Vorbereiter Frimpong, Torschütze Andrich: Die Werkself ist wieder in der Spur - © IMAGO/Anke Waelischmiller/SVEN SIMON/IMAGO/Sven Simon
Vorbereiter Frimpong, Torschütze Andrich: Die Werkself ist wieder in der Spur - © IMAGO/Anke Waelischmiller/SVEN SIMON/IMAGO/Sven Simon
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2:0-Sieg gegen Atletico Madrid: Bayer Leverkusen kämpft sich aus der Krise

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Das Spieljahr 2022/23 hatte für Bayer 04 Leverkusen denkbar schlecht begonnen. Mit sechs Niederlagen aus den ersten sieben Spielen war die Werkself in die Pflichtspiel-Saison gestartet und verweilt nach sechs Spieltagen auf einem Abstiegsplatz in der Bundesliga. Doch ausgerechnet gegen den internationalen Top-Club Atletico Madrid konnte die Mannschaft von Gerardo Seoane den Bock am 2. Spieltag in der Champions League umstoßen.

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Und es war für Bayer 04 Leverkusen ohne Zweifel die bis dato beste Saisonleistung – ausgerechnet gegen das bisweilen gefürchtete Team von Diego Simeone, dass alleine in den letzten zehn Jahren Bayer zweimal aus der Champions League warf und mit Stars wie Joao Felix, Antoine Griezmann oder Alvaro Morata gespickt ist. Jene internationalen Top-Stürmer bissen sich am Dienstagabend in der BayArena gegen die Verteidigung der Werkself aber bisweilen die Zähne aus. Mit Odilon Kossounou und Piero Hincapie hatte Trainer Gerardo Seoane vor allem auf den Außenverteidiger-Posten für maximale Stabilität in der Defensive gesorgt.

Ein Plan, der aufging. Nach 90 Minuten stand die Null, und das erst zum zweiten Mal in dieser Saison. "Es ist uns ein sehr gutes Spiel gelungen, in der Defensive, aber auch mit gutem Positions- und schnellem Umschaltspiel", resümierte Seoane auf der anschließenden Pressekonferenz. Gegen die bissigen Spanier ein Tor zu erzielen, ist bekanntlich nicht gerade einfach. Doch gerade nach der Pause erhöhte die Werkself die Gangzahl auch in der Offensive merklich.

Diaby macht kurz vor Schluss den Deckel drauf - IMAGO / Team 2

Frimpong als Gamechanger von der Bank

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Zu Beginn der zweiten Hälfte trafen Patrik Schick und Adam Hlozek binnen weniger Augenblicke gleich zweimal das Aluminium. "Nach der Doppelchance", so Seoane, "kam der Gedanke, dass wir so viele Möglichkeiten gegen einen defensiv so starken Gegner heute vielleicht nicht bekommen werden. Wir waren dann aber entschlossen und haben die Situationen vorne erzwungen."

Ein entscheidendes Puzzleteil brachte Seoane von der Bank: Jeremie Frimpong, eigentlich als Rechtsverteidiger gesetzt, fiel der defensiven Ausrichtung der Viererkette zunächst zum Opfer, setzte dann als Joker aber die entscheidenden Impulse in der Offensive und legte beide späten Treffer von Robert Andrich (84.) und Moussa Diaby (87.) vor. Für Mittelfeldmotor Andrich war es im ersten Champions-League-Spiel vor heimischer Kulisse gleich der erste Torerfolg. "Es sind so viele Emotionen, die kann ich gar nicht so richtig beschreiben", sagte der später zum "Man of the Match" gekürte Andrich und fügte hinzu: "Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft, dass wir es heute gepackt haben."

Erstes Pflichtspieltor für Diaby

Aber auch für Diaby platze ein Knoten. Der eigentlich so gefährliche Außenstürmer musste tatsächlich bis zum neunten Pflichtspiel warten, um endlich seinen ersten Treffer 2022/23 bejubeln zu können. Noch im vergangenen Jahr waren ihm in der Bundesliga und in der Champions League 17 Tore gelungen. "Ich bin sehr glücklich und habe lange auf diesen Moment gewartet", so der 23-Jährige.

Der Knoten scheint bei Leverkusen mit diesem so wichtigen wie vielleicht auch unerwarteten Sieg also geplatzt, doch für Seoane waren dafür nicht alleine die taktischen Umstellungen ausschlaggebend: "Die Energieleistung des Teams und die Atmosphäre von Außen von den Fans waren entscheidender als jede taktische Maßnahme. Ich hoffe, dass uns diese Energie auch in den nächsten Wochen noch tragen wird."

Das können die Anhänger gleich am kommenden Samstag in der Bundesliga beweisen, wenn der SV Werder Bremen zu Gast in Leverkusen sein wird sein wird (Anstoß: 15:30 Uhr). Mit einem Sieg könnte man einen großen Schritt aus der Abstiegszone machen und viele Gemüter beruhigen. Sofort  danach beginnen dann auch schon die Wochen der Wahrheit mit englischen Wochen ohne Ausnahme. Zwischen dem 30. September und dem 1. November stehen gleich neun Spiele für Leverkusen auf der Agenda. Gut, dass die Werkself genau zur richtigen Zeit wieder in die Spur gefunden hat.