass dann in den entscheidenden Spielen gegen europäische Topclubs oft nichts zu holen war, wie zum Beispiel beim K.o. gegen Paris Saint Germain in der vergangenen Saison, daraus wollen die Leverkusener nun positive Energie ziehen.

"Wir haben alle über die Jahre hinzugelernt und Erfahrungen gesammelt. Wir hoffen, dass wir es in dieser Saison ein bisschen besser machen. Uns hat in der Vergangenheit nicht so viel gefehlt. Unser Fokus liegt jetzt aber erst einmal auf der Partie gegen Monaco. Denn mit einem Sieg können wir uns Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben holen", sagte Bender.

Aus Monaco berichtet Michael Reis