Das exakte Gründungsdatum von Hannover 96 ist der 12. April 1896, und den 12. April wählten auch zehn engagierte Fans von 96, um den "Rote Kurve - 96 Supporters Club" zu gründen. Das geschah im Jahr 2004, so dass der offizielle Fan-Dachverband von Hannover 96 kürzlich sein fünfjähriges Bestehen feiern durfte.

"Der eigentliche Ausgangspunkt war eine Fan-Demo 2003 auf dem Opernplatz in Hannover gegen die Preiserhöhung im Stadion. Dabei haben sich viele Fans verschiedener Strömungen näher kennengelernt und es ist aufgefallen, dass es keine richtige Kommunikationsstelle zwischen Fans und Verein gibt", schaut der jetzige 1. Vorsitzende der "Roten Kurve", Christian Brehm, auf die Vorgeschichte zurück.

Danach nahm die Idee einer Gründung eines Supporters Clubs mehr und mehr Gestalt an in Hannover - unterstützt durch Fans des Hamburger SV, die ihren Supporters Club bereits auf die Beine gestellt hatten.

Interessen bündeln

"Ein Hauptziel war es, eine übergeordnete Institution für alle Fanclubs mit ihren unterschiedlichsten Interessen und Zielen zu schaffen. Um dann zu versuchen, die Interessen zu bündeln und die Kommunikation und die Wege zum Verein zu vereinfachen", erklärt Brehm.

Dieses Ziel hat die "Rote Kurve" offensichtlich erreicht, zumal 96-Geschäftsführer Martin Kind die Zusammenarbeit mit dem Supporters Club lebt und fördert.

Akzeptanz durch 96-Geschäftsführer Kind

"Wir haben inzwischen eine Fanrunde geschaffen, die sich vier oder fünf Mal im Jahr trifft. Hier sprechen unsere Vertreter mit den Verantwortlichen des Ticketing oder den Sicherheitsbeauftragten und mit Herrn Kind über aktuelle, relevante Themen. Das hat zu einer starken Verbesserung der Kommunikation geführt: Man sitzt sich Auge in Auge gegenüber, man kennt sich inzwischen", sagt Brehm.

Und akzeptiert sich. So kam Martin Kind bei der Suche nach einem Fanbeauftragten für 96 auf die "Rote Kurve" zu, um von dieser einen Vorschlag zu hören. In Frank Watermann wurde ein Kandidat gefunden, der zum engen Umfeld der 96-Fans und zu den Mitgliedern der "Roten Kurve" zählte.

Zwinger-Club entstanden

In den letzten Jahren entstanden zudem ein Fanhaus am historischen Eilenriedestadion - dem Nachwuchsleistungszentrum der Roten - und ein Fantreff in der AWD- Arena. Der Fantreff erhielt den Namen Zwinger-Club, da er sich auf dem ehemaligen Platz des Hundezwingers der Polizei auf dem Gelände des Niedersachsenstadions befand.

Diese Anlaufstellen für die 96- Anhänger wurden in liebevoller Eigenregie von den Fans gestaltet und renoviert.
Die alltäglichen, organisatorischen Arbeiten des Supporters Club werden im alten Fan-Shop von Hannover 96 erledigt, indem sich jetzt der Fanladen C2 befindet. Hier bekommen 96er Fanutensilien aus eigener Hand und Tickets für die Spiele.

Hohe Diskussionskultur

Aktuell gehören mehr als 2.500 Mitglieder dem Supporters Club an. Eine Zahl, mit der Ehrenamtler Christian Brehm sehr zufrieden ist. Brehm: "Für unsere Mitglieder gibt es eigentlich keine finanziellen oder andere Vorteile. Deshalb wird die Mitgliederzahl nicht durch Leute verwässert, die irgendwelche Vorteile erhaschen wollen.

Wir sind sehr heterogen aufgestellt, bei uns sind Fans der unterschiedlichsten Strömungen vertreten: Ultras, Kuttenträger, Normalos - eigentlich der ganze Querschnitt. Deshalb herrscht auch eine hohe und ständige Diskussionskultur bei uns. Quasi eine Basisdemokratie." Für die Zukunft erhofft sich die "Rote Kurve" die Mitgliederzahl weiter zu erhöhen.

Auf das Fünfjährige der "Roten Kurve" wurde dann auch nicht nur einmal angestoßen. Das ganze Jahr wird hier und da gefeiert, wobei der Vorstand noch eine ganze besondere Überraschung plant. "Was das sein wird, wird jetzt nicht verraten", deutet Brehm aber noch ein echtes Highlight für Hannovers Supporters Club an.

Stefan Kusche