Philipp Lahm, Breno und Lucio - das ist die kostspieligste Abwehrreihe in den Top Ten der teuersten OBM-Verteidiger. Die drei Münchner kosten einzeln jeweils über sechs Millionen und zusammen fast 20 Millionen Euro. Während die drei im OBM einträchtig zusammen stehen, haben sie unter Trainer Jürgen Klinsmann noch kein Bundesligaspiel gemeinsam bestritten.

Das liegt fast ausschließlich an Breno Vinicius Rodrigues Borges, kurz Breno. Lediglich am 6. Spieltag bei der 0:1-Niederlage in Hannover stand der Brasilianer seinen Mann in der Bayern-Deckung. Aber Breno ist jung, mit 19 Jahren steht er am Anfang seiner Karriere und die Konkurrenz beim Rekordmeister ist nicht von Pappe.

Die OBM-Trainer lassen Breno nicht so stark außen vor: Immerhin 708 Trainer haben das Talent gekauft. Brenos OBM-Zweikampfstärke von 52 Prozent ist natürlich extrem ausbaufähig, ihm fehlt eindeutig die Spielpraxis.

Liebling Lahm

Lahm und Lucio sind dagegen feste Größen ins Klinsmanns Startelf; die beiden zählen sowohl im OBM als auch auf dem Rasen zu den Besten ihres Fachs. Lahm ist einer der Lieblinge im OBM, der vielseitige Abwehrspieler steht in 6250 Aufgeboten. Lucio, mit einer extrem hohen OBM-Zweikampfstärke von 75 Prozent, wurde aber nur 2716 mal gekauft.

Ein Weltmeister folgt dem Bayern-Trio in der Geldrangliste des OBM. Wolfsburgs Andrea Barzagli kostet die OBM-User nur unwesentlich weniger als die Bayern, und der Italiener ist eigentlich sein Geld wert: Bei Felix Magath ist Barzagli der absolute Abwehrchef, der alle 21 Bundesligaspiele komplett absolviert hat! Am 21. OBM-Spieltag war der Italiener bester Verteidiger mit 68,8 Prozent gewonnener Duelle.

Ladenhüter Barzagli

Doch die OBM-Entscheider zeigen Barzagli die kalte Schulter. Nur 291 Spieler bauen auf den herausragenden Zweikämpfer Barzagli! Das könnte daran liegen, dass der Wolfsburger erst seit dieser Saison in der Bundesliga sein Geld verdient – im Gegensatz zu den zwei Bremer Abwehr-Hünen, die auf dem Transfermarkt das fünft- und sechsmeiste Geld kosten.

Per Mertesacker und Naldo wurden jeweils von mehr als 4000 OBM-Spielern verpflichtet. Die guten Zweikampfwerte von 75 (Mertesacker) und 74 Prozent bestätigen die OBM-Trainer in ihrer Wahl, auf dem echten Spielfeld haben die Abwehr-Asse ihre Top-Form aus besserer Bremer Vergangenheit noch nicht gefunden.

5000 bauen auf Bordon

Das gilt auch für Schalkes Abwehrchef Marcelo Bordon. Das 33-jährige Kraftpaket biegt auf die Zielgerade seiner Laufbahn und strahlt nicht mehr die Souveränität der Vorsaison aus. Der siebtteuerste OBM-Verteidiger ist aber weiterhin äußerst beliebt bei den Usern, fast 5000 OBM-Teams setzen auf den Brasilianer.

Martin Demichelis auf Rang acht komplettiert die Viererkette des FC Bayern unter den Top Ten der teuersten Abwehrspieler. Nach einer bärenstarken Vorsaison haben 4693 OBMer den Argentinier gekauft, der in dieser Spielzeit weder im OBM noch im Bayern-Trikot konstant sein hohes Niveau erreicht hat.

Wenig Vertrauen in Boulahrouz

Alle wollen Heiko Westermann. Fast 7000 OBM-Trainer haben den Schalker Allrounder verpflichtet, der vor allem durch seine Schnelligkeit von 83 Prozent besticht. Für Trainer Fred Rutten stellt Westermann die Schalker Allzweckwaffe da. Wo Not am Mann herrscht, spielt Westermann außer Torwart eigentlich alles.

Am Ende der Top Ten im OBM steht Khalid Boulahrouz mit etwa 4,8 Millionen Euro Ablöse. Eine stolze Summe für den Stuttgarter, der noch keinen Stammplatz beim VfB erkämpft hat. Auch die OBM-Trainer sind sehr skeptisch bei dem Niederländer mit der wenig überzeugenden Zweikampfstärke von 64 Prozent. Nur 614 Teams spielen mit Boulahrouz.

Insgesamt scheuen viele OBM-Trainer offensichtlich hohe Ausgaben für die teuersten Abwehrspieler. Nur 605 User haben zwei der drei Bayern-Stars Lahm, Lucio und Breno im Kader, ganze 33 Trainer haben das komplette Bayern-Trio gekauft.

Stefan Kusche