Zusammenfassung

  • Sowohl Leverkusen als auch Leipzig sind in absoluter Topform

  • Beide Mannschaften begegnen sich auf Augenhöhe

  • Das Aufeinandertreffen wird von drei Schlüsselduellen geprägt

Köln - Am 12. Bundesliga-Spieltag trifft Bayer 04 Leverkusen auf RB Leipzig - auf den ersten Blick mag das Duell zwischen dem Tabellenzweiten und den neuntplatzierten Leverkusenern nichts Besonderes sein. Doch wenn man nur die letzten sechs Spieltage vergleicht, ist Bayer 04 gegen RBL ein echtes Spitzenspiel. Während die Sachsen fünf der letzten sechs Spiele für sich entscheiden konnten, blieben die Rheinländer gleich in allen Partien ungeschlagen. Nun kommt es am Samstag zum Showdown zwischen den beiden formstarken Mannschaften.

Auch wenn es nicht sofort ersichtlich ist: Am Wochenende steht mit der Partie Bayer 04 Leverkusen gegen RB Leipzig ein echtes Topspiel auf dem Programm. Beide Mannschaften zeigten vor allem in den letzten sechs Spielen ihre Topform. Vergleicht man beide Teams genauer, fällt auf, dass sich die Truppen eigentlich auf Augenhöhe bewegen. Die Anzahl der Torschüsse ist fast identisch, die Menge der Großchancen sogar gleich. Und beide Mannschaften haben Torhunger! Während die "Werkself" bisher noch in keiner Partie torlos blieb, mussten die Leipziger in nur drei Spielen auf einen eigenen Jubel verzichten.

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Doch nicht nur in der Offensive begegnen sich die Teams auf einem Level, auch in der Defensive trennt Leverkusen und Leipzig nicht viel: RB ließ zwar mehr gegnerische Torschüsse zu als Bayer, die Anzahl der gegnerischen Großchancen war aber fast gleich. Und insgesamt kassierten die Sachsen drei Gegentreffer weniger als die Werkself.

Ein Duell auf Augenhöhe

Die beiden Kontrahenten trennt statistisch gesehen also nicht viel -  insgesamt wirkt der Vizemeister aus Leipzig zwar ein wenig stabiler als die wankelmütigen Leverkusener und hat auch deswegen sechs Punkte mehr auf dem Konto, doch die klare Favoritenrolle hat die Mannschaft von Ralph Hasenhüttl deshalb noch lange nicht inne. Über Sieg oder Niederlage werden am Samstag vor allem die Leistungsträger auf dem Platz entscheiden - wir haben uns deshalb drei Schlüsselduelle schon einmal genau angeschaut.

Jonathan Tah vs. Willi Orban

Der 21-jährige Jonathan Tah und der 25-jährige Willi Orban gehören zu den talentiertesten jungen deutschen Innenverteidigern, doch während der Leverkusener sich schon bei Jogi Löw zeigen durfte, blieb der Leipziger bislang bei der Nationalmannschaft außen vor. Beide Verteidiger sind überaus zweikampfstark, Orban (65,6 Prozent gewonnene Zweikämpfe) ist hier sogar noch einen Tick besser als Tah (63,0 Prozent) und bei RB Leipzig sogar der stärkste Profi in den Duellen. In Sachen Tempo hat Tah hingegen deutliche Vorteile, mit seiner Höchstgeschwindigkeit von 34,3 km/h gehört er zu den schnellsten Innenverteidigern der Liga - Orban verzeichnet hier aber für einen Innenverteidiger immer noch starke 31,7 km/h. Beide werden gelegentlich auch offensiv gefährlich: Tah bereitete bereits zwei Treffer vor, Orban war selbst schon als Torschütze erfolgreich.

Julian Brandt vs. Emil Forsberg

Im Mittelfeld kommt es zum Duell der "Torbutler" der vorherigen Saison. In dieser Spielzeit kommen aber beide Vorlagen-Könige noch nicht so richtig in Schwung (beide erst je zwei Torvorlagen). Während Forsberg noch auf den ersten Torerfolg der Saison warten muss, hat Brandt derweil schon dreimal selbst eingenetzt. Damit hat der Leverkusener jetzt schon so viele Tore wie in der kompletten vorherigen Saison erzielt. Das Duell der beiden Edeltechniker verspricht dennoch viel: In der vergangenen Saison lieferten sich die Mittelfeld-Stars in Leverkusen am 11. Spieltag einen überragenden Fight. Brandt leitete den 1:0-Führungstreffer ein und traf zum zwischenzeitlichen 2:1 selbst, Forsberg schlug zurück, traf zum 2:2 und legte schließlich den 3:2-Siegtreffer der Sachsen auf. Man darf gespannt sein, wer nun die Nase vorne haben wird.

Kevin Volland vs. Timo Werner

Torjäger-Duell! Denn mit Kevin Volland und Timo Werner treffen die beiden besten Saisontorschützen mit deutschem Pass aufeinander, beide trafen in dieser Saison jeweils bereits sechs Mal ins gegnerische Tor. Während diese Ausbeute für den Leipziger fast erwartet wurde (letzte Saison kam Werner schlussendlich auf 21 Saisontore), ist Volland vor dem gegnerischen Gehäuse so stark wie lange nicht mehr und hat seine Ausbeute der kompletten letzten Saison bereits jetzt erreicht. Dabei zeigt sich der Bayer-Stürmer eiskalt vor dem Tor: Von seinen bisherigen drei Großchancen hat er alle verwandelt, Werner hingeben vergab schon drei Mal aus aussichtsreicher Position. Die beiden liefern sich das Offensiv-Duell übrigens nicht nur in der Bundesliga. Volland gegen Werner ist auch ein Duell zweier WM-Kandidaten. Hier konnte sich Werner allerdings zuletzt deutliche Vorteile erspielen. Grundsätzlich ist es aber ohnehin ein Vergleich von sehr unterschiedlichen Stürmertypen: Werner ist der pfeilschnelle Sprinter (35 km/h Topspeed), Volland hingegen robuster in den Zweikämpfen und laufstärker (11,4 Kilometer Laufstrecke pro 90 Minuten). Am Samstag wird sich zeigen, welcher Stürmertyp sich durchsetzen wird.