Köln/Berlin - Markus Babbel trägt die Hertha für immer auf der Haut, doch ausgerechnet der Berliner Ex-Trainer könnte die "Alte Dame" endgültig aus dem Oberhaus vertreiben. Im Fernduell mit dem 1. FC Köln um den Relegationsplatz kann der Tabellen-17. am Samstag (ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) keine Gnade vom Gast aus Hoffenheim erwarten.

"Ich will dort gewinnen, mit aller Macht", sagte 1899-Coach Babbel und wird damit zur größten Hoffnung der zwei Punkte vor Berlin liegenden Kölner. "Natürlich hoffen wir auf Hoffenheim", gesteht FC-Trainer Frank Schaefer.

Rehhagel mit Personalsorgen



So drohend wie der auf Babbels Oberarm tätowierte, Axt schwingende Wikinger, auf dessen Rücken die Hertha-Fahne flattert, wirkt der im Dezember 2011 entlassene ehemalige England-Profi auf die Truppe von Otto Rehhagel. "Ich werde meine Mannschaft heißmachen. Berlin wird kein normales Spiel", sagte Babbel.

Babbels Nach-Nachfolger Rehhagel plagen vor dem Spiel arge Personalprobleme. Beim ersten Training der Woche am Dienstag, das wie alle Einheiten in dieser Woche unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand, fehlten Torhüter Thomas Kraft (leichte muskuläre Probleme), Abwehrspieler Christian Lell (schwere Fußprellung) und Stürmer Pierre-Michel Lasogga (Schlag aufs Knie). Alle drei absolvierten nur ein Rehabilitationsprogramm.

Schaefer: "Absolute Gier und absoluten Willen zeigen"



Kämpferisch gibt sich dagegen Kölns Coach Schaefer. Der Solbakken-Nachfolger erstickte die Fitness-Debatte nach dem Einbruch seiner Elf beim 1:4 in Freiburg im Keim: "Wir müssen die absolute Gier und den absoluten Willen zeigen und nicht rumjammern. Die Mannschaft wird in der körperlichen Verfassung sein, ein gutes Spiel zu zeigen."

Die Bekanntgabe des Wechsels von Lukas Podolski zum FC Arsenal am Montag empfand Schaefer als Befreiung. "Es ist gut, dass es so früh vor dem Spiel passiert, sodass wir dann unmittelbar vor dem Spiel die Klarheit haben, die wir auch brauchen", sagte Schaefer: "Ich glaube, dass Klarheit viele Kräfte freisetzt."

FC setzt auf Heimvorteil



Das wird auch nötig sein, schließlich ist der Champions-League-Finalist Bayern München zu Gast. Ähnlich wie Berlin können die Kölner von ihren Gästen keine Geschenke erwarten. "Bayern wird uns nichts schenken", ist sich Schaefer sicher: "Ich kenne Jupp Heynckes, der wird sich seine Mannschaft für das Pokalfinale gegen Dortmund einspielen lassen." Kölns Ex-Bayer Michael Rensing hofft gegen den deutschen Rekordmeister auf eine Überraschung. "Wir haben immer zuhause einen rausgehauen, wenn keiner mit uns gerechnet hat", gibt sich der Torwart kämpferisch.

Auf die Unterstützung der Fans setzt auch Schaefer. "Die Mannschaft hat schon mehrfach gezeigt, dass sie zuhause vor 50.000 Zuschauern über sich hinauswachsen kann. Wir wissen natürlich, dass es unglaublich schwer wird gegen die im Moment vielleicht beste Mannschaft Europas." Schaefers Maxime: "Man muss sich Erfolg auch verdienen. Deshalb wird es ganz, ganz wichtig sein, dass wir eine gute Trainingswoche hinlegen und am Samstag eine gute Leistung zeigen. Nur dann haben wir auch die Chance, belohnt zu werden."