Leverkusen - Es geht Schlag auf Schlag für Bayer Leverkusen. Nach dem Champions-League-Spiel gegen Lazio Rom steht am Samstagabend der Kracher gegen den FC Bayern München auf dem Programm. Dort will die Mannschaft von Trainer Roger Schmidt das nächste Ausrufezeichen setzen.

Nach dem gelungenen Saisonstart mit sechs Punkten aus zwei Bundesliga-Partien, dem Erreichen der Königsklasse und dem Einzug in die 2. Pokalrunde wartet nun der Deutsche Meister der letzten drei Jahre auf die Werkself. "Eine größere Herausforderung, als gegen die Bayern zu spielen, gibt es nicht in Europa", sagte Roger Schmidt direkt nach dem Triumph über Lazio Rom. "Wir versuchen, in München ein sehr gutes Spiel zu machen und etwas mitzunehmen."

Ausgeglichene Bilanz

Bei ihren letzten drei Gastspielen in der Allianz-Arena waren es Duelle auf Augenhöhe, die letzten beiden gingen knapp an die Bayern (1:0 und 2:1), eins an Leverkusen (2:1 im Oktober 2012). Nimmt man die letzten sieben Partien insgesamt, ist die Bilanz bei jeweils drei Siegen für Bayer 04, drei Erfolgen für die Bayern und einem Remis ausgeglichen. Das Torverhältnis von 9:7 spricht sogar für Leverkusen, beim letzten Aufeinandertreffen siegten die Werkskicker im Mai mit 2:0.

"Am Samstag ist für Leverkusen mit Sicherheit etwas möglich", glaubt Leverkusens Ehrenspielführer Simon Rolfes im Gespräch mit bundesliga.de. "Das Ergebnis gegen Lazio gibt Bayer 04 einen unglaublichen Schub. Auch wenn das Spiel gegen Lazio viel Energie gekostet hat, werden sie am Samstag wieder mit viel Energie, Motivation und Euphorie ins Spiel gehen. Sie werden wahrscheinlich ein sehr dynamisches Spiel initiieren. Das kann den Bayern auch Probleme bereiten."

"Wir sehen Optimierungsbedarf"

Mit den Erfolgserlebnissen der letzten Wochen ist das Selbstvertrauen gestiegen. Der Einzug in die Champions League war vor allem wichtig für den Kopf. "Das war eine sportliche Genugtuung", sagt Bayers Sportchef Rudi Völler. "Wir haben ja das Image, dass wir oft nicht gewinnen, wenn es um etwas geht. Das war diesmal anders. Es war ein Endspiel, fast wichtiger als ein Pokalfinale."

Die Mannschaft macht einen gefestigten Eindruck, bislang konnten die Abgänge von Simon Rolfes, Stefan Reinartz und Gonzalo Castro sowie die verletzt fehlenden Ömar Toprak oder Tin Jedvaj kompensiert werden. Doch klar ist auch, dass Leverkusen bis zum Ende der Transferperiode in wenigen Tagen personell noch etwas tun muss. "Wir sehen ganz klar Optimierungsbedarf in unserem Kader", weiß Trainer Roger Schmidt. "Unser Job ist es nun, bis Montag, das eine oder andere zu realisieren."

Bayern muss sich auf harten Kampf einstellen

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Gegen die Bayern dürfte im Großen und Ganzen die Elf auflaufen, die gegen Lazio Rom ein fantastisches Spiel abgeliefert und die Nervenprobe bestanden hat. "Wir sind einen Schritt weiter als im letzten Jahr", lobt Rudi Völler. "Das hat man schon in den Bundesliga-Spielen gesehen. Wir sind etwas stabiler. Seit einem Jahr arbeiten der Trainer und die Spieler zusammen. Und die Transfers, die wir getätigt haben, haben alle sofort gezündet."

Die Neuzugänge Christoph Kramer, Admir Mehmedi und Jonathan Tah standen gegen Lazio in der Startelf und überzeugten. Beim Topspiel in München muss es auch kein Nachteil, dass die Bayern spielfrei hatten und Leverkusen 90 Minuten fighten musste. "Es kann auch positiv sein, in diesem Drei-Tage-Rhythmus zu spielen", hofft Mannschaftskapitän Lars Bender. "Wir haben uns Selbstvertrauen geholt und wollen das nach München mitnehmen." Gelingt das, müssen sich die Bayern auf einen harten Kampf einstellen.

Aus Leverkusen berichtet Tobias Gonscherowski

Hier gibt's die Infografik zum Topduell.

Taktikvergleich: FCB vs. B04.