Belek - Gespenstische Stille herrschte zur Mittagszeit im Foyer des Kempinski Dome Hotels in Belek. Denni Avdic entspannte alleine und scheinbar verlassen in einem der mit Samt bezogenen Sessel, die Ärmel seines Werder-Shirts lässig hochgeschoben.

Doch mit der Ruhe war es nur kurze Zeit später vorbei. Der Schwede wurde im Trainingslager in der Türkei als erster - und vielleicht einziger - Neuzugang der Norddeutschen vorgestellt. "Es war ein harter Beginn, denn es gab gleich viel zu tun. Aber ich bin sehr glücklich, jetzt bei Werder Bremen zu spielen", erklärte Avdic, der bei den "Grün-Weißen" künftig mit der Rückennummer 9 auflaufen wird.

Diese Rückennummer steht in der Fußball-Historie für Tore. Und sie sind auch das Ziel von Avdic, der Dennis Bergkamp und Zlatan Ibrahimvoic als Vorbilder sieht. "Ich bin am liebsten dort, wo es gefährlich wird. Und das ist vor dem Tor."

Avdic Wunschkandidat

Für die Bremer Verantwortlichen ist der 1,92 Meter lange Mittelstürmer der Wunschkandidat als Ersatz für den zu Besiktas gewechselten Hugo Almeida. "Wir haben Denni in den vergangenen Monaten beobachtet. Und er war auch schon bei uns in Bremen zu Besuch - ohne das die Medien etwas mitbekommen haben", freute sich Sportchef Klaus Allofs.

Trainer Thomas Schaaf ist von den Qualitäten seines neuen "Knipsers" überzeugt. "Er sucht immer den Weg zum Tor. Es ist schön zu sehen, dass er gierig ist, sich weiterzuentwickeln", so Schaaf. Allofs stellte aber klar, dass der 21-Jährige nicht als "Retter" geholt wurde.

Dass sich Avdic für Werder und gegen die Angebote anderer europäischer Top-Clubs entschieden hat, hatte einfache Gründe. "Der deutsche Fußball gehört zu den besten der Welt. Ich habe mir ein paar Spiele von Werder angeschaut und ich glaube, dass das Spiel gut zu mir passt", so Avdic.

Sprachliche Probleme unwahrscheinlich

Mit der Integration in der Mannschaft sollte es auch keine Probleme geben: "Die Mitspieler haben mich alle nett aufgenommen. Und in der Schule hatte ich drei Jahre Deutschunterricht." Da Avdics Freundin Caroline ebenfalls mit nach Bremen kommt, wird die Eingewöhnung an der Weser sicherlich auch einfach fallen.

Aus Belek berichtet Michael Reis