Michael Ballack, Luiz Felipe Scolari, Arsene Wenger, Rafa Benitez, ein Ziel: Sir Alex Ferguson vom Thron stoßen.

Am Wochenende startet im Fußball-Mutterland England der erneute Kampf der "Fantastischen Vier" um den Titel. Titelverteidiger und Champions-League-Sieger Manchester United will dabei den Ansturm des FC Chelsea, FC Arsenal und FC Liverpool zum dritten Mal in Folge abschmettern und mit dann 18. Titeln mit Rekordmeister Liverpool gleichziehen.

Vorfreude bei Ballack

Bei den großen Buchmachern ist Manchester wieder Topfavorit (Quote: 12,5:10), gefolgt von Chelsea (16:10), Arsenal (60:10) und Pool (60:10), das zum wiederholten Mal nach dem ersten Titel seit 1990 strebt. Bereits in den vergangenen drei Spielzeiten haben die "Fabulous Four" den Titel unter sich ausgemacht, der Rest der Liga wird sich wohl auch diesmal um den UEFA-Cup schlagen oder gegen den Abstieg kämpfen.

"Ich freue mich auf die kommende Saison. Wir haben ein gutes Team und eine weitere Chance, vier Titel zu gewinnen", sagte Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack. Den ersten "Kick off" haben am Samstagmittag Arsenal und Aufsteiger West Bromwich Albion, es folgt Liverpools Auftritt beim FC Sunderland. Am Sonntag trifft Chelsea dann auf Pokalsieger FC Portsmouth und Manchester auf Newcastle United.

Blick nach vorne gerichtet

Die Monate Mai und Juni will Ballack schnell vergessen machen. Zunächst der knapp verlorene Titelkampf in England, dann das Elfmeter-Drama im Champions-League-Finale und schließlich die Niederlage mit Deutschland im EURO-Endspiel gegen Spanien. Ballack: "Ich bin kein Typ, der seinen Kopf aus Verzweiflung in den Händen vergräbt. Der einzige Weg, die Enttäuschungen zu verarbeiten, ist, wieder Erfolg zu haben."

Investiert wurde für englische Verhältnisse bis zwei Wochen vor dem Transferschluss eher konservativ: ManU hatte bis Freitag lediglich Davide Petrucci (AS Rom) verpflichtet. Doch die "Red Devils", bei denen Ronaldo nach Knöchel-OP auf jeden Fall den ersten Monat der Saison fehlt und Wayne Rooney angeschlagen ist, stehen mit Tottenham Hotspur vor der Einigung über einen Wechsel des ehemaligen Leverkusener Bundesligastürmers Dimitar Berbatow.

"Vergleichen Sie mich nicht mit Jose Mourinho"

Der FC Chelsea versucht mit dem neuen Trainer Scolari an die Jahre 2005 und 2006 anzuknüpfen, als er mit Jose Mourinho jeweils den Meistertitel gewann.

"Vergleichen Sie mich nicht mit Jose Mourinho", sagte "General Felipao", der nach der Niederlage im EURO-Viertelfinale mit Portugal gegen Deutschland (2:3) dem Ruf von Roman Abramowitsch folgte. "Mourinho sagt, dass er zehn Titel will, ich bin zurückhaltender", ergänzte der Brasilianer, der einen Drei-Jahres-Vertrag erhielt und viele Trophäen heranschaffen soll. Dafür holte Scolari seinen Liebling Deco (Barcelona) und Jose Bonsingwa (FC Porto).

Wenger mit Personalsorgen

Nach der enttäuschenden vergangenen Saison hatte Arsene Wenger beim FC Arsenal, der bis in den Februar an der Spitze lag, vor allem personellen Aderlass zu verkraften - weniger in Person des ohnehin ins zweite Glied gerückten deutschen Nationaltorhüters Jens Lehmann, sondern vielmehr in den Abgängen Gilberto, Mathieu Flamini und Alexander Hleb.

"Wir haben dafür aber Samir Nasri geholt", verwies der Elsässer auf den 21 Jahre jungen französischen Nationalspieler (15,0). Wenger zieht den Jugendstil durch, weil er muss: Zum Auftakt fehlen sieben Stammkräfte, darunter der Ex-Dortmunder Tomas Rosicky.

Liverpool will's wissen

Bleiben die "Reds", die seit 18 Jahren im Titelrennen das Nachsehen haben. Ein Rekordmeister ManUtd wäre ein Alptraum, deshalb landete man bislang den Transfercoup des Sommers.

Der irische Nationalmannschaftskapitän Robbie Keane wechselte an die Anfield Road und wird Europameister Fernando Torres im Angriff unterstützen.