Frankfurt - Viele Experten hatten Eintracht Frankfurt eine schwere Saison prophezeit. Aber es kam anders. Die Hessern überwintern in der Bundesliga mit 23 Punkten auf dem Konto auf Platz 9.

Nach dem letzten Hinrundenspiel in Leverkusen spricht Eintracht-Außenverteidiger Bastian Oczipka im Interview mit bundesliga.de über die positive Entwicklung der Eintracht.

bundesliga.de: Bastian Oczipka, die Eintracht hat im letzten Hinrundenspiel ein 1:1-Unentschieden in Leverkusen geholt. Wie zufrieden sind Sie mit dem Jahresabschluss gewesen?

Bastian Oczipka: Das Ergebnis in Leverkusen war am Ende ein bisschen enttäuschend. Vor dem Spiel hätte jeder ein Unentschieden unterschrieben. Aber nach dem Spielverlauf hätten wir das 1:0 über die Runden bringen müssen. Leider machen wir noch einen haarsträubenden Fehler, nachdem wir das Gegentor kassieren.

bundesliga.de: Wie viel Spaß hat die Hinrunde gemacht, nach der die Eintracht ein Torverhältnis von 34:34 aufweist?

Oczipka: Die erste Hälfte der Hinrunde war nicht so gut und überzeugend von uns. Nach gutem Start sind wir zwischenzeitlich abgerutscht. Da hat dann jeder gesagt, dass wir bis auf Platz 18 durchgereicht werden. Danach haben wir uns gefangen und die letzten sechs Spiele richtig gut gespielt. Wir haben viele Punkte geholt und auch von der Spielweise überzeugt. Das war sehr gut. Wenn wir auf diesem Weg bleiben, können wir in der Rückrunde noch viel erreichen.

bundesliga.de: Die Eintracht befand sich vor der Saison im Umbruch. Ein Trainer ist gekommen, viele Leistungsträger hatten den Verein verlassen. Haben Sie diese Entwicklung so erwartet?

Oczipka: Vor der Saison ist das immer schwer zu sagen. Wir hatten viele Abgänge und Neuzugänge. Das Trainerteam ist neu. Es war klar, dass sich das erst finden musste. Es hat auch ein paar Spiele gedauert, keine Frage. Aber wenn man die Entwicklung sieht, sind wir auf einem sehr guten Weg. Wenn wir noch an ein paar Stellschrauben drehen, können wir in der Rückrunde wie gesagt noch eine richtig gute Rolle spielen.

"Sollten uns nicht krampfhaft hintenreinstellen"

bundesliga.de: Was zeichnet die Mannschaft aus? Wo liegen ihre Stärken?

Oczipka: Wir sind offensiv richtig stark. Es ist nicht nur ein Alex Meier, der am Ende die Tore macht. Insgesamt sind wir im Offensivspiel gut aufgestellt. Wir müssen es allerdings noch im Verbunde hinbekommen, dass wir nicht so viele Gegentore kassieren. Da sind nicht nur die Innenverteidiger oder die Abwehrkette gefragt, sondern das ganze Team. Das werden wir versuchen abzustellen.

bundesliga.de: Letztes Jahr hatte Hoffenheim am Ende der Saison ein Torverhältnis von 72:70. Ist ein Ziel der Eintracht, diese Werte zu toppen?

Oczipka: Das war der Wahnsinn. Hoffenheim war immer für ein Spektakel gut. Aber das ist natürlich nicht unser Ziel. Wir haben die Marschroute vor der Saison bekommen, dass wir wieder in Frankfurt eine Euphorie entfachen wollen, ein Spektakel bieten wollen und dafür sorgen sollen, dass die Zuschauer gerne ins Stadion kommen. Wir sollten uns nicht krampfhaft hintenreinstellen und versuchen, 0:0 zu spielen. Das haben wir ganz gut geschafft.

bundesliga.de: Was ist für die Eintracht in der Rückrunde drin?

Oczipka: Wir stehen sehr gut da. Vor der Saison haben wir als Ziel ausgegeben, dass wir mit dem Abstiegskampf nichts zu tun haben wollen. Wir wissen, dass wir eine Riesenqualität haben und dass wir uns gefunden haben. Wir stehen gesichert im Mittelfeld und haben Anschluss an die oberen Plätze. Wir wären froh, wenn wir oben noch ein bisschen reinpiksen könnten.

bundesliga.de: Gerade zu den internationalen Plätzen ist der Abstand bei nur vier Punkten Rückstand gering. Schauen Sie auch mit einem Auge nach oben?

Oczipka: Absolut. Es geht in beide Richtungen sehr schnell. Ich glaube aber, dass wir uns gefestigt haben und auch nach oben gucken können. Aber unser oberstes Ziel bleibt ein gesicherter Platz im Mittelfeld. Alles was darüber hinausgeht, nehmen wir dankend an.

bundesliga.de: Jetzt geht ins die Weihnachtsurlaub. Worauf freuen Sie sich am meisten?

Oczipka: Ich durfte nach dem Spiel in Leverkusen im Rheinland bleiben. Ich komme ja aus Bergisch Gladbach und werde bei der Familie die Weihnachtstage verbringen. Dann fahre ich noch ein paar Tage in Urlaub.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski