Zusammenfassung

  • Leverkusens Kader besticht durch Routine wie Talent gleichermaßen und konnte weitestgehend beisammen gehalten werden
  • Die wenigen Neuzugänge wie Mitchel Weiser oder Paulinho sind sehr vielversprechend
  • Rückkehrer Aleksandar Dragovic könnte im zweiten Anlauf eine bessere Rolle spielen

Köln - Eine lange Vorbereitung neigt sich dem Ende zu und ab dem 24.8. rollt endlich wieder der Ball in der Bundesliga. bundesliga.de nimmt alle Teams der Bundesliga im Teamcheck genau unter die Lupe. Heute: Bayer 04 Leverkusen.

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Fast alles beim Alten: Der Kader

Leverkusen konnte den zu großen Teilen sehr stark aufspielenden Kader der vergangenen Saison zusammenhalten. Mit Bernd Leno hat zwar der langjährige Stammtorwart den Verein verlassen, dieser wurde aber mit Lukas Hradecky von Eintracht Frankfurt, in der Bundesliga ohne Zweifel einer der besten seiner Zunft, gleichwertig ersetzt. Das Karriereende der Clublegende Stefan Kießling dürfte sportlich ebenfalls verkraftbar sein, denn der Stürmer spielte in den letzten beiden Jahren nur noch eine untergeordnete Rolle. Als Identifikationsfigur ist er schwerer zu ersetzen.

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Auf der Habenseite finden sich zwar nicht allzu viele Neuzugänge, die wenigen haben es jedoch in sich: Rechtsverteidiger Mitchell Weiser, der mit seinen Leistungen seit Jahren an der Tür zur Nationalelf anklopft, Isaac Kiese Tehlin, 24-facher schwedischer Nationalstürmer und WM-Teilnehmer, der eine Alternative zu Lucas Alario und Kevin Volland darstellen soll. Und nicht zuletzt Paulinho, in seinem Heimatland Brasilien als eines der größten Talente gehandelt. Der Linksaußen hat sich trotz vieler Angebote von internationalen Top-Clubs bewusst für Bayer entschieden. Insgesamt besticht der Kader durch eine ausgewogene Mischung von Routiniers wie den Bender-Zwillingen und hoch veranlagten Youngstern vom Format Kai Havertz oder Leon Bailey. Der Jamaikaner war es auch, der jetzt ein wichtiges Zeichen für die Zukunft setzte und seinen Vertrag vorzeitig bis 2023 verlängerte.

So könnte Leverkusen spielen

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Das schwierige zweite Jahr: Heiko Herrlich

Es hat einige Jahre gedauert, bis die Trainerkarriere des 46-Jährigen wieder zurück in die Bundesliga geführt hat. Nachdem Herrlich als Trainer des VfL Bochum den Abstieg 2009/10 nicht verhindern konnte, führte sein Weg erst über die 3. Liga und den Jugendfußball wieder zurück in die Beletage des deutschen Fußballs. Nach einem Jahr bei der Werkself aber steht fest: Der ehemalige Bayer-Spieler (1989-1993) ist der perfekte Mann für die Seitenlinie, nicht nur, weil er Leverkusen nach einem Jahr Abstinenz wieder zurück ins internationale Geschäft geführt hat, sondern auch, weil er es versteht, junge wie talentierte Spieler entscheidend weiterzuentwickeln. Leon Bailey war hierfür ein perfektes Beispiel in der abgelaufenen Saison. Nun gilt es für Herrlich, diese Eindrücke auch im schwierigen zweiten Jahr zu bestätigen. Doch die Basis ist mit dem eingespielten Kader geschaffen und die Bedingungen sind gut.

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Aktuelle Form

Leverkusen ist relativ souverän durch die Vorbereitung marschiert. Bis zum abschließenden Test gegen den FC Valencia blieb die Werkself ungeschlagen. Dort hagelte es dann eine 0:3-Niederlage gegen den spanischen Erstligisten. "Jetzt weiß jeder, woran wir noch arbeiten müssen. Wir haben noch kein Champions-League-Niveau", analysierte Herrlich. Der Pflichtspielauftakt im DFB-Pokal gegen Pforzheim konnte dann unter der Kategorie "Arbeitssieg" (1:0) abgeheftet werden. Sorgen machen hingegen die Verletzungen der beiden Sechser Charles Aranguiz (Achillessehnenprobleme) und Julian Baumgartlinger (Innenbandriss im Knie).

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Die Überraschung des Sommers: Aleksandar Dragovic

Die Verpflichtung des 65-fachen österreichischen Nationalspielers galt eigentlich schon als Missverständnis und nach der Leihe zu Leicester City in die Premier League hatten wohl die Wenigsten den 27-Jährigen überhaupt noch auf dem Schirm. Doch Dragovic konnte in der Vorbereitung vollends überzeugen: "Drago macht einen guten Eindruck. Ich kann mir vorstellen, dass er eine sehr wichtige Rolle einnimmt dieses Jahr", betonte Heiko Herrlich. Hinter dem gesetzten Innenverteidger-Duo Jonathan Tah und Sven Bender dürfte er damit derzeit die erste Alternative sein.

Zielsetzung und Prognose

"Wir wollen uns verbessern", sagt Heiko Herrlich über die Ziele 2018/19. Ob er damit das Spiel auf dem Platz oder die Tabellenplatzierung meint, sei mal dahingestellt. Fakt ist aber, dass der Kader genügend Qualität besitzt, um sich unter den ersten vier in der Tabelle einzureihen. Und über die erste Champions-League-Teilnahme nach zwei Jahren würde sich in Leverkusen gewiss niemand beschweren.