Lukas Podolski ist heiß auf ein Schützenfest gegen Liechtenstein, DFB-Boss Theo Zwanziger setzt Kapitän Michael Ballack unter Druck, und Franz Beckenbauer fordert von der deutschen Nationalelf unmissverständlich zwei Siege.

"Sechs Punkte - mehr brauchen wir nicht!", sagte Beckenbauer vor den ersten WM-Qualifikationsspielen des Jahres gegen Liechtenstein in Leipzig (Samstag, ab 19:45 Uhr im Live-Ticker) und in Wales (Mittwoch, 1. April, ab 20:30 Uhr im Live-Ticker von bundesliga.de).

Nach den bitteren Niederlagen gegen England (1:2) und Norwegen (0:1) erwarten die Fußball-Granden Beckenbauer und Zwanziger, dass die Nationalmannschaft mit Siegen gegen Liechtenstein und Wales wieder etwas für ihr zuletzt angekratztes Image tut.

Schwache Leistung gegen Norwegen

Beim 0:1 gegen Norwegen in Düsseldorf im Februar hatten die Nationalspieler nach einer blutleeren Leistung ein gellendes Pfeifkonzert über sich ergehen lassen müssen. Die Erwartungshaltung der 43.400 Zuschauer im ausverkauften Leipziger Zentralstadion ist mindestens genauso hoch.

"Wenn die Mannschaft gegen Liechtenstein und Wales eine gute Leistung abliefert, was ich von ihr erwarte, werden die Dinge, die in der Vergangenheit diskutiert wurden, sehr schnell kein Thema mehr sein", sagte Zwanziger.

Podolski: "Ich will etwas gutmachen"

Bei den Spielern scheint die Forderung von Zwanziger und Beckenbauer angekommen zu sein. "Ich werde versuchen, in beiden Spielen meine Leistung zu bringen, Tore zu machen und uns damit zur WM zu schießen. Ich will etwas gutmachen", sagte "Poldi", der für das Länderspiel gegen Norwegen nicht nominiert worden war. "Die ganze Mannschaft ist im Training hochkonzentriert. Wir wissen, dass jetzt Erfolgserlebnisse kommen müssen", sagte auch Hamburgs Marcell Jansen.

Damit die Nationalmannschaft mit Blick auf die Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika wieder den Erfolgsweg einschlägt, nimmt Zwanziger vor den ersten beiden Pflichtspielen des Jahres vor allem DFB-Kapitän Ballack in die Pflicht. "Ballack muss vorneweg gehen und mitreißen", sagte Zwanziger, nachdem der Profi vom FC Chelsea nun schon länger verletzungsfrei geblieben ist und wieder die tragende Stütze der Nationalelf werden soll.

Bierhoff lobt Ballack

Das Verhältnis von Ballack zu seinen Teamkollegen in der Nationalmannschaft hat sich offenbar bereits verbessert, nun muss der Mittelfeldspieler auch auf dem Platz wieder mehr Verantwortung übernehmen. Lob für seinen Sinneswandel erhielt Ballack derweil von Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff, der nach einem Streit im Anschluss an das EM-Finale 2008 gegen Spanien in Wien (0:1) monatelang mit dem DFB-Kapitän im Clinch lag.

"Wir merken, dass die Gespräche und die Klärung mit Michael gutgetan haben, und beobachten ein absolut positives Verhalten von ihm in der Mannschaft und auch der sportlichen Leitung gegenüber", sagte Bierhoff. Auch Podolski sieht in Ballack wieder einen absoluten Führungsspieler. "Er ist unser Leader und spielt für uns eine ganz wichtige Rolle", sagte der Münchner.

Leistungstest im September

Unterdessen gab Löw-Assistent Hansi Flick bekannt, dass der Vize-Europameister im September einen weiteren Fitnesstest durchführen wird.

Vor dem Länderspiel am 5. September in Leverkusen gegen Südafrika und dem WM-Qualifikationsspiel vier Tage später gegen Aserbaidschan in Hannover müssen sich die Nationalspieler damit noch einmal unter Anleitung von DFB-Internist Prof. Tim Meyer einem Ausdauer- und Schnelligkeitstest unterziehen.

Guten Eindruck beim Fitnesstest

Damit haben auch die beim Fitnesstest am Dienstag fehlenden Spieler die Möglichkeit, den Leistungstest nachzuholen. Unter anderem hatten Rene Adler, Piotr Trochowski und Per Mertesacker den Leistungstest am Dienstag verpasst. Trochowski (Lauftraining) und Mertesacker kehrten am Mittwoch bereits wieder zurück auf den Trainingsplatz, auch Adler soll bis Samstag fit werden.

Mit den bislang vorliegenden Ergebnissen vom Fitnesstest am Dienstag zeigte sich Flick zufrieden. Zwar seien die Daten noch nicht endgültig ausgewertet, "aber die Spieler waren engagiert, haben voll mitgezogen und einen guten Eindruck hinterlassen".