Am Tag nach seinem ersten Spiel für Werder Bremen in der "Neuzeit" stellte sich Rückkehrer Tim Borowski den Medienvertretern und gab erstmals Einblick in seine Gefühlswelt nach dem Wechsel.

Frage: War der erste positive Fan-Kontakt ein Trost für einen super-stressigen ersten Werder-Tag mit Anreise nach Frankfurt, Einkleiden, Spielvorbereitung, Spiel und Heimreise bis in den frühen Morgen?

Tim Borowski: Die letzten beiden Tage waren sehr stressig, aber die Vorfreude auf die nächste Saison war größer. Ich freue mich auf die Mannschaft, auf den Trainerstab. Das wird eine interessante Geschichte. Schön, dass ich wieder hier bin.

Frage: Sie waren nur ein Jahr weg, aber die Rolle hat sich doch verändert. Plötzlich sind Sie einer der erfahrensten Spieler in einer sehr jungen Mannschaft.

Borowski: Das sehe ich positiv. Wir haben sehr viele starke junge Spieler, darunter aktuelle U 21- Europameister, die für große Qualität stehen. Gepaart mit den erfahrenen Spielern haben wir eine gute, schlagkräftige Mannschaft zusammen. Natürlich lief es gestern in Frankfurt noch nicht so rund, aber wir werden das in den anstehenden Testspielen noch verfeinern.

Frage: Sie tragen ab jetzt die Nummer 6, ein Trikot, das zuletzt Mannschaftskapitän Frank Baumann überstreifte. Ist da Ehrfurcht dabei?

Borowski:(lacht) Eigentlich hätte ich Baumi anrufen müssen, ob ich diese Nummer überhaupt annehmen darf, er hat sie immerhin zehn Jahre getragen. Aber er wird es mir nicht übel nehmen. Ich werde alles daran setzen, die erfolgreiche Zeit dieses Trikots weiter fortzuführen. Für mich ist es ebenfalls eine gute Nummer. Ich habe sie schon in der Jugend oft getragen.

Frage: Steht mit der "6" auf dem Rücken auch Ihre Position fest?

Borowski: Das wird sich zeigen. Man kann diese Position auch ganz unterschiedlich interpretieren. Die klare Sechs gibt es im modernen Fußball eigentlich nicht mehr.

Frage: Welche Erwartungen haben Sie an Ihre Rolle bei Werder?

Borowski: Ich möchte jetzt schnell in die Mannschaft finden. Werder hat sich durch sein Kombinationsspiel immer ausgezeichnet, das will ich mit meinem Spiel fördern. Darüber hinaus will ich meine Erfahrungen, die ich in der Meisterschaft und international sammeln durfte, an die jungen Spieler weitergeben. Gemeinsam mit dieser Mannschaft will ich Erfolg haben und ganz klar in den internationalen Bereich reinkommen.

Frage: Warum haben sich die Verhandlungen über Ihre Rückkehr so lange hingezogen?

Borowski: Warum es nicht so schnell ging, wie es sich einige erhofft oder gewünscht haben, liegt doch auf der Hand. Bei solch einem Transfer müssen sich mehrere Parteien einigen, da werden einige Gespräche geführt. Das Transferfenster schließt ja aber erst am 31.08.2009, so gesehen, ging es dann doch zügig. Das hat mich fast etwas überrascht. Aber es ist auch sehr wichtig, da ich so noch einige Trainingseinheiten und Testspiele mit dem Team absolvieren kann.

Frage: Können Sie dieses Jahr bei Bayern München schon einordnen? War es eine gute Erfahrung oder ein Karriere-Rückschlag?

Borowski: Diese Erfahrung im letzten Jahr will ich nicht missen. Da gab es ja einige Momente die für Schlagzeilen gesorgt haben. Aber die Phase ist auch schon weitgehend abgehakt, ich will mich jetzt auf Werder konzentrieren. Es stehen einige Herausforderungen an, allen voran, das schwere Pokalspiel bei Union Berlin.



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