Zusammenfassung

  • Axel Witsel ist in seinem ersten Bundesliga-Spiel bereits der Chef bei Borussia Dortmund

  • Der Belgier trifft gegen Leipzig mit seinem ersten Torschuss spektakulär per Seitfallzieher zum 3:1 für den BVB

  • Witsel: "Ich habe in dieser Szene gar nicht groß nachgedacht und das Tor einfach gemacht."

Dortmund - Kaum angekommen, schon der Chef auf dem Platz: Bei seinem Bundesligadebüt spielte Axel Witsel stark auf und führte Borussia Dortmund mit dem 4:1-Sieg über RB Leipzig an die Tabellenspitze. Dass sich der Belgier dabei ganz nebenher auch noch als Torjäger profilierte, war beim BVB eigentlich gar nicht eingeplant.

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Als ihm die Frage gestellt wurde, ob Axel Witsel denn wohl der überragende Spieler der gerade frisch begonnenen Bundesliga-Saison werden könnte, da winkte Sebastian Kehl dann doch lieber schmunzelnd ab. "Ich bin kein Freud davon, nach dem ersten Spieltag alles schön zu reden. Dass er Qualität hat, wissen wir", versuchte Dortmunds neuer Leiter der Lizenzspielerabteilung den Ball flach zu halten. Dass dies schwierig wird, dafür hat Witsel allerdings mit seinem Blitzstart bei der Borussia selbst gesorgt. Vor gerade einmal zehn Tagen trudelte die Spielgenehmigung für den belgischen Nationalspieler ein, den der BVB aus China von Tianjin Quanjian in den Ruhrpott gelotst hat.

Video: Witsel ist der Chef im System Favre

Blitzstart beim BVB für Witsel

Im Pokalspiel eingewechselt, rettete er den BVB in Fürth mit seinem Premierentor vor dem Aus. Und nur eine Woche später stand er gegen Leipzig gleich in der Startelf, überzeugte mit seiner Präsenz und drückte dem Dortmunder Spiel erneut seinen Stempel auf. Obendrein legte er direkt den ersten Bundesligatreffer nach – mit seinem ersten Torschuss spektakulär per Seitfallzieher.

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"Ein Stürmer bin ich aber nicht", kommentierte Axel Witsel selbst lachend seinen Erfolg, der an diesem Abend als Sinnbild für schwarz-gelbe Effektivität stand. "Ich habe in dieser Szene gar nicht groß nachgedacht und das Tor einfach gemacht. Solche Treffer habe ich bei meinen bisherigen Klubs auch schon mal geschossen."

"Ich habe in dieser Szene gar nicht groß nachgedacht und das Tor einfach gemacht. Solche Treffer habe ich bei meinen bisherigen Klubs auch schon mal geschossen" Axel Witsel (Borussia Dortmund)

"Ich versuche, immer mein Bestes zu geben"

Und auch seinen starken Auftritt nach kurzer Eingewöhnungszeit wollte er nicht zu hoch hängen: "Ich versuche einfach, meine Erfahrung einzubringen und immer mein Bestes zu geben. Dafür arbeite ich in jedem Training hart."

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Es ist auch diese unaufgeregte Art, die den 29-Jährigen ausmacht und die ihm auch auf dem Platz zu Gute kommt. Gegen Leipzig hatte ihn Lucien Favre als einzigen Sechser in zentraler defensiver Position aufgeboten, damit er von hinten heraus das Spiel strukturiert und gestaltet. Witsel überzeugte mit starker Präsenz, Übersicht und Ballsicherheit, brachte gute 89 Prozent seiner Pässe an den Mann und verzeichnete auf Anhieb die meisten Ballkontakte in der Dortmunder Elf (69).

In seinem ersten Bundesliga-Spiel für Borussia Dortmund trifft Axel Witsel per Seitfallzieher zum 3:1
In seinem ersten Bundesliga-Spiel für Borussia Dortmund trifft Axel Witsel per Seitfallzieher zum 3:1 © imago / Team 2

Mitspieler bereits beeindruckt vom Belgier

"Er bringt sehr viel Ruhe in unser Spiel und bleibt auch dann ruhig, wenn er den Gegner direkt im Rücken hat", lobte Lucien Favre seinen kampfstarken Strategen, "außerdem erzielt er sehr wichtige und auch sehr schöne Tore."

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Und auch die Mitspieler sind schon beeindruckt von dem, was der Belgier bislang gezeigt hat. "Axel hat eine Menge Ruhe ins Mittelfeld gebracht und das war gerade gegen Leipzig extrem wichtig", freute sich Marco Reus. Was den Neuzugang ausmacht, fasste der BVB-Kapitän in einem Wort zusammen: "Charakter!"

Witsel schwärmt von den BVB-Fans

Der Gelobte selbst wollte nach seinem starken Ligadebüt gar nicht so gerne über seine Leistung sprechen, sondern schwärmte lieber von den Dortmunder Fans. Schon beim Aufwärmen habe er "diese positiv verrückte Atmosphäre" gespürt. Und war nach seinen ersten 90 Minuten vor der Südtribüne ziemlich beeindruckt: "Die Fans machen während des gesamten Spiels richtig Alarm und schieben uns nach vorne."

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Keine Frage: Nicht nur mit den Mitspielern auf dem Platz, auch zwischen Neuzugang und Anhängern scheint es für Axel Witsel auf Anhieb perfekt zu passen. Und läuft es öfter so wie am Sonntag, dann dürften der schlaksige Lockenkopf mit den blauen Augen und die schwarz-gelben Fans künftig noch viel Freude aneinander haben.

Aus Dortmund berichtet Dietmar Nolte