Der Deutsche Meister VfL Wolfsburg hat einen Traumstart hingelegt und auch sein zweites Bundesliga-Spiel letztlich souverän mit 3:1 beim 1. FC Köln gewonnen. Damit bleiben die "Wölfe" auch an der Tabellenspitze.

Während die meisten Titelfavoriten ein wenig holprig in die Saison starteten, beeindruckt der VfL Wolfsburg die Konkurrenz. Trotz der langen Sommerpause, trotz des Trainerwechsels von Felix Magath zu Armin Veh und trotz eines modifizierten Spielsystems zeigt der Titelverteidiger keine Schwächen. Ganz im Gegenteil. Und das erstaunt.

Schon 16 Siege in 2009

Denn die Spielplanmacher der DFL hatten dem Meister gleich ein kniffliges Auftaktprogramm beschert und ihm zwei happige Brocken serviert. Weder gegen den VfB Stuttgart (1:4), noch gegen den 1. FC Köln (1:1) hatten die "Wölfe" bei ihrem sensationellen Siegeszug in der vergangenen Rückrunde gewinnen können. Das will schon etwas heißen, denn Wolfsburg konnte 14 seiner 17 Spiele für sich entscheiden.

Inzwischen stehen im Kalenderjahr 2009 also sogar 16 Siege aus 19 Partien zu Buche. Wie in der Meistersaison demonstrieren die Spieler eine große Gelassenheit. Überschwänglicher Jubel bleibt aus, die Truppe weiß einfach um ihre Stärken und ruft ihr Potenzial ab. Obwohl die Mannschaft in Köln immerhin bis zur 72. Minute in Rückstand lag, und insbesondere in Person von Torjäger Grafite eine Großchance nach der anderen vergab, verfiel sie nie in Hektik.

Großes Selbstvertrauen

"Wir wissen, dass wir eine gute Mannschaft haben, dass wir in jeder Lage des Spiels die Möglichkeit haben, ein Tor zu machen", sagt etwa Wolfsburgs Mittelfeldspieler Sascha Riether: "Wir sind vorne bärenstark und bleiben deshalb ruhig und gelassen. Man sieht, dass uns das gut tut."

Das unerschütterliche Vertrauen in die eigene Stärke basiert auf der Tatsache, dass die Mannschaft im Wesentlichen seit zwei Jahren zusammen und eingespielt ist. Kein Leistungsträger hat den VfL verlassen, mit Obafemi Martins, der in Köln als Joker traf, wurde sogar ein Topstürmer dazugeholt.

Vehs Handschrift wird sichtbar

Damit bieten sich Trainer Armin Veh zusätzliche Optionen. Ohnehin lässt der Coach etwas anders agieren als sein Vorgänger Magath. "Jeder Trainer hat seine eigene Philosophie. Man kann schon die Handschrift von Armin Veh sehen", sagt Spielmacher Zvejezdan Misimovic, der in Köln sagenhafte 120 Ballkontakte hatte.

"Wir wissen, dass wir die Spieler für den vom Trainer geforderten Kombinationsfußball haben. Wir haben gute Fußballer und müssen ruhig am Ball bleiben", erklärt Misimovic: "So wollen wir mehr versuchen, Fußball zu spielen. Unter Magath haben wir recht zurückgezogen gespielt, mehr mit langen Bällen operiert und mehr auf Konter gespielt."

Die Kondition stimmt

Beide Varianten sind ganz offensichtlich erfolgreich. Voraussetzung für beide Spielsysteme ist die totale Fitness der Kicker. Und die stimmt. Gegen Stuttgart und Köln waren die "Wölfe" ihren Gegnern in der Schlussphase konditionell überlegen. Gegen beide Teams traf der VfL erst in den letzten 20 Minuten.

"Wir haben viel Kraft. Wir haben mit dem neuen Trainer eine sehr gute Vorbereitung gemacht", berichtet Goalgetter Edin Dzeko. "Konditionell sind wir gut drauf. Wir haben viel in der Vorbereitung gemacht, haben als erste Mannschaft angefangen", pflichtet ihm Misimovic bei.

Am kommenden Wochenende wartet auf den Champion die nächste harte Bewährungsprobe. Der passabel gestartete Hamburger SV gastiert zum Nordgipfel in der Volkswagen-Arena. "Das ist eine sehr gute Mannschaft. Der HSV hat 4:1 gegen Dortmund gewonnen", warnt Dzeko: "Aber wir spielen zuhause und wollen natürlich gewinnen." Bei den letzten 16 Heimspielen ist dem VfL dieses Vorhaben gelungen ...

Aus Köln berichtet Tobias Gonscherowski