"Wir können befreit aufspielen. Hoffenheim ist Tabellenführer, da sind wir Außenseiter", sagte Leverkusens Sportchef Rudi Völler vor der Partie am Samstag (ab 15 Uhr im Live-Ticker).

Auch wenn der Aufsteiger bisher die einzige Mannschaft in der Bundesliga ohne Punktverlust und ohne Gegentor ist, wird diese Aussage des Weltmeisters von 1990 wohl nicht ganz ernst gemeint gewesen sein. Das sieht auch Bruno Labbadia so. "Es wird ein hartes Stück Arbeit, aber wir sind Bayer Leverkusen und wir spielen zuhause", sagte der Bayer-Trainer, der gegen Hoffenheim endlich auch den ersten Heim-"Dreier" einfahren möchte.

"Hoffenheim hat tolle Strukturen"

Bei diesem Vorhaben könnte es allerdings zum Problem werden, dass Rechtsverteidiger Gonzalo Castro wegen eines Muskelfaserrisses für Samstag ausfällt. "Das ist ein herber Verlust, weil er in Stuttgart eine ordentliche Leistung gezeigt hat", erklärte der Coach, der besonders mit der Art und Weise des Sieges bei den Schwaben zufrieden war.

Allerdings seien seinem Team auch in dieser Begegnung wieder ein paar individuelle Fehler unterlaufen, an denen unter der Woche gearbeitet wurde.

Dass am Sonnabend mit dem Aufsteiger Hoffenheim der Tabellenführer der Bundesliga zu Gast in der BayArena ist, ist für Labbadia nicht verwunderlich. "Der Verein hat einen tollen Unterbau und sensationelle Strukturen geschaffen", lobte der 42-Jährige die Arbeit des Konkurrenten, schickte jedoch direkt eine Kampfansage hinterher: "Sie werden noch oft punkten, aber nicht am Samstag."

Ohne Punktverlust, ohne Gegentor

Die erste Niederlage der Saison will 1899-Trainer Ralf Rangnick natürlich verhindern und fordert sein Team auf, konsequenter mit seinen Chancen umzugehen. "Wir haben bisher die meisten Torschüsse aller Bundesligisten abgegeben. Haben daraus aber auch nur vier Tore erzielt", übte er leichte Kritik an der bisherigen Vorstellung seiner Mannschaft.

Bislang makellos agierte die Defensive, die noch ohne Gegentreffer an den Rhein reist und wohl weiterhin mit Marvin Compper auflaufen wird. Der Innenverteidiger musste unter der Woche mit dem Training etwas kürzer treten, scheint seine Adduktorenprobleme aber überwunden zu haben. Verzichten muss Rangnick jedoch auf die weiterhin verletzten Andreas Ibertsberger und Chindu Obasi.

"Die großen ärgern"

Dennoch hält der 50-Jährige auch einen Erfolg in Leverkusen für realistisch. "Um dort zu gewinnen, brauchen wir nochmals eine Leistungssteigerung zu den beiden vorhergegangenen Spielen. Ich traue dem Team zu, an dieser Aufgabe zu wachsen", sagte er am Donnerstag.

Und auch Torjäger Demba Ba sieht das Potenzial der Mannschaft noch längst nicht ausgeschöpft. Wenn die Mannschaft zusammenbleibt und sich weiterentwickelt wird sie "irgendwann auch die Großen in der Meisterschaft ärgern können", sagte der 23-Jährige im Interview mit bundesliga.de.

Ob der Fußballzwerg Hoffenheim bereits zu einem wahren Riesen geworden ist, wird sich am Samstag zeigen - beim Duell "David gegen Goliath", Leverkusen gegen Hoffenheim.

Gregor Nentwig