Zusammenfassung

  • Leon Bailey und und Arjen Robben stechen aus der Fülle von Superstars beim Auftaktspiel der Rückrunde heraus

  • Während Keeper Bernd Leno eine gute Bilanz gegen Bayern hat, zählt Leverkusen nicht zu Sven Ulreichs Lieblingsgegnern

  • Im Mittelfeld kommt es zum Duell der Chilenen Charles Aranguiz und Arturo Vidal

Köln – Am Freitagabend erwacht die Bundesliga endlich aus dem Winterschlaf. Pünktlich zum Start der Rückrunde hält der Spielplan einen richtigen Kracher bereit: Der Tabellenvierte Bayer 04 Leverkusen empfängt Spitzenreiter FC Bayern München. Bevor der Ball um 20:30 Uhr rollt, zeigen wir Euch noch, auf welche Spieler es dabei besonders ankommt.

>>> Alle Infos zur Partie #B04FCB im Matchcenter

Leon Bailey vs. Arjen Robben

Auf den offensiven Außenbahnen haben beide Trainer die Qual der Wahl, unheimlich groß ist die Qualität dort im Kader beider Teams. Von allen möglichen Protagonisten dürften aber ohne Zweifel Leon Bailey und Arjen Robben herausstechen. Beide Spieler sind in der Lage, das Spiel mit nur einer Aktion zu entscheiden. Bailey ist dabei der absolute Senkrechtsstarter der Saison. Brauchte er zunächst eine gewisse Anlaufzeit in Leverkusen, um sich nach seinem Wechsel vom KRC Genk in Belgien in der Bundesliga zu akklimatisieren, so ist er nun aus der Elf von Heiko Herrlich nicht mehr wegzudenken. Der Jamaikaner ist mit sechs Toren und vier Vorlagen der Top-Scorer der Werkself. Mit 36 Abschlüssen und 38 Torschussvorlagen waren in der Hinrunde ligaweit außerdem nur drei Spieler an mehr Torschüssen beteiligt.

>>> Leon Bailey: Offensivpower aus Jamaika

Die Qualitäten von Arjen Robben sind hinlänglich bekannt. In 274 Pflichtspielen für den FC Bayern kommt er auf phänomenale 234 Torbeteiligungen. 93 Bundesliga-Tore sind außerdem Bestwert für einen Ausländer im Bayern-Trikot. In der Bundesliga trifft Robben durchschnittlich alle 136 Minuten – historischer Bestwert für einen Mittelfeldspieler. Nachdem der Niederländer in der Vorrunde die letzten sieben Spiele wegen eines Muskelfaserrisses zum Zuschauen verdammt war, kann er jetzt wieder voll angreifen.

© DFL DEUTSCHE FUSSBALL LIGA

Julian Brandt vs. Franck Ribery

Kaum weniger Qualität findet sich bei Baileys und Robbens Nebenmännern Julian Brandt und Franck Ribery. Gerade Brandt entwickelt sich kontinuierlich zu einem der Superstars der Bundesliga. Der Leverkusener hat zwar auch schon vier Mal getroffen, seine große Stärke liegt aber eher in der Belieferung seiner Mannschaftskameraden mit präzisen Zuspielen. Mit 43 Torschuss- und zwei Torvorlagen ist er nicht nur aktivster Zuarbeiter der Werkself, seine sieben aufgelegten Großchancen sind außerdem ligaweiter Spitzenwert. Ganz nebenbei ist Brandt, der mit gerade einmal 21 Jahren schon auf 115 Bundesliga-Spiele kommt, einer der fairsten Akteure: Seine letzte Gelbe Karte sah er im April 2014.

Video: Brandt und Co - fünf Geisteblitze der Hinrunde

Ganze 13 Jahre älter als Brandt ist sein Pendant auf der anderen Seite, Franck Ribery, der damit bereits im Herbst seiner glanzvollen Karriere angekommen ist. Seit Beginn der Datenerfassung 1992 ist Ribery mit 120 Torvorlagen der Top-Vorbereiter der Bundesliga. Nach 17 Torbeteiligungen im vergangenen Jahr ist er 2017/18 aber noch ohne Scorer-Punkt. Nicht zuletzt, weil ihn ein Außenbandriss im linken Knie Anfang Oktober für neun Wochen außer Gefecht setzte. Klar, dass der ehrgeizige Franzose jetzt schleunigst seine Statistik aufpolieren will.

Bernd Leno vs. Sven Ulreich

Bei aller Offensivpower stehen am Freitag zwangsläufig auch die beiden Torhüter im Fokus, denn für sie wird es gewiss kein ruhiger Abend. Der 25-Jährige Bernd Leno, der schon seine siebte Saison für Leverkusen spielt, wird beim Auftakt des 18. Spieltags direkt zum Hoffnungsträger seiner Mannschaft: Seit vier Bundesliga-Heimspielen hat der Keeper nämlich nicht mehr gegen den Rekordmeister verloren, blieb dabei zuletzt dreimal ohne Gegentor. Ein weiteres gutes Omen: Zwei Saisonspiele hat Leno noch nie gegen die Bayern verloren, das Pensum ist nach der 1:3-Niederlage im Eröffnungsspiel also bereits ausgeschöpft.

Auf der anderen Seite gibt Sven Ulreich einen mehr als passablen Ersatz für den verletzten Manuel Neuer. Mit 76 Prozent gehaltener Schüsse steht er in dieser Statistik ligaweit sogar an dritter Stelle. Und die Form spricht für ihn: In den letzten acht Bundesliga-Partien musste er nur viermal hinter sich greifen. Inzwischen ist Ulreich sogar zum Elfmetertöter geworden, eine Eigenschaft, die man zuvor von ihm noch nicht kannte. Nur vier von 24 Strafstößen konnte er parieren, zwei davon aber schon in dieser Saison. Jedoch ist der 29-Jährige nicht gerade ein Leverkusen-Experte: In elf Duellen gegen Bayer verlor er als Spieler acht Mal, der einzige Sieg datiert aus dem Hinspiel, wo Ulreich bereits zwischen den Pfosten stand.

Video: Sven Ulreich - souveräner Neuer-Ersatz

Charles Aranguiz vs. Arturo Vidal

Last but not least kommt es Mittelfeld zum Duell der chilenischen Abräumer. Aranguiz (63 Länderspiele) und Vidal (95) haben dutzende Male Seite an Seite für ihr Heimatland gespielt, treffen jetzt zum zweiten Mal in dieser Saison aufeinander. Von seinen Mitspielern wird Aranguiz so oft gesucht wie kein anderer Leverkusener: Auf 76 Ballbesitzphasen kommt er im Schnitt pro Partie. Sein Glanzstück lieferte er beim 4:0-Sieg gegen Freiburg (1 Tor, 2 Torvorlagen) ab.

Video: Die Wurzeln von Charles Aranguiz

Vidal ist dagegen deutlich gefährlicher vor dem Tor, hat in dieser Saison schon fünf Mal getroffen. Gerade zum Ende des vergangenen Jahres wuchs er über sich hinaus: Zwischen Spieltag 12 und 15 traf er gleich in vier Partien hintereinander. Dabei ist "der Krieger" auch ein Mann der wichtigen Tore: Zwölf seiner 21 Pflichtspieltreffer für den FC Bayern waren Dosenöffner zum 1:0. In Leverkusen wird man sich außerdem noch bestens an ihn erinnern. Dort spielte er 2010/11 mit zehn Toren und elf Torvorlagen seine statistisch beste Saison.

Karol Herrmann