Frankfurt am Main - Nach dem erfolgreichen Auftakt in der vergangenen Spielzeit zeichnet Europas Top-Liga mit dem jüngsten Altersdurchschnitt die besten Nachwuchsstars auch in der Saison 2017/18 mit dem "Bundesliga Rookie Award by TAG Heuer" aus. Die Kandidaten im September:

Jean-Kevin Augustin (RB Leipzig)

Obwohl Jean-Kevin Augustin vom französischen Serienmeister Paris St. Germain nach Leipzig wechselte, war er in Deutschland noch weitgehend unbekannt. 23 Einsätze in der Ligue 1 (zwei Tore) hatte der 20-Jährige Stürmer vorzuweisen, als er im Sommer nach Deutschland kam. "Er passt perfekt in unser System", war sich sein Ralph Hasenhüttl damals sicher. Und der bisherige Saisonverlauf gibt dem RB-Trainer absolut Recht: Mit Augustin in der Startelf hat Leipzig noch nicht verloren (drei Siege, ein Remis). Gerade im September machte der pfeilschnelle Rechtsfuß auf sich aufmerksam. Nach seinem ersten Treffer am 4. Spieltag gegen Borussia Mönchengladbach ließ er am 6. Spieltag gegen Frankfurt direkt Tor Nummer 2 folgen. Weil er am 5. Spieltag leicht angeschlagen zusehen musste, kommt er im September auf die Top-Quote von zwei Treffern in drei Partien.

"Ich glaube, die Bundesliga ist für junge Spieler ideal“, war sich Augustin bei seiner Verpflichtung sicher, mit dem Wechsel nach Leipzig den richtigen Schritt zu machen. Die Zahlen bestätigen die Einschätzung des gebürtigen Parisers voll und ganz. Schon jetzt kommt er in Leipzig auf mehr Einsatzzeit als in der kompletten letzten Saison in Paris. Dabei fällt sofort auf, wie gut der Franzose bereits mit Timo Werner harmoniert. An einem Drittel seiner Torschussbeteiligungen war Werner entweder als Vorbereiter oder Abnehmer beteiligt. Das macht das Leipziger Sturmduo so unberechenbar. Im September und auch in der Zukunft.

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Sebastien Haller (Eintracht Frankfurt)

Sebastian Haller hat einen außergewöhnlichen Werdegang zum Bundesliga-Profi hinter sich. Vor den Toren Paris' geboren wechselt er mit 13 Jahren zum AJ Auxerre, wo er mit 18 Jahren in der Ligue 2 sein Profidebüt gibt. Der endgültige Durchbruch gelingt dem bulligen Mittelstürmer dann aber erst in der Niederlande. Im Januar 2015 schließt er sich dem FC Utrecht an und erzielt seitdem Tore am Fließband. Dabei machen Tore nur einen Teil seiner Qualität aus. "Ich will immer Tore schießen, bin aber vor allem ein großer Teamplayer“, sagt Haller über sich und untermauert dies in seinen ersten Bundesliga-Spielen eindrucksvoll: Kein anderer Spieler absolvierte an den ersten sechs Spieltagen so viele Zweikämpfe (201). Knapp die Hälfte davon hat er gewonnen. Eine ganz starke Quote für einen Stürmer.

Im September belohnte sich der Frankfurter Neuzugang dann auch erstmals für seinen großen Aufwand. In Mönchengladbach bereitete Haller das goldene Tor durch Kevin-Prince Boateng mustergültig vor, in Köln übernahm er Verantwortung und markierte vom Elfmeterpunkt den 1:0-Siegtreffer. Damit war Haller an beiden Frankfurter Saisonsiegen maßgeblich beteiligt. Dabei ging es der Eintracht bei der Verpflichtung nicht nur um die exzellente Torquote, die der 23-Jährige in den letzten Spielzeiten vorweisen konnte. "Er ist eine schöne Kante, der vorne im Sturmzentrum den Ball sichern kann", beschrieb SGE-Coach Niko Kovac die Vorzüge seines neuen Brechers im Angriff. Seinen athletischen Fähigkeiten ist sich Haller absolut bewusst. "Mein Körper ist sicherlich eine meiner größten Stärken", sagt der 1,90 Meter große Torjäger. Diese Einschätzung können seine Gegenspieler im September nur bestätigen.

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Dan-Axel Zagadou (Borussia Dortmund)

Es heißt, dass sich gute Fußballer überall zu Recht finden. Dan-Axel Zagadou ist der lebende Beweis dieser These. Der 18-Jährige Franzose kam im Sommer von Paris St. Germain nach Dortmund, hatte für PSG aber kein Spiel in der Ligue 1 absolviert. Eigentlich als Innenverteidiger geholt, schmiss ihn Peter Bosz aufgrund von Personalsorgen als Linksverteidiger ins kalte Wasser. Und Zagadou nahm die ungewohnte Aufgabe an und schwamm sich mit großer Ruhe und Übersicht frei. An den ersten sechs Spieltagen kam der Youngster immer zum Einsatz, vier Mal stand er sogar in der Startelf. Eine starke Bilanz für den viertjüngsten Spieler der bisherigen Bundesliga-Saison.

Dabei kommt dem 1,94 Meter großem Linksfuß vor allem seine Zweikampfstärke zu Gute. Seine Quote von 59 Prozent gewonnenen Duellen wird ligaweit nur von zwei Außenverteidigern übertroffen. Unnachahmliche Flankenläufe wird man vom Kapitän der französischen U19-Nationalmannschaft hingegen eher nicht sehen. "Ich versuche, es so einfach wie möglich zu spielen. Ich versuche nicht Dinge zu machen, die ich nicht kann", erklärte er im BVB-Stadionmagazin. Mit dieser Spielweise hat er bei seinem Trainer viele Pluspunkte gesammelt. "Es ist nicht seine Position, aber er macht das sehr gut", lobt Peter Bosz und erklärt, was Zagadou in seinen Augen auszeichnet: "Trotz seiner Größe ist er ziemlich schnell und hat eine gute Technik." Nach seinen ersten sechs Bundesliga-Spielen wissen das auch die Fußballfans in ganz Deutschland. 

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