Leverkusen - Nach dem Absturz auf Platz sechs in der Bundesliga ist Bayer 04 Leverkusen im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Vorjahresfinalist Atlético Madrid in der Außenseiterrolle.

Für Bayer 04 Leverkusen beginnt am heutigen Mittwoch Abend die Woche der Wahrheit: Erst Atlético Madrid in der Champions League, dann der Sport-Club Freiburg in der Bundesliga und der 1. FC Kaiserslautern im DFB-Pokal: Beim Tanz auf drei Hochzeiten stehen für die Rheinländer richtungweisende Spiele auf dem Programm.

"Wir sind sicherlich Außenseiter"

"Natürlich habe ich Sorge um die europäische Qualifikation", sagte Sportdirektor Rudi Völler, nachdem die Werkself im neuen Jahr nur eins von fünf Spielen gewann und in der Meisterschaft vom dritten auf den sechsten Platz abgerutscht ist. Vor dem Achtelfinal-Hinspiel gegen Vorjahresfinalist Atlético Madrid (ab 20.30 Uhr im Liveticker) fordert Völler daher wieder Erfolge: "Das sind drei Heimspiele, die wir gewinnen wollen. Und das geht."

Dass vor allem das Duell mit Atlético einer Herkulesaufgabe gleicht, weiß auch Coach Roger Schmidt. "Das ist eine Riesenaufgabe, und wir sind sicherlich der Außenseiter. Aber dennoch sehe ich eine Chance, dass wir uns in zwei Spielen durchsetzen", sagte der Bayer-Coach dem ZDF. Für das Rückspiel am 17. März in der spanischen Hauptstadt will Schmidt unter dem Bayer-Kreuz eine solide Basis legen.

"Werden uns voll reinhauen"

"Wir werden uns voll reinhauen und mit totaler Geschlossenheit alles in die Waagschale werfen", kündigte Schmidt an, und weiter: "Atlético ist schwer zu bespielen, aber ich bin optimistisch, dass wir Chancen bekommen werden. Wir wollen den Fans von der ersten Sekunde an vermitteln, dass wir nicht chancenlos sind." 

Gegen den Tabellendritten der spanischen Primera Division mit Heimkehrer Fernando Torres und dem Ex-Bayern Mario Mandzukic im Angriff muss der 04-Trainer allerdings auf den gesperrten Abwehrchef Ömer Toprak sowie Lars Bender und Tin Jedvaj verzichten. Für Schmidt kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken: "Die Mannschaft hat viel getan, um hier zu stehen, und wir werden alles dafür tun, so weit zu kommen wie es geht." Einen Selbstläufer erwartet auch Atletico-Coach Diego Simeone nicht. Der Argentinier hat großen Respekt vor der Bayer-Elf: "Leverkusen macht sofort Druck nach Ballverlust. Darauf müssen wir vorbereitet sein." 

Achtelfinalfluch besiegen

Unabhängig vom Personal und Gegner will Bayer sich aber erstmals in einem Achtelfinal-Duell in der Königsklasse durchsetzen. Dieses Vorhaben ging bislang dreimal gründlich schief. Im vergangenen Jahr verspielte Bayer durch ein 0:4 im Hinspiel gegen Paris St. Germain (Rückspiel 1:2) das Viertelfinale, in der Saison 2011/12 verlor Leverkusen gegen den FC Barcelona 1:3 und auswärts 1:7. Und in der Spielzeit 2004/05 war es gegen den FC Liverpool (je 1:3) nur unwesentlich besser.

SID