Sir Alex Ferguson gegen seinen ewigen Widersacher Arsene Wenger, Manchester United gegen den Sieger-Fluch, der FC Arsenal gegen das Titel-Trauma: Die "Battle of Britain" zwischen den beiden englischen Topclubs im Halbfinal-Hinspiel der Champions League am Mittwoch verspricht pure Spannung und Emotionen.

Vor allem die Unbekümmertheit des Herausforderers könnte dabei für ein großes Fußball-Spektakel sorgen. "Es wird ein aufregendes Spiel zwischen zwei Teams, die sich gut kennen und die guten Fußball bieten wollen. Wir werden dorthin fahren wie überall in Europa: um Tore zu schießen und das Spiel zu gewinnen", sagte Arsenals französischer Teammanager Wenger, und schob selbstbewusst nach: "Wir werden in Old Trafford mit Glauben, Verlangen und Freude spielen. Wenn wir unser Maximum erreichen, können wir jeden schlagen."

Titelverteidiger gegen titellosen Herausforderer

Ein Sieg gegen ManUtd ist jedoch seit 23 Spielen keinem Gegner in der Champions League mehr gelungen. Die kämpferischen Sprüche der Londoner, die seit 2005 trotz viel Lob für einen zukunftsweisenden Fußball keinen Titel mehr gewonnen haben, prallen daher an den Champions ab.

"Ich kann es kaum erwarten. Es gibt kaum etwas Größeres als ein Champions-League-Halbfinale in Old Trafford", sagte ManUtd-Ikone Ryan Giggs, der gegen die Gunners sein 800. Pflichtspiel für Manchester bestreiten wird. Doch das ist für Englands Fußballer des Jahres nur Nebensache: "Ich interessiere mich mehr für einen Sieg gegen Arsenal als für mein Jubiläum."

"Auf dem Weg zu etwas ganz Großem"

Denn natürlich kennt auch Giggs die Statistik, die die United-Profis nur zu gerne widerlegen möchten: Noch nie in der Geschichte der Champions League ist es einem Team gelungen, den Titel erfolgreich zu verteidigen. "Für uns sind es zwei Spiele auf dem Weg zu etwas ganz Großem", sagte ManUtd-Torhüter Edwin van der Saar.

Das Halbfinale ist aber auch ein ganz persönliches Duell zwischen den renommierten Teammanagern Wenger und Ferguson. Seit 13 Jahren begegnen sie sich in England an der Seitenlinie - die Bilanz ist nahezu ausgeglichen. Nach anfänglichen Scharmützeln (Ferguson damals über Wenger: "Er ist ein Anfänger. Er sollte sich Meinungen über den japanischen Fußball bilden") hat sich das Verhältnis inzwischen entspannt. "Fergusons Respekt ist ein Privileg, das man bekommt, wenn man älter wird", erklärte Wenger.

Arschawin nicht spielberechtigt

Das wird ihn aber nicht davon abhalten, seinem Rivalen ein Bein stellen zu wollen. Eine Schlüsselrolle wird dabei Kapitän Cesc Fabregas einnehmen, der wie bei seinem Doppelpack beim 2:0 gegen den FC Middlesbrough als hängende Spitze aufläuft. Fehlen wird jedoch der nicht spielberechtigte Russe Andrej Arschawin.

Der Titelverteidiger muss auf den angeschlagenen Gary Neville verzichten. Im Sturm erhält wohl Dimitar Berbatow den Vorzug vor Carlos Tevez, obwohl der ehemalige Leverkusener beim Publikum zuletzt heftig in der Kritik stand.