Leverkusen - Bayer 04 Leverkusen gibt seinen Fans und Gegnern in dieser Saison einige Rätsel auf. Im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinals zeigte die Werkself bei der 2:4-Niederlage gegen Atletico Madrid ihre beiden Gesichter sogar innerhalb eines einzigen Spiels. Nun geht's in der Bundesliga am Samstag gegen den 1. FSV Mainz 05.

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Konstant scheint bei den Rheinländern in dieser Saison nur die fehlende Konstanz zu sein. Im Jahr 2017 wechselten sich tolle Siege regelmäßig mit bitteren Pleiten ab. In sechs Pflichtspielen gab es in Bundesliga und Champions League drei Erfolge und drei Niederlagen. Doch das 2:4 gegen den spanischen Spitzenclub unter der Woche wollten die Verantwortlichen gesondert betrachtet wissen. Denn Atletico sei ein absolutes europäisches Top-Team und als zweimaliger Finalist in der Champions League binnen der letzten drei Jahre ein anderes Kaliber als die meisten anderen Gegner.

Aufholjagd hat begonnen

Trotzdem sahen die Betrachter in der ausverkauften BayArena einen wechselhaften Autritt von Bayer 04 - eine Halbzeit lang schwach und folgerichtig mit 0:2 in Rückstand, dann eine Dreiviertelstunde stark und dem Ausgleich nahe. "Ich finde, dass es ein enges Duell war. Wir hatten auch unsere Chancen", meinte Karim Bellarabi, der am Wochenende zuvor das Bundesliga-Jubiläumstor Nummer 50.000 erzielte. "Wir sind als eine sehr junge Mannschaft auf eine sehr erfahrene getroffen. Aus dem Spiel können wir sehr viel lernen."

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Lernen für die Bundesliga ist nun angesagt. Im Oberhaus überwand die Werkself zuletzt ihre Sturmflaute der Hinrunde, schoss in fünf Partien im Jahr 2017 elf Tore und bezwang mit Hertha und Frankfurt gleich zwei direkte Konkurrenten im Kampf um die internationalen Plätze souverän. Nach dem Tiefpunkt nach dem 0:1 in Hamburg vor drei Wochen keimt wieder Hoffnung im Rheinland auf. Der Start der dringend benötigten Serie für die große Aufholjagd gelang mit den beiden Dreiern gegen die Eintracht und in Augsburg. Der Rückstand auf Platz sechs beträgt nur noch vier Punkte.

Fokus Bundesliga

Ist dieser Aufschwung nach der Atletico-Pleite nun in Gefahr? "Nein", sagt Julian Brandt. "Für uns persönlich war es ein ärgerliches Spiel, aber kein Dämpfer für die Bundesliga." Teamkollege Benjamin Henrichs pflichtet ihm vor der Partie gegen die Rheinhessen bei: "Gegen Mainz geht es wieder bei Null los", sagt der 20-Jährige. "In der Bundesliga müssen wir dran bleiben und an die letzten Resultate anknüpfen."

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Es dürfte der Mannschaft von Trainer Roger Schmidt recht kommen, dass der 1. FSV selbst seine Probleme hat und nur zwei seiner letzten zehn Liga-Spiele gewinnen konnte. Die Mainzer rutschten dadurch auf Platz zwölf ab und müssen aufpassen, dass sie nicht noch richtig in den Abstiegskampf verwickelt werden.

Tendenz Werkself

Allerdings gehört das Team von Coach Martin Schmidt traditionell nicht gerade zu den Lieblingsgegnern von B04: Nur in einem der letzten vier Heimspiele konnte Bayer einen Dreier einfahren, in den letzten drei Partien daheim gelang Leverkusen nur ein Tor. Besser lief es im Hinspiel, als Chicharito alle drei Treffer beim 3:2-Erfolg der Werkself erzielte. Danach geriet der mexikanische Superstar in eine Torkrise, die er mit Beginn des neuen Jahres aber eindrucksvoll mit fünf Buden in den letzten drei Bundesliga-Vergleichen beendete. Die Tendenz spricht also auch in dieser Hinsicht für Leverkusen.

Aus Leverkusen berichtet Tobias Gonscherowski