Paderborn - Der SC Paderborn 07 geht trotz der jüngsten Derby-Niederlage bei Borussia Dortmund optimistisch in den Saisonendspurt. Immerhin darf der Aufsteiger drei der letzten fünf Spiele daheim austragen.

Und zuhause haben sich die Ostwestfalen zuletzt gefangen und gepunktet. Vor der Partie gegen Werder Bremen (Sonntag ab 15 Uhr im Liveticker) spricht Marvin Bakalorz im Interview mit bundesliga.de über die Ausgangssituation, seine Lehren aus der Saison und die kommenden Aufgaben.

"Wir sind sehr optimistisch"

bundesliga.de: Marvin Bakalorz, fünf Spieltage sind noch zu spielen, dann ist die Saison 2014/15 Geschichte. Mit wieviel Optimismus gehen Sie mit dem SC Paderborn 07 in den Endspurt?

Marvin Bakalorz: Wir sind sehr optimistisch. Die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass wir stark genug sind, um den Klassenerhalt zu schaffen. Gegen Augsburg haben wir ein richtig starkes Spiel gemacht und 2:1 gewonnen, gegen Dortmund war die erste Halbzeit gut. Wir müssen jetzt versuchen, diese Leistungen über 90 Minuten zu bringen, im Zweikampf noch präsenter sein und den Abstiegskampf richtig annehmen.

bundesliga.de: In den jüngsten beiden Heimspielen konnte die Mannschaft vier Punkte einfahren. Drei der letzten fünf Spiele finden im eigenen Stadion statt. Werden die Heimspiele der Schlüssel zum Klassenerhalt?

Bakalorz: Das spielt uns in die Karten. Wir sind heimstark und fühlen uns zuhause sicher. Trotzdem ist jedes Bundesliga-Spiel schwer. Man hat in der Hinrunde gesehen, dass unser nächster Gegner Werder Bremen eine starke Mannschaft hat. Wir müssen mit Freude an die Sache gehen.

"Man muss nicht nervös werden"

bundesliga.de: Wie ist die Stimmung in der Truppe, wie sind die Ansprachen des Trainers? Merkt man, dass es jetzt ernst wird und um alles geht?

Bakalorz: Man muss nicht nervös werden. Es sind noch genug Spiele. Wir wissen um unsere Stärke und haben weiterhin Spaß im Training. Das ist auch wichtig, sonst verkrampft man. Es ist alles wie vorher auch. Natürlich werden die Spiele weniger, aber warum sollten wir jetzt im Training oder bei der Ansprache etwas ändern?

bundesliga.de: In Paderborn herrschte immer Ruhe, der Tiefpunkt in der Rückrunde scheint überwunden zu sein, wie die Leistungen und Ergebnisse der letzten Wochen zeigen. Paderborn steht auf dem Relegationsplatz. Also kein Grund zur Panik?

Bakalorz: Genau. Natürlich ist Platz 16 kein sicherer Platz. Aber uns war vor der Saison bewusst, dass es eine harte Saison werden würde und es so kommen kann. Jetzt müssen wir unseren Mann stehen und versuchen, so viele Punkte wie möglich zu holen.

"Fühle mich richtig wohl in Paderborn"

bundesliga.de: Ist es das primäre Ziel, diesen Relegationsplatz zu verteidigen?

Bakalorz: Am liebsten würden wir den Klassenerhalt über Platz 15 regeln. Keiner sagt fünf Spieltage vor Saisonende, dass er gerne Relegation spielen würde. Das wollen wir vermeiden. Aber wenn es so kommen sollte, werden das unsere beiden Endspiele.

bundesliga.de: Hinter dem SCP rangieren derzeit mit dem VfB Stuttgart und dem Hamburger SV Clubs mit ganz anderen Ansprüchen. Wie schwer wird es, diese Clubs hinter sich zu lassen?

Bakalorz: Wir haben den VfB Stuttgart am letzten Spieltag zuhause. Es kann sein, dass die Partie das Finale wird. Wir wollen das, wie gesagt, aber vermeiden.

bundesliga.de: Wie sehen Sie selbst Ihr erstes Bundesliga-Jahr in Paderborn?

Bakalorz: Im Großen und Ganzen war es ein schönes Jahr. Ich habe fast jedes Spiel absolviert. Vor ein paar Wochen hatte ich ein kleines Leistungstief, was aber normal ist. Aus dem bin ich wieder raus. Ich fühle mich richtig wohl in Paderborn, versuche, so viele Spiele wie möglich zu machen. Ich habe sehr viel gelernt in dem Jahr.

"Bremen wird eine sehr schwere Aufgabe"

bundesliga.de: Am Wochenende spielt der SCP gegen Werder Bremen, eine Mannschaft, die nach der Hinrunde noch hinter Paderborn stand und nun als Siebter um die Europa League kämpft. Wie schwer wird die Aufgabe?

Bakalorz: Wir haben gegen Werder auf jeden Fall etwas gutzumachen, weil das Hinspiel sehr schlecht war. Werder stand erst unten, ist dann stabil geworden und eine Einheit. Das wird eine sehr schwere Aufgabe. Aber wir sind auch heimstark und glauben an uns. Deswegen gehe ich davon aus, dass wir drei Punkte einfahren werden.

bundesliga.de: Dann kommt es noch zu den Endspielen in Freiburg und gegen Stuttgart. Sind das die entscheidenden Partien?

Bakalorz: Nein, jetzt ist jedes Spiel wichtig. Der SC Freiburg hat sich auch gefangen, Stuttgart auch. Sie haben Qualität und erfahrene Spieler in ihren Reihen. Das wird ein tolles Saisonfinale. Wir hoffen, dass wir am Ende über dem Strich stehen.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski