Leverkusen – Der Kapitän des Aufsteigers höchstpersönlich machte den ersten Bundesligasieg des SV Darmstadt 98 seit 33 Jahren perfekt. Beim Gastspiel in Leverkusen sorgte Aytac Sulu bereits in der 8. Minute mit einem wuchtigen Kopfball für das Tor des Tages.

Mit dem Sensationserfolg im Rücken freuen sich die Lilien nun am kommenden Wochenende auf das Spiel der Spiele, wie der Matchwinner im Interview erklärt.

"Ich hatte einfach ein gutes Timing"

Frage: Aytac Sulu, Glückwunsch zum Sieg in Leverkusen. Was hat gegen den Champions-League-Teilnehmer heute den Ausschlag gegeben?

Aytac Sulu: Wir haben defensiv eine sehr stabile Leistung gebracht und im Gegensatz zum letzten Spiel auch das Augenmerk auf Ballbesitz gelegt. Sprich, wir haben die Bälle nicht nur weggehauen, sondern versucht auch in den eigenen Reihen zu halten und ein paar Stafetten einzubauen. Das ist uns heute besser gelungen als noch vor zwei Wochen. Da ist eine Entwicklung zu erkennen. Es braucht zwar noch etwas Zeit, aber für heute war es sehr gut. Durch unsere Standardstärke haben wir letztlich das entscheidende Tor gemacht. Es war ein rundum gelungener Nachmittag für uns.

Frage: Wie würden Sie das Tor aus Ihrer Sicht schildern?

Sulu: Man muss schon überzeugt in einen solche Situation reingehen und versuchen, den Ball Richtung Tor zu bringen. Ich hatte einfach ein gutes Timing und der Ball war auch sehr gut geschossen, genau zwischen den beiden großen Gegenspielern kam der Ball bei mir runter. Und dass ich den Ball aus drei Metern versenken kann, habe ich unter Beweis gestellt (lacht).

Frage: Leverkusen hat am Ende alles nach vorne geworfen. Wie schwer war es gegen Chicharito, Mehmedi, Kampl und Co. die Schlussphase schadlos zu überstehen?

Sulu: Ich war mir schon sicher, dass wir das Ergebnis über die Zeit bringen würden. Klar hat Bayer nochmal eine Menge Qualität aufs Feld gebracht, das war schon Wahnsinn. Aber die Eingewechselten müssen es auch erst einmal schaffen unsere Defensive auszuspielen. Das war offensichtlich nicht so einfach. Auch die Nachspielzeit war für uns keine Überraschung und daher auch kein Problem. Ich finde, wir haben unser Spiel bis zum Schlusspfiff relativ souverän durchgezogen.

"Mit Glück sogar das Ziel verfehlt"

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Frage: Vor der Partie hat Darmstadt einen Punkt als bescheidenen Ziel ausgegeben. Vorgabe klar verfehlt, oder?

Sulu: Mit dem Quäntchen Glück auf unserer Seite haben wir quasi sogar unser Ziel verfehlt und tatsächlich noch etwas Schöneres mitgenommen. Also Entschuldigung an die Fans, dass wir drei Punkte statt nur einen geholt haben (lacht).

Frage: Wie sehr sind Sie nach einem solchen Sensationssieg vom Klassenerhalt überzeugt?

Sulu: Ich war von Anfang an davon überzeugt, dass die Mannschaft den Klassenerhalt schaffen kann. Die Mannschaft hat die Qualität in dieser Liga zu bestehen. Das haben wir bisher jede Woche auf dem Platz gezeigt. Wir geben immer Vollgas. Wenn es mal nicht reichen sollte und der Gegner aufgrund seiner individuellen Klasse ein Spiel, dann werden wir das hinnehmen. Wir wollen aber immer ein Wörtchen mitreden und immer ein unangenehmer Gegner sein. Defensiv stabil stehen, wenig zulassen und mit unseren gegebenen Mitteln Tore erzielen, das muss unser Ziel sein.

"Müssen uns auf die Bayern einstellen"

Frage: Auf was können sich die Bayern denn am kommenden Wochenende am Böllenfalltor einstellen?

Sulu: Ich glaube wir müssen uns eher auf die Bayern einstellen, als das sie sich auf uns einstellen müssen. Wir haben nun das Vergnügen gegen die beste Mannschaft der Welt spielen zu dürfen und freuen uns sehr auf dieses Bonusspiel. Über welche Qualitäten die Bayern verfügen, haben wir in den letzten Jahren regelmäßig am Fernseher verfolgt. Wir werden das Spiel auf jeden Fall genießen und versuchen ein bisschen Spaß zu haben.

Frage: Marco Sailer hat sich heute das Trikot von Chicharito geholt. Haben Sie schon Trikots getauscht oder haben Sie ein bestimmtes von den Bayern im Blick?

Sulu: Nein, ich habe noch kein Trikot und gehe auch nicht auf die Jagd danach. Aber jeder hat so seine Ticks. Toni (Red: Spitzname von Marco Sailer) ist aber ein Trikotsammler und ich weiß, dass er Chicharito schon bei Real Madrid und Manchester United gut fand. Und die gleiche Größe haben sie, glaube ich, auch (lacht).

Aus Leverkusen berichtet Markus Hoffmann